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Pokal-Aus! Tor geklaut – FC verschießt drei Elfmeter


Der 1. FC Köln ist in einem Elfmeter-Krimi beim SSV Jahn Regensburg aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Die Geißböcke verspielten eine frühe 2:0-Führung, verschossen beim Stand von 2:2 in der 78. Minute einen Elfmeter und und verloren schließlich nach einer torlosen Verlängerung nach Fehlschüssen von Jorge Meré und Jannes Horn im Elfmeterschießen beim Zweitligisten. Damit ist der Traum vom Viertelfinale geplatzt.

Regensburg – Vor elf Jahren bestritt der 1. FC Köln sein letztes Viertelfinale im DFB-Pokal. In die Runde der letzten Acht wollten die Geißböcke am Mittwochabend einziehen, und das Achtelfinal-Los gegen den Zweitligisten aus Regensburg schien dafür wie gemacht. Doch die Bedingungen waren erschwert, das Spiel hatte aufgrund des eingeregneten Rasens kurz vor der Absage gestanden. Markus Gisdol überließ nichts dem Zufall und bot seine aktuell wohl beste Elf auf, die Siegerelf vom Sonntag gegen Bielefeld. Würden die Kölner sich den sportlichen Traum vom Viertelfinale erfüllen und der leeren Kasse des Klubs eine Millionen-Einnahme bescheren?

Pfiff des Spiels

Das vermeintliche 3:1 durch den FC wäre womöglich vorentscheidend gewesen: Elvis Rexhbecaj zog in der 39. Minute aus der zweiten Reihe ab, Ondrej Duda stand zu diesem Zeitpunkt nach kurz zuvor ausgeführter Ecke an der Eckfahne im Abseits. Ein Regensburger wehrte den Schuss ab, dieser kam zu Duda zurück. Der Slowake flankte auf Benno Schmitz, und dieser köpfte per Bogenlampe ins lange Eck. Zunächst gab Schiedsrichter Hartmann den Treffer, doch dann schaltete sich der Videoassistent ein – und entschied bei Duda auf Abseits. Erst sah alles nach einer gegensätzlichen Entscheidung zum Dienstagabend-Skandal zwischen Paderborn und Dortmund aus. Dann erklärte die DFB-Schiri-Gilde via Twitter, es habe sich bei der Aktion des Regensburgers „um eine sogenannte Torabwehrreaktion – auch ‚deliberate save’ genannt“, gehandelt. Deshalb Abseits – nun gut, die Abseitsregel versteht man als Nicht-Schiedsrichter schon länger nicht mehr.

Moment des Spiels

In der 78. Minute bekam ein erschreckend schwacher 1. FC Köln die Chance zum Sieg. Rafael Czichos köpfte nach einem Eckball aufs Tor, eine Regensburger Hand blockte den Ball ab – und es gab Elfmeter. Neuzugang Emmanuel Dennis hatte bereits das 2:0 erzielt und übernahm Verantwortung. Er schoss, wie schon Anthony Modeste in Hoffenheim, ins vom Schützen aus gesehen linke Eck. Torhüter Meyer ahnte die Ecke und holte den Ball mit dem ausgestreckten Arm raus. Es sollte nicht der letzte Elfmeter des Abends werden, den Meyer parierte.

Das Elfmeterschießen

Die Entscheidung im Spiel musste vom Punkt fallen. Rafael Czichos eröffnete das Elfmeterschießen und traf sicher, ebenso Salih Özcan. Beide entschieden sich für einen Schuss in die Mitte. Tolu Arokodare verlud SSV-Torhüter Meyer eiskalt. Und als im dritten Versuch Timo Horn einen Regensburger Versuch abwehren konnte, schien der FC auf dem Weg zum Sieg. Doch schon im Gegenzug parierte Meyer gegen Jorge Meré, und weil anschließend Jannes Horn am Tor vorbeischoss, machten die Regensburger alles klar und kegelten die Geißböcke aus dem Pokal.

Fazit

Was wie ein entspannter Fußballabend aus Kölner Sicht begonnen hatte, entwickelte sich zu einem Pokal-Drama der Marke „typisch FC“: Ismail Jakobs und Emmanuel Dennis hatten den FC mit 2:0 in Führung gebracht, doch dann ging alles schief, was schiefgehen konnte. Der FC machte mal wieder haarsträubende Fehler in der Abwehr. Der Videoassistent klaute dem FC ein Tor. Schiedsrichter Hartmann hätte den Regensburger Vrenezi mit Gelb-Rot vom Platz stellen müssen, tat es aber nicht. Und dann war da noch die spielerisch über weite Strecken tief enttäuschende Leistung der Geißböcke. So schieden die FC-Profis völlig unnötig aus dem DFB-Pokal aus, machten die positive Stimmung nach dem Bielefeld-Sieg direkt wieder kaputt und brachten den Klub um eine Millionen-Einnahme.

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