,

Tolu und das Gras: Lohnt sich die Leihe noch für den FC?


Horst Heldt dürfte wissen, dass er dem 1. FC Köln im Sommer mit zwei Transfers zumindest kurzfristig nicht geholfen hat: Dimitris Limnios und Tolu Arokodare. Der Grieche schaffte es gegen Freiburg nicht einmal in den Kader. Der Nigerianer ist angesichts der Sturmflaute in der misslichen Lage funktionieren zu müssen, obwohl man es eigentlich noch nicht von ihm erwarten darf. Doch Markus Gisdol macht nun Hoffnung auf den Angreifer.

Köln – Tolu Arokodare war kaum beim FC gelandet, da musste er schon ran. Am Tag vor dem 1. Spieltag von den Geißböcken vorgestellt, wurde er bereits eine Woche später im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld eingewechselt. Auch eine Woche später kam der 1,97 Meter große Funkturm im Derby gegen Borussia Mönchengladbach in der Schlussviertelstunde zum Einsatz, obwohl er noch nicht soweit war. Das gestand Markus Gisdol nun: „Wir sind ihm zu Beginn nicht gerecht geworden, als er sofort einspringen musste.“

Die Verletzung von Sebastian Andersson und das Fehlen von Anthony Modeste hatte es jedoch mit sich gebracht. Seitdem kamen in vier Spielen weitere Kurzeinsätze hinzu, jedoch mehrheitlich der Platz auf der Tribüne. Der 20-jährige macht im Training inzwischen einen besseren Eindruck und bekam am Sonntag im Testspiel der U21 gegen Rot-Weiss Essen wichtige Spielpraxis. Doch Wunderdinge zu erwarten wäre bei allen Sturmsorgen der Geißböcke weiterhin unangebracht. „Er kommt Schritt für Schritt vorwärts, aber er ist ein ganz junger Kerl, das darf man nicht vergessen“, sagte Gisdol. „Er macht die typische Entwicklung eines jungen Spielers durch, der aus einer nicht so guten Liga kommt, wo er alles kurz und klein geschossen hat.“ In Lettlands erster Liga hatte Arokodare in 15 Ligaspielen 16 Tore erzielt – jedoch ohne große Gegenwehr seiner Gegenspieler.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn du dran ziehst

Das ist in Deutschland freilich anders. Doch Gisdol macht Hoffnung. „Er kommt jetzt immer besser in die Situationen, wird immer mehr zu einer guten Alternative“, sagte der FC-Trainer, der sich wohl auch nichts sehnlicher wünscht als eine solche Option im Angriff. „Er muss weiter arbeiten. Er hat enormes Potential. Aber das Gras wächst nicht schneller, wenn du dran ziehst.“ Geduld ist also weiter das oberste Gebot bei dem Nigerianer. Das Problem: Der FC hat ihn nur ein Jahr ausgeliehen. Derzeit scheint es ein Ausbildungsjahr zu werden ohne echten Gegenwert für die Geißböcke. Erst für den Fall, dass Arokodare in der Rückrunde doch noch plötzlich durchstarten sollte, hätte sich der Deal gelohnt.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar