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Entwarnung bei Özcan: So macht er Kapitän Hector vergessen


Bis zu seiner Auswechslung war Salih Özcan der stärkste Kölner auf dem Platz. Der Mittelfeldspieler dominierte die Zweikämpfe (87%), bereitete das 1:0 mit einem starken Lauf über die rechte Seite vor und lief als Achter neben Elvis Rexhbecaj viele Räume zu. Dann verletzte er sich am Oberschenkel und der FC kam in Schwierigkeiten. Doch nun gab es Entwarnung beim 22-jährigen. Das ist umso wichtiger, als dass das Eigengewächs des 1. FC Köln sich anschickt Jonas Hector im Zentrum vergessen zu machen.

Köln – Beim 1. FC Köln will man lieber früher als später mit Salih Özcan verlängern. Der Vertrag des 22-jährigen läuft im Sommer 2021 aus, und mit jedem guten Spiel des zentralen Mittelfeldspielers wächst das Interesse anderer Klubs an dem Muskelpaket der Geißböcke, das sich immer besser in der Bundesliga zurechtfindet. Gegen den VfL Wolfsburg zeigte Özcan, was er nicht nur körperlich, sondern auch fußballerisch zu bieten hat. Robuste Zweikämpfe, kluge Laufwege, das Auge für die Mitspieler: Özcan kommt als einer der beiden Achter in Markus Gisdols neuer Formation bestens zurecht.

Position auf Doppel-Acht ideal für Özcan

Kein Wunder, schließlich hat Özcan diese Rolle als einer von zwei Achtern bereits bei Holstein Kiel während seiner einjährigen Leihe bestens ausgefüllt. Nun schickt sich der 22-jährige an auch beim FC den Entwicklungsschritt zu gehen, den sich die Verantwortlichen und vor allem der Spieler selbst erhofft hatten. Özcan war im Sommer zum FC zurückgekehrt, um sich auch in der Bundesliga durchzusetzen. Zunächst hatte er noch Probleme, gerade in der Rückwärtsbewegung. Gegen Borussia Dortmund und nun gegen den VfL Wolfsburg zeigte er jedoch starke Leistungen. Seit fünf Spielen steht Özcan immer in der Anfangsformation. Inzwischen zahlt er das Vertrauen zurück.

Umso bitterer, dass Özcan gegen den VfL in der 39. Minute vom Feld musste. Der U21-Nationalspieler hatte sich an den rechten hinteren Oberschenkel gegriffen und Doc Schäferhoff angezeigt, dass ihn die Schmerzen aus dem Rücken ins Bein gezogen seien. Am Sonntag gab es dann aber nach einer MRT-Untersuchung Entwarnung. Özcan hat keine strukturelle Verletzung. Ob er gegen den 1. FSV Mainz 05 wieder einsatzfähig sein wird, muss man zwar noch abwarten. Doch länger wird der Mittelfeldspieler nicht ausfallen. Insofern: Durchatmen beim Spieler wie beim FC, denn in der zweiten Halbzeit hatte sich Özcans Fehlen deutlich bemerkbar gemacht.

Kann Özcan in Hectors Rolle hineinwachsen?

Dominick Drexler war als Özcan-Ersatz zu keiner Zeit in der Lage die robuste Spielweise zu verkörpern, die Özcan so wertvoll gemacht hatte. Fortan dominierte Wolfsburg das Mittelfeld und die Zweikämpfe, wodurch die Geißböcke zwischenzeitlich arg ins Schwimmen gerieten. Das sah auch Markus Gisdol hinterher so. „Die Sechser und Achter haben zueinander gefunden. Man sieht, dass Salih in einer sehr guten Verfassung ist“, sagte Gisdol. „Er hat es bis zu seiner Auswechslung sehr gut gemacht. Deshalb hoffe ich, dass es bei Salih nichts Größeres ist.“ Diese Hoffnung wurde erhört, und die positive Diagnose war umso wichtiger, als dass Kapitän Jonas Hector weiterhin auf unbestimmte Zeit ausfällt. Bis zum Spiel gegen Dortmund klagten die Verantwortlichen noch über das Fehlen des Ex-Nationalspielers. Nun aber beginnt Özcan diese Rolle zu übernehmen und in sie hineinzuwachsen.

Gute Leistungen + Klassenerhalt = neuer Vertrag?

Dass der FC daher nun am liebsten sofort mit Özcan verlängern würde, ist bekannt. Die Geißböcke schleppen jedoch das Problem mit sich herum, dass sie finanziell kaum große Sprünge anbieten und auch noch keine Zusage zur weiteren Bundesliga-Zugehörigkeit geben können. Insofern hoffen die Kölner, dass letztlich die Kombination aus guten Leistungen Özcans und ein damit verbundener Erfolg in der Liga nicht nur zum Klassenerhalt, sondern auch zur Vertragsverlängerung führen wird.

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