⁠Immer wieder gegen Bayer: So geht schlechtes Gewinnen

Kasper Hjulmand und Simon Rolfes im Lamentieren vereint. (Foto: IMAGO / Team 2)
Kasper Hjulmand und Simon Rolfes im Lamentieren vereint. (Foto: IMAGO / Team 2)

Wieder einmal sind der 1. FC Köln und Bayer Leverkusen mit einem faden Beigeschmack auseinander gegangen. Die Verantwortlichen der Werkself tun sich mit ihrem Auftreten keinen Gefallen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Eigentlich lief die Pressekonferenz nach dem Spiel des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen ohne große Auffälligkeiten ab. Dann aber überraschte Kasper Hjulmand mit einer Analyse zu den Problemen, die Bayer gerade in Halbzeit eins gehabt hatte: „Uns hat ein bisschen Energie gefehlt, wir waren zu langsam in unseren Entscheidungen. Und es war ein Platz ohne Wasser, das hatte auch etwas damit zu tun.“

Hatte Bayer Leverkusen so schlecht gespielt, weil im RheinEnergieStadion der Rasen zu trocken war? Dieser Vorwurf war in gleich mehrerer Hinsicht albern. Zunächst, weil der Rasen wie üblich vor der Partie gewässert worden war und Spieler wie Verantwortliche dabei hatten zusehen können. Und dann, weil Bayer sogar die Platzwahl gewonnen und die Seiten getauscht hatte, um dem FC nicht den üblichen Ablauf eines Heimspiels zu geben.

Was meinte Wagner mit „Verhalten“?

Kein Wunder, dass René Wagner daraufhin sein Gegenüber zurechtwies und erklärte: „Ich wollte eigentlich nichts über das Verhalten heute sagen, aber wenn du sagst, der Platz war nicht nass, dann ist das einfach nicht wahr.“ Interessant dabei war nicht nur der Wagners selbstbewusster Widerspruch, sondern auch sein Verweis auf das „Verhalten“, zu dem er sich nicht äußern wollte.

Was er meinte: Wieder einmal waren die Verantwortlichen der Werkself auf der Trainerbank in den 90 Minuten durch regelmäßiges Einreden auf den Vierten Offiziellen und Provozieren in Richtung Kölner Bank aufgefallen. Wofür früher Stefan Reuter beim FC Augsburg unter Schiedsrichtern bekannt und gefürchtet war, hat inzwischen Bayers Sportchef Simon Rolfes adaptiert. Beim FC sah man erstaunt zu und schüttelte nach der Partie verärgert den Kopf.

Wenigstens äußerte sich Carro nicht

Bayer vollführte am Samstag in Köln, wie schon häufiger in den letzten Jahren bei den direkten Duellen, die Kunst des schlechten Gewinnens. Dass Hjulmand schließlich so unsouverän mit der schwachen Leistung seiner Mannschaft umging und die Schuld dafür bei einem angeblich schlecht gewässerten Rasen suchte, rundete den Auftritt der Leverkusener ab. Immerhin äußerte sich am Samstag Fernando Carro nicht. Seine Einlassungen hatten in der Vergangenheit schon mehrfach zu Verstimmungen zwischen beiden Clubs geführt.

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