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Nach dem Totalversagen: Gisdol stellt sich vor seine Spieler


Es gibt Trainer in der Bundesliga, die nach einer 0:5-Niederlage ihre Mannschaft öffentlich kritisieren. Es gibt Trainer, die dies nicht tun. Markus Gisdol gehört bekanntlich zur letzteren Fraktion. Der Trainer des 1. FC Köln wollte am Samstag nach der Pleite beim SC Freiburg den Stab nicht über seine Spieler brechen. Er sah seine Mannschaft zwischenzeitlich sogar „ganz gut drin“ im Spiel. Das sahen jedoch selbst die FC-Profis anders.

Köln – Das 0:5 des 1. FC Köln beim SC Freiburg war ein Versagen auf allen Ebenen: kämpferisch und spielerisch auf dem Rasen, aber auch personell und taktisch vom Trainerteam. Diese FC-Mannschaft war am Samstag weder gut eingestellt und vorbereitet, noch war sie während der 90 Minuten bereit an ihre Schmerzgrenze zu gehen. Das bestätigten selbst die Spieler nach dem Debakel von Freiburg. „Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten. Es war auch keine kämpferisch gute Leistung. So gewinnst du kein einziges Spiel“, machte Marius Wolf deutlich.

Die Jungs haben ihr Bestes versucht

Von Trainer Markus Gisdol jedoch gab es am Samstag kein öffentliches Donnerwetter. Auf der Pressekonferenz nach dem 0:5 überraschte der Trainer gar mit der Aussage, dass der FC vor dem 0:3 „ganz gut drin“ gewesen sei, nachdem man in der ersten Hälfte kaum etwas zugelassen und dem Gegner nur die beiden Gegentore geschenkt habe. „Die Jungs haben ihr Bestes versucht, das hat in dem Moment nicht gereicht“, sagte Gisdol. „Für individuelle Fehler werde ich aber niemanden öffentlich kritisieren.“

Fünf Angreifer: null Torschüsse, null Torschussvorlagen

Dass die Spieler mitnichten „ihr Bestes versucht“ hatten, zeigte jedoch alleine schon die Laufleistung von 113,7 Kilometern zu 118,9 Kilometern des SC Freiburg. Vielmehr war es ein Totalausfall der Geißböcke in Freiburg, der sich in Hälfte eins durch individuelle Patzer manifestierte und in Hälfte zwei in einer Selbstaufgabe, bezeichnend in den drei Toren, die das 0:5 perfekt machten. Selbst eine höhere Niederlage wäre möglich gewesen. Freiburg traf kurz vor Schluss noch einmal den Pfosten. Der FC hingegen blieb vor dem gegnerischen Tor harmlos, einzig zwei Schüsse von Marius Wolf sorgen für so etwas wie Gefahr. Ansonsten präsentierten sich die Geißböcke einmal mehr enorm unsicher im Ballbesitz (77 Prozent Passquote) und brachten ihre Angreifer zu keinem Zeitpunkt in Position. Anthony Modeste, Ondrej Duda, Ismail Jakobs, Tolu Arokodare und Jan Thielmann brachten es zusammen (!) auf null Torschüsse und eine einzige Torschussvorlage (Arokodare).

Man muss auch mal eine höhere Niederlage wegstecken

„Heute waren wir dem Gegner nicht gewachsen und er hat verdient mit 5:0 gewonnen“, lautete Gisdols Fazit. Ein „verdienter“ Kantersieg für den Gegner, aber keine Kritik an den Spielern? Der FC-Trainer setzte auf das Prinzip Hoffnung und Lerneffekt. „Eine Mannschaft, die wie wir mit dem Rücken zur Wand steht und sich bewusst ist, dass sie die ganze Saison kämpfen muss, um die Liga zu halten, muss auch mal eine höhere Niederlage wegstecken“, sagte Gisdol. „Das gehört zur Charakterfestigkeit dazu. Wir haben oft genug nach einer Niederlage im nächsten Spiel wieder eine gute Mannschaftsleistung gesehen.“ Nach der Niederlage vor einer Woche gegen Augsburg gelang dies gegen Freiburg nicht. Die nächste Chance hat der FC in einer Woche gegen Hertha BSC. Sollte es dann auch schief gehen, dürfte es für Markus Gisdol auf dem Trainerstuhl des 1. FC Köln wieder sehr ungemütlich werden.

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