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Gisdol selbstkritisch: „Als Trainer bist du der Hauptschuldige“


Der 1. FC Köln steht am Samstag gegen Hertha BSC vor einer wichtigen Partie. Die Spieler müssen wieder gut machen, was in Freiburg schief gelaufen ist. Das Trainerteam muss beweisen, dass es die richtige personelle und taktische Formation findet, um in Müngersdorf endlich wieder einen Sieg zu feiern. Markus Gisdol zeigte sich vor der Partie gegen Berlin selbstkritisch. Horst Heldt wollte von einem „Endspiel“ nichts wissen.

Köln – Markus Gisdol redete am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hertha BSC nicht mehr um den heißen Brei herum. „Dass du als Trainer bei einem 0:5 deiner Mannschaft der Hauptschuldige bist, bringt mein Anspruchsdenken mit“, sagte der 51-jährige. „Ich trage die Verantwortung für das, was die Mannschaft abliefert. Und wenn sich dann die Kritik noch mehr auf mich fokussiert, nehme ich das gerne auf mich, wenn auf der anderen Seite ein Spieler dann etwas weniger Druck verspürt. Ich kann damit gut umgehen und bin selbst der Kritischste. Es war auch von mir in Freiburg nicht die beste Performance.“

Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat

Deutliche Worte des Kölner Cheftrainers, nachdem er aufgrund seiner Einschätzung direkt nach dem 0:5 in Freiburg („Die Spieler haben ihr Bestes gegeben“) scharf kritisiert worden war. Gisdol hatte in den folgenden Tagen zusammen mit Sportchef Horst Heldt das Gespräch mit der Mannschaft und einzelnen Spielern gesucht. Beide sprachen am Donnerstag von „einsichtigen Spielern“ und dem Versprechen des Teams, „dass das, was am Wochenende war, nicht noch mal passiert“. Heldt zeigte sich denn auch „optimistisch, dass jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat“.

Gisdol kritiserte vor allem die fehlende Gier in Freiburg, den nicht vorhandenen Willen der Spieler, gegen den Ball zu arbeiten, die Zweikämpfe anzunehmen, Räume zu schließen und im Kollektiv zu verteidigen. Intern schienen daraufhin deutliche Worte gefallen zu sein. Die Spieler mussten in dieser Woche mehr Zeit am Geißbockheim verbringen. Ob es personelle Konsequenzen geben wird, ließ das sportliche Führungsduo aber offen. „So eine Niederlage kann ein reinigendes Gewitter sein“, hofft Gisdol stattdessen. Die Spieler werden gegen Hertha BSC zeigen müssen, ob sie verstanden haben.

Ein Endspiel bedeutet, dass es danach nicht weitergeht

Trotz Selbstkritik wird aber auch Gisdol am Samstag im Fokus stehen. Der FC-Trainer wird liefern müssen, selbst wenn Horst Heldt seinen Chefcoach am Donnerstag nicht öffentlich unter Druck setzte. Auf die Frage, ob das Duell gegen Hertha ein „Endspiel“ sei, sagte Heldt: „Das kann ich nicht bestätigen. Ein Endspiel bedeutet, dass es danach nicht weitergeht. Aber die Saison endet nicht nach dem Spiel.“ Gisdol wertete dies als klares Bekenntnis zum Trainerteam. Heldt sagte aber auch: „Jedes Spiel ist für uns wichtig. Wir sind nicht in der Lage leichtfertig in ein Spiel zu gehen.“ Natürlich sei eine gewisse Brisanz in diesem Spiel, weil auch die Hertha Probleme habe. „Darauf muss man sich voll und ganz konzentrieren.“ Insofern wird wohl nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die Art und Weise des Kölner Auftritts entscheiden, ob es für Markus Gisdol beim 1. FC Köln nach dem 16. Spieltag weitergehen wird oder nicht. Wie Horst Heldt es ausdrückte, haben die Kölner danach noch 18 Spieltage Zeit die Liga zu halten. Einen weiteren Auftritt wie gegen Freiburg werden sich jedoch weder die Spieler noch das Trainerteam erlauben dürfen.

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