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FC hofft auf nächste Sensation: „Bereit sein, es anzunehmen“


Der 1. FC Köln konnte in dieser Saison bereits die ein oder andere Spitzenmannschaft ärgern. Aus den Spielen gegen die derzeitige Top sechs der Liga holten die Geißböcke immerhin beachtliche sechs Punkte. Eine Tatsache, die dem FC auch gegen den FC Bayern München am kommenden Samstag Mut macht. 

Köln – Beinahe wäre der Mannschaft von Markus Gisdol im Hinspiel eine Überraschung gegen den Rekordmeister gelungen. Durch einen vermeidbaren Handelfmeter sowie eine Kontersituationen gingen die Münchener damals in Führung, doch der FC agierte mindestens auf Augenhöhe und war nach dem Anschlusstor von Dominick Drexler noch am Ausgleich dran. Anders als in den Spielen gegen Borussia Dortmund, den VfL Wolfsburg, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach wollte dem FC am Ende aber keine Überraschung mehr gelingen.

FC muss wieder über sich hinauswachsen

Einen neuen Versuch dafür starten die Kölner am Samstag in der Allianz-Arena. Nach zwei Niederlagen in Folge wäre ein überraschender Punktgewinn für die Geißböcke Gold wert, wenngleich die Kölner freilich nicht als Favorit zum Weltpokalsieger reisen. Doch gerade in den Spielen, in denen niemand einen Cent auf die Elf von Trainer Markus Gisdol gewettet hätte, lieferten die Kölner in der Vergangenheit ihre vermeintlich besten Saisonleistungen ab. In sieben Spielen holte der FC gegen die Top sechs der aktuellen Tabelle immerhin sechs seiner insgesamt 21 Zähler. Auch in den Partien, in denen die Kölner wie gegen Schalke, Mainz und Bielefeld unbedingt gewinnen mussten, lieferte der FC bisher ab. Gegen die vier Teams, die hinter den Kölnern stehen, holte die Mannschaft in fünf Spielen zehn Punkte. Das heißt aber auch, dass die Punkteausbeute gegen jene Mannschaften zwischen Platz sieben und 13, die der FC zwar nicht zwingen besiegen muss, in denen Punkte aber im Bereich des möglichen wären, bislang mehr als ausbaufähig ist. In diesen zehn Spielen holte der FC schließlich nur fünf Zähler. Auch ein Grund, warum die Geißböcke in der Tabelle aktuell nach wie vor in einer brenzligen Situation stecken.

Doch nun wird der FC erst einmal wieder über sich hinauswachsen müssen, wenn sie nicht mit leeren Händen die Heimreise aus München antreten wollen. Die Bilanz beim Rekordmeister lässt dabei aber wenig Grund zur Hoffnung: In den letzten 13 Partien gelang dem FC lediglich ein Unentschieden – beim 1:1 im Oktober 2016. In München gelangen dem FC in den letzten acht Partien überhaupt nur zwei eigene Treffer. Bei der aktuellen Offensivschwäche ebenfalls nicht unbedingt ein Mutmacher.

Das wäre abenteuerlich

Trotzdem sieht man sich am Geißbockheim nicht zwingend chancenlos. Insbesondere, da die Münchener zuletzt in der Liga geschwächelt haben. Für Markus Gisdol beinahe schon eine Erleichterung: „Bayern hat zuletzt gezeigt, dass sie Menschen sind und keine Maschinen, die Woche für Woche Höchstleistung zeigen“, erklärte der FC-Trainer. Nach dem Unentschieden gegen Arminia Bielefeld und der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt sammelte die Elf von Trainer Hansi Flick unter der Woche mit einem 4:1-Erfolg in der Champions League gegen Lazio Rom aber wieder einiges an Selbstvertrauen.

Eine Orientierung am 3:3 gegen den Mitkonkurrenten Arminia Bielefeld wolle sich der FC dabei auch noch nicht nehmen. „Das wäre abenteuerlich“, sagte Gisdol. „Da lag 20 Zentimeter Schnee auf dem Platz und die Bayern kamen gerade aus Katar zurück.“ Beim FC will man den Gegner vielmehr genau analysieren. Und dann heißt es für die Kölner am Samstag, jede mögliche kleine Schwäche der Münchener zu nutzen: „Wenn Bayern dir etwas gibt, solltest du bereit sein, es anzunehmen.“

23 Kommentare
  1. Gerd1948 sagte:

    Damit wären wir wieder da, wo der Trainer eine Symbiose zwischen nicht chancenlos und mutig her richten müsste. Bisher, Hand aufs Herz hatten wir in Mainz ( Endphase), Dortmund ( Abwehrfehler), Schalke ( nahezu unverdient) und Mönchengladbach ( Abwehrfehler ) eigentlich nur Siege zu verzeichnen, die weniger durch eigene Stärke denn mehr der Schwäche der Gegner geschuldet war. Nimmt man natürlich gerne mit, sollte man aber auch nicht vergessen. Dazu einige , nicht bundesligareife Auftritte, wie in Bielefeld, Freiburg und schwache Auftritte wie in Bremen ,Stuttgart und Frankfurt. Dazu das herschenken aller Punkte in Hoffenheim. Ne ne, wir sind nicht chancenlos, sollten aber zwingend damit anfangen mutiger aufzutreten, als es das auch in etwa 9 der 11 Heimspiele der Fall war. Es wäre ganz nett wenn man sich den Nichtabstieg am Ende auch durch eigenes Zutun verdient hätte und nicht lediglich ermauert hätte. Mir hat auch der Vergleich mit Stöger nichts ausgemacht, weil ich mich nicht erinnern kann damals immer zusammen gezuckt zu sein, wenn der Ball mal durch den Strafraum flippert, weil abgefälscht oder schlecht abgewehrt. Man hatte damals einfach ein besseres Gefühl, „dat et noch immer jot jejange es“. Die Kontinuität des Hamsters geht uns einfach ab seit 11 Monaten.

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    • Katja Reins sagte:

      Hallo Gerd,
      unter Stöger stand man nicht so tief. Man stand auch tief, aber nicht derart vielbeinig im eigenen 16er, so dass jeder schlecht reingehauene Ball zwangsläufig zur Gefahr wurde. Solche Situationen haben wir ja mittlerweile alle 2 Wochen (Frankfurt, Gladbach, Schalke, Hoffenheim..) Alles Tore, die man selbst reingefälscht hat oder dem Gegner vor die Füße abgefälscht wurden, so dass dieser nur noch einschieben brauchte.

      Morgen wird gnadenlos gemauert, weil lieber die minimale Chance auf einen Punkt opfern, dafür die große Gefahr einer Klatschte vermeiden, als Risiko zu gehen und Haue zu kriegen. Weil Gisdol nach Haue stets infrage gestellt wird. Drum mauert er, hofft auf Zufalls-Pünktchen, alles, bloß keine hohe Klatsche, weil das verkürzt seine Zeit beim FC.
      Man könnte auch sagen, dass Gisdol den Klassenerhalt für sein eigenes Wohl gefährdet.

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  2. Martin Duda sagte:

    Guten Morgen liebe Leidensgenossen.
    Nach langer Zeit melde ich mich auch noch einmal zu Wort. Die Diskussionen im Kicktipp sind mir doch zu durcheinander und drehen sich, dank immer gleichen wiederkehrenden Aussagen mancher, im Kreis.

    @ Gerd
    Mit deinem Kommentar geh ich voll mit.
    Für das Spiel gegen die Bayer habe ich irgendwie nicht das Gefühl, daß es möglich wäre, wie gegen Leipzig ein 0-0 zu ermauern (was ich sogar richtig getippt hatte;-)).
    Bin echt mal gespannt, ob die „Medien-, Spieler- und Fanschelte“ gegen den Angsthasenfußball doch seine Wirkung gezeigt hat, und es nur nicht offen zugegeben wird, oder wir uns wieder ein Spiel antuen müssen, welches wir knapp verlieren, und dann zu hören bekommen, daß das gegen die Bayern doch gar nicht so schlecht ist.

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  3. Gerd1948 sagte:

    Früher hätte man ja übereifrig davon gesprochen das Bayern nach dem Sextuple (mal sehen was das Seziermesser dazu sagt :-) ) satt sein könnte. Aber da es ja um die unersättlichen Bayern nun mal geht, spricht man von menscheln. Dennoch missfällt so einem überaus bodenständigen besonnenen Menschen wie Hansi Flick es, wenn eben immer wieder die selben Abwehr Schnitzer gemacht werden. Mit Recht. Das hat immer wieder was mit dem Fokus zu tun an Schwachstellen zu schrauben.

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  4. wiwakoe sagte:

    Mal ehrlich, Punkte holt man sich bei anderen Gegnern. Die Bayern werden alles daran setzen sich die Leipziger vom Hals zu halten,alles andere wäre ein Wunder.
    Ich denke heute bekommen wir eine Klatsche vom Feinsten. Da nutzt es auch nichts alle Spieler in der eigenen Hälfte zu haben. Wir werden sehen.
    Daumen drücken und durch

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