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Bayer kommt mit Wirtz: „Fast schon einzigartig in der Liga“


Derby-Zeit in Müngersdorf: Der 1. FC Köln empfängt am Mittwochabend mit Bayer 04 Leverkusen den aktuellen Tabellenführer der Bundesliga. Der rheinische Rivale reist ungeschlagen, mit viel Selbstvertrauen sowie Leistungsträger Florian Wirtz nach Köln. Beim FC zollt man dem kommenden Gegner trotz aller Rivalität großen Respekt. Trotzdem wollen die Geißböcke an ihre zuletzt guten Ergebnisse anknüpfen. 

Köln – Als Bayer 04 Leverkusen fast auf den Tag genau vor einem Jahr zuletzt im RheinEnergieStadion zu Gast war, spielte Florian Wirtz noch in der U17 des 1. FC Köln. Knapp einen Monat später wurde sein Wechsel zum rheinischen Rivalen bekannt. Was zunächst für den Sommer 2020 geplant war, vollzog sich angesichts der Brisanz dieses Transfers dann schon zur vergangenen Rückrunde. Und während Wirtz beim letzten Aufeinandertreffen am 17. Juni noch als Joker von der Bank kam, dürfte der aufstrebende U21-Nationalspieler am Mittwoch gegen seinen Ex-Verein in der Startelf stehen.

Kümmere mich nur um unsere Spieler

Seit dieser Saison gehört der 17-jährige zu den absoluten Leistungsträgern in der Elf von Trainer Peter Bosz. Neun Mal stand Wirtz in der Startelf und erzielte dabei einen Treffer und lieferte vier Vorlagen. Auch in der Europa League war das ehemalige FC-Talent bereits zwei Mal erfolgreich. Nicht nur aufgrund seines sportlichen Wertes dürfte der Verlust von Wirtz den FC noch lange Zeit schmerzen. Inzwischen wird der Marktwert des Youngsters schon auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag beziffert. Beim FC will man daher den Wechsel von Wirtz am liebsten vergessen. „Keiner von denen, die hier sitzen, kann etwas dafür, dass Florian Wirtz nicht in Köln spielt, sondern in Leverkusen. Er ist jetzt ein Spieler von Bayer. Deswegen kümmere ich mich nur um unsere Spieler“, erklärte Gisdol am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem aktuellen Tabellenführer.

Dass die Leverkusener noch ungeschlagen durch die Liga marschieren und aktuell von der Tabellenspitze grüßen, dürfte angesichts der Abgänge von Kai Havertz und Kevin Volland für einige durchaus überraschend sein. FC-Geschäftsführer Horst Heldt hatte diese Entwicklung derweil durchaus erwartet. „Die Mannschaft hat viele Möglichkeiten, hat zwar den einen oder anderen Klasse-Spieler abgeben müssen, aber eine ausgeglichene Mannschaft und sich im Sommer noch einmal verstärkt. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass sie so performen“, sagte der 51-jährige. Böses Blut zwischen den Verantwortlichen wollte Heldt aufgrund der Wirtz-Historie nicht noch einmal aufkochen. „Wir hegen ein sehr gutes Verhältnis“, erklärte Heldt, der vor allem das „außerordentlich gute“ Verhältnis zu Rudi Völler schätzt. Verbale Scharmützel würden allerdings auch mal dazu gehören, vor allem dann, wenn es um die talentierten Spieler der Region gehe. „Natürlich wird es immer so sein, dass es da, wo gut gearbeitet wird, auch Interessenten gibt, um Personen abzuwerben. Dagegen muss sich der FC wappnen. Das gehört zum Geschäft dazu.“ Bekanntermaßen war nach Wirtz im Winter ein halbes Jahr später U17-Trainer Markus Daun nach Leverkusen gewechselt. Das hat beim FC dafür gesorgt, gerade solche Wechsel künftig mit aller Macht unterbinden zu wollen. Nach GBK-Informationen soll Bayer 04 auch an Justin Diehl interessiert gewesen sein, doch letztlich verlängerte das Sturm-Juwel bei den Geißböcken.

Müssen eine gute Balance finden

Auch wenn die Leverkusener am Mittwoch als klarer Favorit in die Partie gehen, will der FC auch gegen den Tabellenführer an seine zuletzt guten Ergebnisse mit sieben Punkten aus drei Spielen anknüpfen. Durch die Sperre von Ondrej Duda wird Markus Gisdol allerdings seine Startformation verändern müssen. Dabei kündigte der Trainer an, aufgrund des Ausfalls seiner falschen Neun das System zumindest teilweise umzustellen. „Wir haben noch nicht entschieden, welche taktische Variante wir wählen wollen. Leverkusen hat noch mal einen Tick mehr individuelle Klasse auf dem Platz als Wolfsburg. Wir müssen eine gute Balance finden“, sagte der Coach. Gerade in der Defensive werden die Kölner die gleiche Kompaktheit benötigen, wie in den vergangenen drei Spielen. Dessen ist sich auch Markus Gisdol bewusst, der die starke Offensive der Werkself noch einmal herausstellte: „Es ist fast schon einzigartig in der Liga, wie sie aktuell nach vorne spielen.“

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