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GBH-Ausbau geplatzt? CDU fällt FC in den Rücken


Um im neuen Kölner Ratsbündnis mitregieren zu dürfen, hat die CDU dem 1. FC Köln womöglich den Todesstoß für den geplanten Ausbau am Geißbockheim versetzt. Nach jahrelanger vehementer Unterstützung für die Pläne der Geißböcke kippte die CDU nun in den Gesprächen mit den Grünen und der Volt-Partei um. Die Christdemokraten gaben ihr Okay für ein Positionspapier, in dem das Bündnis den Ausbau am Geißbockheim auf unbestimmte Zeit – und damit womöglich für immer – stoppt.

Köln – Schon Konrad Adenauer wusste: Wer in der Politik an der Macht bleiben will, schert sich nicht um das, was er einmal gesagt hat. „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ war einer der markantesten Aussprüche des CDU-Politikers. Seine Nachfahren in der CDU machen es ihm nun gleich. Um in Köln an der Macht zu bleiben, ist die Partei nach Jahren der Unterstützung für den 1. FC Köln dem Klub nun in den Rücken gefallen.

Es ist eine spektakuläre Wende, nachdem der Kölner Stadtrat im Juni dem veränderten Flächennutzungsplan für die Gleueler Wiesen und dem städtebaulichen Vertrag für den 1. FC Köln noch zugestimmt hatte und die Erteilung der Baugenehmigung für den FC unmittelbar bevorsteht. Doch nun will die CDU im neuen Ratsbündnis mit den Grünen und Volt das Ausbauprojekt beenden und einen Pachtvertrag zwischen dem FC und der Stadt Köln für die betreffenden Flächen blockieren. Was eigentlich eine Formalität hätte werden sollen, denn alle Details für den Pachtvertrag wurden im bereits geschlossenen städtebaulichen Vertrag festgelegt. Doch die CDU will mitregieren, und das kann sie nur, wenn sie die Grünen und Volt in deren Bestreben unterstützt, den Ausbau zu stoppen.

Moratorium verhindert Beschlüsse

So enthält das Positionspapier des neuen Ratsbündnisses ein „Moratorium“ in Sachen Geißbockheim, das weitere Ausschussbeschlüsse (inklusive des Abschlusses von Pacht- und Nutzungsverträgen) kategorisch ausschließt. Und zwar so lange, bis alle juristischen Streitigkeiten zwischen dem 1. FC Köln und den Ausbau-Gegnern beigelegt sind. Doch selbst wenn der FC diese Streitigkeiten gewinnen sollte, gäbe es keine Zusicherung der Politik, das Moratorium aufzuheben und den Pachtvertrag anschließend zu genehmigen. Kurzum: Der Geißbockheim-Ausbau ist auf Jahre hinweg gestoppt. Ein herber Schlag für den Klub.

Sieben Jahre lang dauert nun schon der Kampf des FC um den Ausbau am Geißbockheim: Auf dem bisherigen Kunstrasen neben dem Franz-Kremer-Stadion sollte ein Leistungszentrum entstehen. Auf den Gleueler Wiesen wollte der e.V. (nicht die KGaA) drei Kunstrasenplätze sowie vier Kleinspielfelder für den Nachwuchs (und in Teilen zur öffentlichen Nutzung) errichten. Dafür sollte Platz zwei renaturiert und in den Grüngürtel wieder integriert werden. Der FC durchlief seit 2014 alle nötigen Verfahren, erstellte mehrere Gutachten, bekam die politischen Mehrheiten – und wurde nun doch noch gestoppt.

FC muss nun Alternativen prüfen

Das Zuschieben des Schwarzen Peters hat prompt begonnen. Die CDU will von einem Umkippen naturgemäß nichts wissen, erklärt stattdessen, der FC hätte sich den Pachtvertrag eben schon in der letzten Legislaturperiode sichern müssen. Der FC hingegen hatte sich auf die Zusagen der Politik verlassen, wonach der gängige Weg für solche Bauvorhaben vom Antragsverfahren über den städtebaulichen Vertrag und die Baugenehmigung zum Pachtvertrag führt – und nicht umgekehrt. Beim FC wollte man sich auf GBK-Nachfrage am Mittwoch nicht äußern. Im Hintergrund werden nun die Alternativen geprüft in dem Wissen, dass das für die Perspektive des Klubs so wichtige Projekt wohl keine Chance mehr auf Umsetzung hat. Zumindest nicht innerhalb der nun beginnenden Legislaturperiode bis 2025.

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