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Zimmermann unzufrieden: U21 holt neuen Stürmer sofort


Die U21 des 1. FC Köln hat am Freitag den für Sommer geplanten Transfer von Noel Futkeu vorgezogen und den 18-jährigen Angreifer sofort verpflichtet. Derweil sind nach drei sehr guten Halbserien einige graue Wolken am bisher blauen Himmel der Mannschaft von Mark Zimmermann aufgezogen. Unter der Woche hatte der FC gegen Bonn die zweite Pleite in 2021 gerade so verhindern können. Trainer Mark Zimmermann sah sich daher zum Klartext gezwungen.

Köln – Die gute Nachricht vorne weg: Noel Futkeu kommt mit sofortiger Wirkung von Rot-Weiss Essen zum 1. FC Köln. Der 18-jährige schließt sich den Geißböcken ein halbes Jahr früher als geplant an, nachdem sein Wechsel von RWE zum FC für Wirbel und Ärger gesorgt hatte. Die Essener hatten Futkeu daraufhin aus der ersten Mannschaft verbannt und zur U19 zurückversetzt. Das hätte für den Angreifer aufgrund der Corona-Beschränkungen im schlimmsten Fall ein halbes Jahr ohne Spielpraxis bedeutet. Der FC einigte sich daraufhin mit den Essenern auf einen sofortigen Transfer und bescherte Mark Zimmermann auf diese Weise per sofort einen neuen Angreifer.

Das kreide ich den Offensivspielern an

Dass diese Unterstützung gerade richtig kommen könnte, hatten die letzten Spiele gezeigt. Gegen den BVB II (0:3) waren die Geißböcke ebenso harmlos geblieben wie gegen den Bonner SC (1:1), gegen den der FC erst in der Nachspielzeit zum glücklichen Ausgleich gekommen war. „Vielleicht haben sie keine Lust, Tore zu schießen“, hatte sich ein angefressener Zimmermann wenige Momente nach dem Abpfiff des Bonn-Spiels in Sarkasmus geflüchtet. Der fahrlässige Umgang mit den eigenen Chancen ist dem Trainer ein Dorn im Auge. „Das kreide ich den Offensivspielern an.“

Bleibt Dietz über die Saison hinaus?

Tatsächlich gibt der Kader derzeit keinen echten Torjäger her. Lucas Musculus ist für diese Rolle nicht vorgesehen, dem potenziellen Kandidaten Olli Schmitt fehlen Spielpraxis und Selbstbewusstsein. Zimmermann konstatiert ernüchtert: „Seit der Verletzung von Florian Dietz fehlt uns die klare Neun.“ Auch Futkeu wird dies als blutjunger Rechtsaußen nicht sein, und der aus Unterhaching ausgeliehene Dietz wird noch monatelang ausfallen, befindet sich aktuell nach seinem Kreuzbandriss in der bayerischen Heimat zur Reha. Immerhin: Es gibt offenbar Bestrebungen, den 22-Jährigen über das aktuelle Leih-Ende im Sommer weiter an den FC zu binden. Sowohl für den Spieler nach der langen Pause als auch für den Verein erscheint dies auch als die beste Option.

In seiner Offensiv-Not reaktivierte Zimmermann gegen Bonn sogar den zuletzt häufig auf der Bank sitzenden Kapitän Marius Laux für das Sturmzentrum. „Wir waren ab und zu gezwungen, lange und hohe Bälle zu spielen. Dafür ist Laux prädestinierter.“ Gut möglich, dass Laux am Samstag (14 Uhr) in Ahlen von Anfang an in der Offensive spielen wird, möglicherweise mit einem vorgerückten Lukas Nottbeck im Rücken. Es wäre jene erfahrene Kombination, diesmal allerdings für die Offensive, nachdem beide im Vorjahr noch lange Zeit die Innenverteidigung der U21 gebildet hatten.

Das bin ich anders gewohnt

Personell bieten sich dem Trainer gegen Ahlen nicht viele Optionen zur Veränderung. Neuzugang Futkeu wird, wenn überhaupt, auf der Bank sitzen. Darüber hinaus sind zwar viele Spieler nach Verletzungen wieder an Bord, jedoch noch keine Option für die Startelf. Das Duell bei den Rot-Weißen dürfte somit ein erneuter Charaktertest für die Kölner werden. „Sie stehen wie Bonn mit dem Rücken zur Wand, werden kratzen, beißen und fighten“, mutmaßt Zimmermann. Seine Schützlinge haben die Möglichkeit, die jüngsten Eindrücke zu revidieren. „Uns geht die Stabilität ab, die wir in der ersten Halbserie zuhause an den Tag gelegt haben. Wir sind nicht sattelfest, auch hinten nicht.“ Das Bonner Tor sei dafür symptomatisch gewesen, habe es doch gezeigt, „dass wir keine klaren Absprachen haben, dass wir uns nicht gegenseitig sichern“.

Auch wenn der Trainer dies nicht offen aussprach, hat sich möglicherweise nach drei starken Halbserien in Folge eine gewisse Zufriedenheit und dadurch Nachlässigkeit im Team breitgemacht. Zimmermann fordert mehr Tempo für das Spiel seiner Mannschaft. „Wir müssen schneller spielen. Die Reaktionszeit der Jungs ist zu lang. Das bin ich anders gewohnt. Da müssen wir ansetzen.“ Ein Auswärtserfolg in Ahlen würde die getrübte Stimmung rund um das Geißbockheim vorerst vertreiben. Gelingt jedoch auch im Münsterland kein Dreier, droht die U21 die bislang so gute Ausgangsposition vorerst zu verspielen und ins Mittelfeld abzurutschen.

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