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„Auch unsere Stürmer“: Gisdol setzt auf neuen Konkurrenzkampf


Ohne Jonas Hector, aber mit neuem Schwung reist der 1. FC Köln zum 1. FSV Mainz 05. Die Geißböcke wollen am Samstag gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf ein Signal der Stärke aussenden. Doch viel unterscheidet die Rheinhessen und die Geißböcke bislang nicht in dieser Saison. Deshalb dürfte Markus Gisdol auf jene Ausrichtung setzen, die zuletzt den Erfolg brachte.

Köln/Mainz – Die Auswahl ist wieder größer. Jorge Meré statt Frederik Sörensen im Kader, dazu Jonas Hector zumindest wieder im Mannschaftstraining: „Volle Kapelle“, nennt Markus Gisdol die Situation auf dem Trainingsplatz. „Großer Kader, großer Konkurrenzkampf. Das tut uns gut. Jeder drückt und schiebt, jeder will ran. Das hilft der Leistungsentwicklung.“ Auch, weil Gisdol zuletzt wieder für neue Reize gesetzt hat. Neue Grundordnung (3-5-2 statt 4-2-3-1), neue Spieler (Cestic hinten, Duda als Stürmer, Thielmann als zweite Spitze). Klar, dass da so mancher Spieler auf der Strecke bleibt und sich nun wieder herankämpfen muss.

„Auch unsere Stürmer“, nannte Gisdol am Donnerstag die beiden Sorgenkinder der Geißböcke, die sich in diesem neuen Konkurrenzkampf erst zurechtfinden müssen. „Ob Anthony Modeste oder Sebastian Andersson – sie haben problemlos trainiert. Das ist schön zu sehen.“ Problemlos trainiert, dass Gisdol dies erwähnen muss, zeigt bereits die Tragik hinter den beiden Knipsern, die eigentlich in dieser Saison die Tore liefern sollen. Erst über die Fitness werden auch wieder die Einsätze kommen. In Mainz jedoch wird das Duo wohl erneut zunächst auf der Bank Platz nehmen. Die jüngsten Leistungen und Ergebnisse sprechen für Gisdol und das ungewöhnliche Sturm-Duo Duda/Thielmann. Sie funktionieren – und das ist es, was zählt. Weder Andersson noch Modeste können das bislang von sich behaupten.

Ihre Position als alleinige Sturmspitze gibt es aktuell nicht mehr. So verändert sich auch das Spiel der Geißböcke. Weniger lange Bälle, weniger hohe Bälle. Nicht, dass nicht auch Modeste oder Andersson in einem solchen Spiel mitwirken könnten. Doch ihre Stärken liegen woanders. Während der Schwede zumindest auch noch ein harter Arbeiter gegen den Ball ist, war Modeste in seiner Karriere nie der große Läufer. Duda und Thielmann jedoch brennen pro Spiel im Schnitt rund 12 Kilometer in den Rasen, Duda gewinnt die meisten Zweikämpfe aller Kölner, Thielmann hat sich erstmals mit einem Tor so richtiges Selbstvertrauen geholt, das er nun erneut unter Beweis stellen will. Daher wird es am Samstag in Mainz bei der zuletzt bekannte Formation bleiben – in der Hoffnung, dass es weiter funktioniert.

Mit dem letzten Spiel gegen Mainz im Mai 2020 begann die lange Misere während Corona. Die verspielte 2:0-Führung im ersten Bundesliga-Spiel nach der Corona-Unterbrechung war ein Knackpunkt beim FC, der monatelang nachwirken sollte. Am Samstag will die Mannschaft von Markus Gisdol beweisen, dass sie dieses Tal durchschritten hat. Der Blick auf die Tabelle darf dabei zwar keine Rolle spielen. Doch der FC-Coach sagte nicht umsonst, dass der Druck „eher bei den Mainzern liegt“. Mit einem Sieg wären die Geißböcke fünf Punkte vor dem FSV. Der Umkehrschluss gilt jedoch ebenfalls. Gewänne Mainz, lägen die 05er vor dem FC.

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