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Tag der Remis: Zwischen Chance und trügerischer Sicherheit


Der 1. FC Köln stieg am Samstagnachmittag am Geißbockheim in den Mannschaftsbus, als der 1. FSV Mainz 05 von einem 0:2 bei Bayer Leverkusen zurückkam und zum 2:2 ausglich. Es war das vierte von insgesamt fünf Unentschieden an diesem Samstag in der Bundesliga, an dem kein einziges Team gewinnen konnte. Für die Geißböcke waren das grundsätzlich beruhigende Nachrichten.

Köln – Nein, nicht Schalke (0:0 bei Union), nicht Mainz (2:2 in Leverkusen), nicht Hertha (1:1 in Stuttgart) und auch nicht die minimal besser als der FC platzierten Werderaner (0:0 gegen Freiburg) und Hoffenheimer (2:2 in Dortmund) konnten gewinnen. Niemand. Leipzig blieb am Freitagabend der einzige Gewinner des Spieltags, und das gegen den nur einen Punkt besser als der 1. FC Köln platzierte FC Augsburg.

Jetzt winkt sogar Rang elf

Nun könnte man meinen, der Effzeh wäre darüber durchaus glücklich und hätte auch allen Grund dazu. Schließlich haben Schalke und Mainz ihre Rückstände auf den FC nur minimal verkürzen können (jetzt zwölf respektive sieben Punkte). Hertha ist weiterhin drei Zähler hinten dran, Bielefeld hat zwar noch ein Nachholspiel gegen Bremen, muss am Montagabend aber beim frisch gebackenen Weltpokalsieger FC Bayern München antreten. Da kann man aus Kölner Sicht schon mal träumen – und erstaunt auf die Tabelle blicken. Denn ein Sieg bei Eintracht Frankfurt würde die Geißböcke mit dann sagenhaften 24 Punkten aus 21 Spielen auf, Achtung, Rang elf spülen. Rang elf. Nachdem die Kölner vor fünf Wochen in Freiburg noch grün und blau geprügelt worden waren und nach 15 Spielen nur elf Zähler auf dem Konto hatten aufweisen können.

Die Lage des 1. FC Köln an Valentinstag 2021 lässt also das Herz so manchen FC-Fans höher schlagen. Die große Liebe scheint auf einem guten Weg zum Klassenerhalt. Doch, Halt! Bei der Eintracht müssen die Geißböcke erst einmal gewinnen, müssen die Kölner überhaupt erst einmal punkten. Bei der Mannschaft der Stunde (sieben Siege in acht Spielen), die zuhause in dieser Saison noch gänzlich unbesiegt ist, die erst zweimal in dieser Saison als Verlierer den Platz verlassen hat, die mit einem Sieg auf Rang drei springen könnte und die die zweitbeste Offensive der Liga aufweist. Keine Frage: Der 1. FC Köln muss bei einem der absoluten Topteams der Liga antreten. Kaum eine Aufgabe ist aktuell undankbarer als in dieser Phase der Saison bei der Mannschaft von Adi Hütter ran zu müssen, und das auch noch mit zahlreichen Ausfällen.

Die Konkurrenz berappelt sich trotz ausbleibender Siege

Doch in der Vorwoche bei Borussia Mönchengladbach hatten das wohl auch einige FC-Fans gedacht und wurden eines Besseren belehrt. Darauf setzen darf man bei den Geißböcken in dieser Saison allerdings nicht. Die einzige Konstanz beim FC ist das Fehlen der selbigen. Und so wird auch die Partie in Frankfurt wieder eine Wundertüte für die Kölner Anhänger. Und das in einer Situation, in der drei Punkte so viel in der Tabelle bedeuten könnten. Denn die vermeintliche Chance mit Blick auf das Tableau ist trügerisch. Schalke schrammte bei Union knapp am Sieg vorbei. Mainz zeigt sich unter Neu-Trainer Bo Svensson wie ein wiedererwecktes Team. Bielefeld hat noch das Nachholspiel in der Hinterhand. Die Hertha macht zwar nur das, was man von einer Mannschaft unter Pal Dardai erwartet. Doch drei Punkte Unterschied sind nichts. Und auch, wenn sich der FC an die anderen Teams herangekämpft hat, muss die Truppe von Markus Gisdol diese Entwicklung in den kommenden Wochen erst noch fortsetzen. Bei Gegnern wie Frankfurt, Stuttgart und Bayern in den kommenden drei Spieltagen keine Selbstverständlichkeit. Insofern waren die ausgebliebenen Siege der Konkurrenz Balsam auf die nervöse Seele der Geißböcke. Doch nichts beruhigt so sehr wie ein eigener Sieg. So unwahrscheinlich er auch erscheinen mag.

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