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Fünf Gewinner, fünf Verlierer: Wer startet doch noch durch?


Die Winterpause wurde zur Weihnachtspause. Bereits am Montag kommen die Spieler des 1. FC Köln wieder zusammen, um sich dem obligatorischen Coronatest zu unterziehen, ehe am Dienstag die Vorbereitung auf das Spiel am Samstag gegen den FC Augsburg beginnt. Einige Spieler starten mit einem guten Gefühl in den zweiten Teil der Saison. Andere Profis hingegen dürften sich einiges vorgenommen haben, wollen sie nicht komplett den Anschluss verlieren.

Köln – Vor einem Jahr sortierten Horst Heldt und Markus Gisdol mehrere Spieler knallhart aus. Louis Schaub, Vincent Koziello und Co. passten nicht mehr in die Vorstellungen des sportlichen Führungsduos. In diesem Jahr wird es wohl offiziell keine solche Maßnahme geben. Sehr wohl dürfte es jedoch Ansagen in Richtung einiger Spieler geben, mit denen die Geißböcke kaum noch planen. Sie gehören zu den eindeutigen Verlierern der bisherigen Saison. Andere Profis dagegen haben sich aus einem erheblichen Loch gekämpft, sich eindrucksvoll entwickelt oder ihre Stellung im Team mit starken Leistungen gefestigt.

Die Gewinner

Nicht nur, wenn man in der Aufstellung von hinten nach vorne schaut, fangen die Gewinner der letzten Monate bei Timo Horn an. Bereits in der Vorbereitung schien der Torhüter in der besten Verfassung seit drei Jahren. Deutlich drahtiger und entschlossener wirkte die Nummer eins, die mit Ron-Robert Zieler einen neuen Konkurrenten bekam. Die ersten Spiele waren jedoch ein erneuter Rückschlag. In den letzten Wochen allerdings fand Horn zu starker Form. Der 27-jährige agierte sicher, parierte immer wieder stark und zeigte sich insgesamt reifer. Horn war einer der Schlüsselspieler, dass der FC sich aus der monatelangen Krise kämpfte.

In der Abwehr gab es die große Überraschung Sava Cestic. Auch wenn Jorge Meré mit seinen Auftritten in Leipzig und gegen Osnabrück kurz vor Weihnachten ebenfalls aufsteigende Form zeigte, darf sich Cestic dank seines Bundesliga-Debüts definitiv zu den Gewinnern zählen. Gegen Dortmund stark, danach zwar nicht fehlerfrei, aber solide und schließlich muskulär angeschlagen – der 19-jährige wird die letzten Wochen sicher nie mehr vergessen. Jetzt gilt es, diese positive Entwicklung zu bestätigen.

Gleiches gilt für Salih Özcan und Elvis Rexhbecaj. Bei dem Duo scheint es „klick“ gemacht zu haben. Laufstark waren sie schon immer. Doch nun haben die beiden Mittelfeldspieler, die gemeinsam auf der Acht agieren, einen Weg gefunden das gegnerische Spiel erfolgreich zu (zer)stören und gleichzeitig Akzente nach vorne zu setzen. Bei Özcan fehlt nur noch die Vertragsverlängerung beim FC, dann wäre das Glück aus Kölner Sicht perfekt. Rexhbecaj nutzt seine im Sommer endende Leihe, um sich in die bestmögliche Position für Gespräche mit egal welchem Klub zu bringen. Eine Win-Win-Situation für die Geißböcke, die jedoch wohl kaum Chancen haben werden den 23-jährigen zu halten. Dafür dürfte er finanziell viel zu teuer sein. Der FC wird sich und seine finanziell beschränkten Ressourcen darauf konzentrieren, in Özcan zumindest einen der beiden Gewinner der letzten Wochen langfristig an den Klub zu binden.

Und dann wäre da noch Ondrej Duda. Fraglos ist der Slowake bislang der beste Neuzugang des Transfersommers. Dass der Offensivspieler laufstark ist und gute Standards treten kann, wusste man. Dass er überdies torgefährlich sein kann, ahnte man aufgrund seiner einen starken Saison (18/19) bei der Hertha. Doch beim FC sticht er in jeder Hinsicht heraus. Der unbestritten feinste Techniker macht sich als Falsche Neun plötzlich einen Namen und zahlt erste Teile seiner Sieben-Millionen-Euro-Ablöse zurück. Neben ihm entwickelt sich Jan Thielmann immer besser. Zudem macht er das Fehlen der Mittelstürmer vergessen. Duda dürfte einer der Schlüsselspieler auf dem Weg zum Klassenerhalt werden. So viel scheint klar.

Die Verlierer

Frederik Sörensen kam zurück zum FC, weil er eine neue Chance bekommen sollte. Die bekam er auch gegen Gladbach von Beginn an, konnte sie aber nicht nutzen. Seitdem komplett raus und seit Dortmund nur noch im Notfall im Kader. Sein Vertrag läuft aus, der FC setzt eindeutig auf andere Innenverteidiger. Seine Zeit bei den Geißböcken läuft ab. Eigentlich schade. Man darf gespannt sein, ob der 28-jährige noch ein halbes Jahr aussitzt oder schon im Winter auf Vereinssuche geht.

Inzwischen werden die Zweifel immer größer, ob es Kingsley Ehizibue beim FC noch einmal schafft. Der Niederländer ist ein Spaßvogel und Sprinter vor dem Herrn, aber auch ein Bruder Leichtfuß und unglücklicher Zweikämpfer am Tor zur Hölle. Ballverluste, schlechte Flanken und verlorene Eins-gegen-Eins haben ihn wohl erst einmal länger jede Chance auf einen Stammplatz genommen. Zuletzt musste er im Pokal erstmals auf die Tribüne. Ein klares Zeichen, dass Gisdol auf Wolf und Schmitz setzt. Nach Easys Leblos-Auftritt nach seiner Einwechslung gegen Leverkusen allerdings auch kein Wunder.

Ähnlich wie bei Sörensen geht auch für Christian Clemens und Marco Höger mit Blick auf ihre im Juni auslaufenden Verträge die Zeit beim FC zu Ende (zumindest als Spieler). Doch während sich Höger aufgrund der letzten Saison schon darauf einstellen konnte, dass er kaum mehr zum Kader gehören wurde (seit Anfang Oktober nicht mehr dabei), wollte es Clemens nach seiner langen Verletzung eigentlich noch einmal wissen. Doch die Erkenntnis sickert nun deutlicher denn je ein: Für die Bundesliga reicht es nicht mehr. Clemens hat wohl zwei Optionen: Spielpraxis bei der U21 bis zum Sommer oder Winter-Wechsel, um sich einen neuen Vertrag bei einem anderen Klub zu sichern.

Und dann wären da noch die Neuzugänge. Dimitris Limnios hat einen Horror-Wechsel inklusive Corona-Infektion hinter sich und konnte seitdem noch nicht zeigen, dass er es in der Bundesliga schaffen kann. Ansätze gab es zwar gegen Stuttgart, doch für eine Ablöse von 3,3 Millionen Euro ist das bei den knappen FC-Finanzen noch viel zu wenig. Man darf gar nicht daran denken, dass der FC für die kombinierten Ablösen für Limnios und Tolu Arokodare (500.000 Euro Leihgebühr) einen gewissen Robin Hack hätte fest verpflichten können. Der deutsche U21-Nationalspieler vom 1. FC Nürnberg wollte unbedingt zum FC, doch das Kölner Geld ging an andere Klubs. Bitter für die Geißböcke und einzig mit der leisen Hoffnung verbunden, dass sich Limnios fängt und sein Potential beginnt abzurufen.

Der zweite Transfer-Flop – zumindest bislang – heißt fraglos Sebastian Andersson. Dabei kann der Schwede nicht einmal viel dafür. Allen Gerüchten zum Trotz kam er gesund zum FC. Ein Foul im Training vor dem zweiten Spieltag jedoch kostete den 29-jährigen viele Monate bei den Geißböcken. Seitdem ist er praktisch raus, ohne Bindung, ohne Form, ohne Vertrauen in seinen Körper und inzwischen auch ohne Qualitäten, wie sie aktuell beim FC benötigt werden. Das jetzige System passt nicht zu dem Mittelstürmer. Irgendwie gut, dass Andersson sich jetzt erst einmal in Ruhe erholen und fit werden soll. Das ist für sein physisches Spiel von enormer Bedeutung. Erst dann wird Trainer Markus Gisdol gemeinsam mit dem Angreifer einen Weg finden können, wie der letztjährige Knipser von Union Berlin auch beim FC seine unbestrittene Torgefahr und Qualität (insbesondere das Kopfball- und Wandspiel) einbringen kann. Doch der FC hat ein Problem: Die einkalkulierten Tore durch den Schweden fehlen den Geißböcken. Das müssen andere kompensieren.

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