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Spitzenspiel als Lohn für ein neues Zusammenspiel


Der 1. FC Köln in einem echten Spitzenspiel – dieses Vergnügen hat am Samstag die U21 in der Regionalliga bei Rot-Weiß Essen. Der Tabellenführer empfängt den Tabellen-Vierten, und die Geißböcke sehen sich bei RWE alles andere als chancenlos. Die Mannschaft von Trainer Mark Zimmermann ist in bestechender Form. Ein Umstand, der in chaotischen Zeiten rund um das Geißbockheim unterzugehen droht.

Köln – Als Mark Zimmermann vor anderthalb Jahren die zweite Mannschaft des 1. FC Köln übernahm, hatte dies gerade erst den Klassenerhalt geschafft. Einmal mehr in einem Kraftakt, einmal mehr nach einem Trainerwechsel, einmal mehr nach einer abenteuerlich schlechten Hinrunde und einmal mehr mit den verbundenen Zweifeln, ob sich der FC überhaupt noch eine U21 leisten sollte, wenn diese doch kein Bein auf den Boden bekomme und für die Talente alles, nur keine ruhige Plattform zur Weiterentwicklung sei.

Diese Gedanken scheinen lange her. Nun schon im zweiten Jahr unter Zimmermann spielt die U21 oben mit, gehört wie selbstverständlich zum ersten Tabellendrittel der Regionalliga West und reist mit dem Bestreben am Samstag nach Essen, dem Tabellenführer ein Schnippchen schlagen zu wollen. Dabei war den Geißböcken erst am sechsten Spieltag der erste Sieg gelungen. Doch seitdem gab es acht Siege und zwei Unentschieden bei nur zwei Niederlagen. Keine Frage: Der FC gehört zu den aktuell formstärksten Mannschaften der Liga. Und das, obwohl keineswegs reihenweise Profis unten aushelfen. Bis auf Christian Clemens, der inzwischen regelmäßig in der Regionalliga zum Einsatz kommt, sind es nahezu ausschließlich die Jungprofis, die zum Einsatz kommen. Also jene Talente, die ohnehin den Weg über die U21 nehmen sollen, während sie unter der Woche bei den Profis trainieren. Julian Krahl, Robert Voloder, Tim Lemperle und bis vor einer Woche auch Sava Cestic. In der Vorsaison waren es Noah Katterbach und Ismail Jakobs.

Zusammenspiel zwischen U21 und Profis klappt

„Ich bin überzeugt, dass den Jungs wie Iso, Noah oder zuletzt Sava die Spielpraxis in der Regionalliga gut getan hat“, sagte Zimmermann nun auf fc.de. „Das Training mit den Profis ist wichtig, aber junge Talente brauchen Spiele, um sich zu entwickeln. Diese Möglichkeit bieten wir ihnen durch die zweite Mannschaft.“ Weil die Zusammenarbeit mit Ex-U21-Trainer und Profi-Assistenztrainer André Pawlak auf Augenhöhe funktioniert, hat man für die besten Talente eine gute Lösung finden können, um sich zu entwickeln. „André Pawlak kommt selbst aus dem Nachwuchs, kennt sich bestens aus und hat einen guten Blick für junge Spieler“, sagte Zimmermann. „Mit ihm tauschen wir uns regelmäßig aus, machen Videoanalysen oder Einzelschulungen mit unseren Spielern.“

Die Belohnung: Zuletzt rutschten weitere Talente aus der U19 zur U21 hoch, so auch Marvin Obuz und Meiko Sponsel, weil Zimmermann nicht jedes Wochenende zahlreiche Profis unten einsetzen muss, sondern gezielt die besten Talente fördern kann. Dafür sitzt ein Marius Laux zwischenzeitlich mal drei Spiele in Folge auf der Bank, während die nächste Generation ihre Spielzeit bekommt. Auch am Samstag werden wieder mehrere dieser Spieler zum Einsatz kommen, um sich beim Tabellenführer zu messen. Zwar wäre selbst im Falle eines Sieges der Gedanke an ein Aufstiegsrennen für die Jung-Geißböcke wohl vermessen. Doch weil sich hinter Platz fünf bereits eine kleine Lücke in der Tabelle gebildet hat, ist der FC oben dabei – und das wohl auch auf Sicht.

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