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„Co-Trainer für Heldt“: So soll Lukas Berg arbeiten


Wenn der 1. FC Köln am Samstag das Jahr 2021 mit seinem Pflichtspiel gegen den FC Augsburg eröffnet, wird Lukas Berg seine ersten Schritte als neuer „Leiter Administration Lizenzspielerabteilung“ gehen. Welche Aufgaben der 27-jährige dabei tatsächlich übernehmen wird, lässt sich von außen schwer greifen. Geschäftsführer Horst Heldt versuchte Bergs Tätigkeitsbereich zu umschreiben. Doch letztlich wird sich der Nachfolger von Frank Aehlig seine Position im FC selbst erarbeiten müssen.

Köln – Wäre Lukas Berg zum „Assistenten der Geschäftsführung Sport“ befördert worden, wäre klar gewesen: Berg übernimmt alles, was Heldt an ihn delegiert, arbeitet dem Sportchef zu, egal in welchen Bereichen. Was Heldt nicht selbst macht, landet beim 27-jährigen auf dem Schreibtisch. Es ist nicht auszuschließen, dass dies auch für den „Leiter Administration Lizenzspielerabteilung“ gelten wird, doch das wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten herausstellen.

Er muss nicht auf dem Trainingsplatz stehen und mir sagen, wer gut trainiert hat

Lukas Berg wird nun einen Monat lang an der Seite von Frank Aehlig arbeiten, dem aktuellen Leiter der Lizenzspielerabteilung über die Schulter schauen, lernen, Kontakte abgreifen, erste Arbeiten übernehmen und sich an seine Aufgabe gewöhnen, die er dann mit Aehligs Abschied (wohl im Februar) alleine weiterführen wird. Heldt beschreibt den seit fünf Jahren beim FC arbeitenden Absolventen der Sporthochschule Köln als strukturiert, entwicklungsfähig und mit „enormem Fachwissen“, der darüber hinaus „Ahnung vom Fußball“ habe. Damit machte Heldt klar, dass sich Bergs Fachwissen zunächst nicht auf den Fußball, sondern auf eben jene „administrativen“ Tätigkeiten bezieht, die der Aehlig-Nachfolger künftig verantworten wird. Zwar hat Berg über mehrere Jahre beim Bonner SC als Nachwuchstrainer, Scout und schließlich als Chefscout der Regionalliga-Mannschaft fungiert und bringt somit fraglos auch fußballerischen Sachverstand mit. Doch dieser, betonte Heldt, sei nicht ausschlaggebend gewesen für die Beförderung. „Wir müssen uns ergänzen“, sagte Heldt. „Er muss nicht auf dem Trainingsplatz stehen und mir sagen, wer gut trainiert hat. Die Kompetenz haben wir beim FC mit dem Trainerteam und mit mir. Ich brauche jemanden, der mich besser macht und in anderen Bereichen unterstützt, damit der Apparat Fußball funktioniert.“

Diese Bereiche dürften organisatorische Dinge zwischen dem 1. FC Köln und anderen Klubs, der Deutschen Fußball-Liga oder dem Deutschen Fußball-Bund betreffen, vertragliche Fragen bei Transfers sowie die bereits jetzt in Bergs Händen liegende Corona-Hygieneverordnung betreffen. Darüber hinaus betonte Heldt mehrfach, dass Berg die „Digitalisierung Sport“ beim FC vorangetrieben hätte, dem Vernehmen nach die Umstellung von Arbeitsstrukturen im Trainings- und Scouting-Bereich sowie in der Spielerverwaltung. „Natürlich kann er das Netzwerk eines Frank Aehlig nicht haben“, sagte Heldt. „Frank begleitet den Fußball seit 30 Jahren und sein Handy mit all den Kontakten ist Gold wert. Das muss man sich über Jahre aufbauen. Ich mache mir keine Sorgen, dass es nach Franks Abgang nicht funktionieren könnte. Jeder hat mal angefangen.“

Derweil glaubt Cheftrainer Markus Gisdol nicht, dass Bergs Installation etwas im Alltag der Profiabteilung verändern wird – zumindest nicht für Trainerteam und Mannschaft. Es sei keine Veränderung geplant, sagte der 51-jährige und verglich Bergs Rolle mit jener von Frank Kaspari und André Pawlak im Trainerteam. „Die Co-Trainer sind meine ersten Ansprechpartner, und für Horst ist Lukas Berg sein Co-Trainer. Im Tagesgeschäft werden Lukas und ich nicht viel zu tun haben. Lukas wird für Horst der erste Ansprechpartner sein. Und wie bei Frank Aehlig haben wir weiterhin einen Teammanager (Dennis Lapaczinski, d. Red.), der das direkte Bindeglied zu den jeweiligen Bereichen sein soll.“ Deswegen ist auch davon auszugehen, dass Lukas Berg während der Bundesliga-Spiele, anders als Frank Aehlig, nicht auf der Ersatzbank sitzen wird. Doch auch das wird man am Samstag im Heimspiel gegen den FC Augsburg erstmals beobachten können.

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