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Sturm-Irrsinn: Wie steht es wirklich um Anderssons Knie?


Der 1. FC Köln wusste vor der Saison, dass er einen Stürmer mit Torgarantie brauchen würde, um die Klasse zu halten. Jetzt fällt Sebastian Andersson mit Knieproblemen aus und keiner weiß genau, wie schlimm es wirklich um den Schweden steht. Anthony Modeste ist noch nicht wieder fit, Tolu Arokodare eigentlich keine ernsthafte Alternative. Jetzt geistern schon Gerüchte um Vedad Ibisevic ums Geißbockheim und alles erinnert wieder an 2017.

Köln – Als Jörg Schmadtke vor drei Jahren merkte, dass er die Kaderplanung nach dem Abgang von Anthony Modeste nach China vor allem im Sturmzentrum in den Sand gesetzt hatte, versuchte er eine Verzweiflungsaktion und verpflichtete den vertragslosen Claudio Pizarro. Der Sturm-Opa kam nach Köln und reihte sich in die lange Reihe der gefloppten Panikkäufe ein, auf die der FC in seiner jüngeren Historie zurückblicken kann. Drei Jahre später wächst dieses Gefühl von neuem.

Nicht Modeste, sondern dieses Mal Jhon Cordoba war es, der verkauft wurde. Wie schon bei Modeste konnten die FC-Verantwortlichen diesen Transfer über Wochen, gar Monate absehen und sich darauf vorbereiten. Schmadtke glaubte eins, die Cordoba-Verpflichtung würde ausreichen. Nun glaubte Horst Heldt, mit Sebastian Andersson den richtigen Mann gefunden zu haben, um den Kolumbianer zu ersetzen. In dem Glauben, mit Anthony Modeste einen ebenbürtigen zweiten Mann in den Reihen zu haben, holte Heldt sogar noch ein Talent, das man hinter dem Duo aufbauen wollte. Vor dem neunten Spieltag liegen all diese Überlegungen in Schutt und Asche.

Hätte Andersson nicht gegen Union spielen dürfen?

Andersson wurde vom eigenen Mann in der zweiten Trainingswoche derart rüde gefoult, dass er sich kürzlich einer Knie-OP unterziehen musste. Beim FC erklärte man freudig, dass das Problem nun gelöst sei und Andersson sich so gut fühle wie noch nie, seit der am Geißbockheim ist. Diese Aussage ist spätestens seit Freitag ad absurdum geführt. Andersson fällt gegen Borussia Dortmund aus, weil sein Knie auf die Belastung reagiert hat. Anders ausgedrückt: Der Schwede hätte wohl gegen Union Berlin nicht spielen dürfen, schon gar nicht über 90 Minuten, wurde aber ins Rennen geschickt, weil kein anderer Mittelstürmer mit Bundesliga-Format vorhanden war – Modeste war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder fit.

Eine Woche später muss Andersson die Konsequenzen tragen und ist erst einmal raus. Ob nur für einige Tage oder für einige Wochen, wird man erst abwarten müssen. Doch die Frage, wie schlimm es wirklich um den 29-jährigen steht, stellt sich von selbst. Stattdessen muss nun womöglich Modeste in Dortmund die Kohlen aus dem Feuer holen. Dabei kann der Franzose unmöglich die körperliche Fitness haben, um von Beginn an aufzulaufen. Würde es beim FC halbwegs ruhig verlaufen und wären die anderen Stürmer fit, würde Modeste noch ein, zwei Wochen bekommen, ehe er sich über das Mannschaftstraining heranarbeitet. So wird auch er womöglich am Samstag direkt wieder ins Rennen geschickt, wie Andersson vor einer Woche.

Ibisevic wäre Pizarro 2.0

Nach acht Spieltagen hat der 1. FC Köln zwei Stürmertore auf seinem Konto. Eine erschreckende Bilanz und einer der Gründe, warum die Geißböcke auf einem Abstiegsrang stehen. Kein Wunder, dass längst über Winter-Verstärkungen diskutiert wird. Joshua Zirkzee vom FC Bayern soll ein Kandidat sein. Nun wirft der Express den Namen Vedad Ibisevic in die Manege. Ibisevic? Genau, der 36-jährige, der gerade erst aufgrund fehlender Identifikation mit dem FC Schalke 04 und einem Zoff mit Co-Trainer Naldo gefeuert wurde. Ein Stürmer, der zwar in der letzten Saison immerhin noch neun Tore für Hertha BSC erzielt hat, der nun aber erst einmal bis Ende Dezember nicht wird trainieren dürfen. Kaum denkbar, dass Ibisevic dann zum FC wechselt, wobei die Parallele zu Claudio Pizarro nicht offensichtlicher sein könnte.

Die FC-Verantwortlichen werden hoffen, dass bei Andersson lediglich eine leichte Überbeanspruchung zu den Problemen geführt hat und der Schwede nur ein paar Tage Schonung braucht. Die Hoffnung muss aber auch für Modeste gelten, dass der Franzose endlich gesund und fit bleibt, sodass die beiden Angreifer endlich anfangen können, wofür sie bezahlt werden: Bundesliga-Fußball spielen und Tore schießen. Denn ohne ihre Tore, so viel kann sich der 1. FC Köln an einer Hand abzählen, werden die Geißböcke absteigen. Diese Lehre gilt nicht erst seit der Saison vor drei Jahren.

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