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Gegen Leverkusen: Mit falscher Neun oder echtem Stürmer?


Wie kann der 1. FC Köln gegen Bayer 04 Leverkusen mit Ondrej Duda seinen erfolgreichsten Scorer ersetzen? Eine Frage, die auch Markus Gisdol wohl erst kurzfristig für sich entscheiden wird. Denn damit geht auch einher, ob der Trainer gegen den Tabellenführer sein zuletzt erfolgreiches System verändern will. Dafür kann der FC nach neun Spieltagen endlich wieder auf seinen Kapitän hoffen (hier gibt’s den FC-Kader gegen Bayer). 

Köln – Hätte Ondrej Duda am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 nicht binnen einer Minute die Gelb-Rote Karte gesehen, hätte Markus Gisdol eigentlich keinen Anlass, seine Elf gegen Leverkusen im Vergleich zum 1:0-Erfolg zu verändern. Der Ausfall des Spielmachers gegen den Tabellenführer wiegt beim FC allerdings schwer: Mit zwei Toren und drei direkten Vorlagen sowie zahlreichen starken Standards fehlt den Kölnern am Mittwochabend im letzten Heimspiel des Jahres ihr erfolgreichster Scorer.

Wie genau Markus Gisdol seinen Denker und Lenker in der Offensive ersetzen will, ließ der Trainer offen. „Wir haben mehrere Optionen für diese Position“, sagte er am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Derby. Dabei schloss der 51-jährige auch einen erneuten Systemwechsel nicht aus, sodass in vorderster Front die beiden Stoßstürmer Anthony Modeste und Sebastian Andersson wieder zu einer Option werden. Nach zuletzt drei erfolgreichen Partien mit falscher Neun stehen die beiden inzwischen wieder genesenen Stürmern in den Startlöchern. Zuletzt blieb dem Duo, welches freilich den Anspruch auf die erste Elf hegt, lediglich die Joker-Rolle. Ein erneuter Bank-Platz trotz des Duda-Ausfalls wäre wohl für beide ein herber Schlag. Doch auf persönliche Empfindlichkeiten nimmt Gisdol bekanntlich keine Rücksicht. So könnte es auch sein, dass der Trainer einen positionsgetreuen Ersatz für Duda als falsche Neun aufbringt und bei seinem zuletzt erfolgreichen System bleibt. „Wir haben auch Spieler, die es ähnlich interpretieren können wir Ondrej“, sagte Gisdol.

Wie verändert Hector das System?

Vieles dürfte an Jonas Hector liegen. Nach neun Spielen, die der Kapitän verletzungsbedingt verpasst hatte, stieg Hector am Mittwochvormittag wieder mit seinen Teamkollegen in den Mannschaftsbus. Damit scheint sich der ehemalige Nationalspieler nach anderthalb Wochen im Training wieder fit genug für die Bundesliga zu fühlen. Damit dürfte der zentrale Mittelfeldspieler auch wieder in die Startelf zurückkehren. Zwar brachte Gisdol seinen Kapitän in der abgelaufenen Saison schon einmal von der Bank, gerade in einem zuletzt oft hitzigen Derby gegen Leverkusen dürften die Qualitäten des 30-jährigen für den FC jedoch von großem Wert sein. Offen bliebe dabei aber die Frage nach der Position, auf der Hector auflaufen würde.

Im 3-5-2 mit einem Sechser und zwei Achtern wird Ellyes Skhiri wohl weiterhin auf der Sechs bleiben. Zuletzt überzeugten davor Elvis Rexhbecaj und Salih Özcan auf der Doppel-Acht. Nun könnte Hector für Duda ins Team rücken und Rexhbecaj sowie Özcan jeweils eine Position nach vorne schieben. Hector und der Siegtorschütze von Mainz auf der Doppel-Acht, dafür Özcan für Duda als falsche Neun. Das würde zum Offensivdrang des 22-jährigen durchaus passen. Denkbar wäre jedoch auch, dass Gisdol im Zentrum nichts verändert und Hector die linke Seite für Ismail Jakobs übernimmt. Jakobs wiederum könnte als zweite Spitze neben Jan Thielmann fungieren und mit seiner Schnelligkeit offensiv für Gefahr und Aggressivität sorgen. Sollte sich Gisdol gegen Leverkusen jedoch für einen echten Stoßstürmer wie Andersson oder Modeste entscheiden und gleichzeitig seine zuletzt starken Mittelfeldspieler Rexhbecaj und Özcan auf dem Feld lassen wollen, bliebe Hector noch die linke Position in der Dreierkette. Dann müsste wohl Jannes Horn seinen Platz zunächst freimachen. Doch seine Abwehrreihe auseinanderzureißen, nachdem sie gegen Mainz erstmals nach 21 Spielen die Null gehalten hatte, wäre diesen Spielern wohl genauso schwer zu verkaufen wie Rexhbecaj oder Özcan auf die Bank zu setzen.

So könnte der FC spielen: T. Horn – Cestic, Bornauw, J. Horn – Wolf, Skhiri, Jakobs – Rexhbecaj, Hector – Thielmann, Özcan

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