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Dreier- oder Vierkette? Für Gisdol sind andere Dinge entscheidend


Der 1. FC Köln muss am Samstag gegen Hertha BSC zeigen, dass der spielerische wie kämpferische Offenbarungseid in Freiburg ein Ausrutscher war. Gegen die Berliner fordert Markus Gisdol von seinen Spieler dabei ein anderes Auftreten als im Schwarzwald. Mit welcher Formation er die Geißböcke dabei aufs Feld schicken wird, ist für Gisdol nur zweitrangig. 

Köln – Welche Konsequenzen zieht Markus Gisdol nach der 0:5-Klatsche in Freiburg nun am Samstag gegen Hertha BSC? Rein personell steht der Trainer der gleiche Kader zur Verfügung wie vor einer Woche. Allerdings entschied sich der 51-jährige für eine andere Zusammensetzung als noch vor sieben Tagen. Gegen Freiburg blieben neben den ohnehin nicht mehr berücksichtigten Frederik Sörensen und Robert Voloder auch Dimitris Limnios und Sava Cestic zuhause. Der Innenverteidiger stieg nach dem Abschlusstraining jedoch wieder mit in den Bus, der am Freitagabend noch ins Mannschaftshotel fuhr. Neben Limnios blieb dabei auch überraschend Jorge Meré zuhause, der gegen Freiburg noch in der Startelf gestanden hatte. 

Ob Markus Gisdol mit der misslungenen taktischen Umstellung auf Viererkette und echtem Stoßstürmer nun wieder zur Dreierkette zurückkehren wird, ließ sich der Trainer zuletzt noch offen. Zwar lässt die Nicht-Nominierung von Jorge Meré tendenziell wieder auf eine Viererkette schließen, viel wichtiger als taktische Grundordnungen sind aber Gisdol ohnehin die Einstellung und Leistungsbereitschaft, die seine Mannschaft auf den Platz bringen muss. „In Dortmund haben wir mit Dreierkette gewonnen. In Leipzig haben wir mit einer Viererkette gepunktet. Es ist völlig egal, mit welcher Formation zu spielst, wenn du immer einen Schritt zu spät kommst“, machte Gisdol die herbe Pleite in Freiburg nicht am System fest. „Wir haben uns die Tore ja fast selbst reingelegt. Es geht darum, den Zugriff und die richtige Einstellung zu finden. Es geht nicht um Dreierkette, Viererkette. Es geht um die Gier. Das ist der erste Schritt. Darauf aufbauend wollen wir auch guten Fußball spielen. Ohne richtig gutes Spiel gegen den Ball punktest Du gegen keine Mannschaft.“

Jeder muss sich auf sich selbst besinnen

Mit diesen Worten revidierte Markus Gisdol am Donnerstag seine zunächst unmittelbar nach dem Spiel gewählte Aussage, die Mannschaft hätte gegen Freiburg trotz des Ergebnisses ihr bestes gegeben. Einstellung, Gier und Fleiß gegen den Ball waren gegen Freiburg Tugenden, die man bei den FC-Spielern schmerzlich vermisst hatte. Auch deshalb mussten sich die Spielern sowohl auf als auch neben dem Platz auf eine intensive Woche einstellen. „Jeder muss sich auf sich selbst besinnen und fragen, was er persönlich beitragen kann. Das reinigende Gewitter finde ich nicht negativ, sondern gut, wenn sich Spieler mehr über Spiele und Leistungen unterhalten und klare Worte sagen, wenn ein Spieler denkt, ein anderer Spieler hätte etwas besser machen müssen“, erklärte Markus Gisdol am Donnerstag und gab dabei Einblicke in das Innenleben seiner Mannschaft in den vergangenen Tagen.

Welche Schlüsse der 51-jährige für das Spiel gegen die Hertha aus der vergangenen Woche ziehen konnte, dürfte sich erst rund eine Stunde vor Anpfiff des 16. Spieltages zeigen. Einen Einfluss könnte am Ende freilich auch die gewählte Taktik des Gegners aus Berlin sein, wobei sich Markus Gisdol dabei im Vorfeld nicht sicher war, wie die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia wirklich im RheinEnergieStadion auftreten wird. „Hertha wechselt immer wieder das Anlaufen und den Aufbau. Deswegen ist sehr schwierig zu sagen, was uns beim nächsten Gegner erwartet.“ So wird sich Markus Gisdol am Ende zwar für entweder für eine Dreier- oder Viererkette entscheidend, wichtiger wird dem Trainer jedoch sein, dass seine Mannschaft wieder zu jener Kompaktheit zurückfindet, die vor Weihnachten zu acht Punkten aus vier Spielen geführt hat. „Deswegen müssen wir eine stabile Formation finden, egal was dann der Gegner macht.“

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