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Zehn Punkte aus fünf Spielen: Der verkannte Aufschwung


Der Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach hat dem 1. FC Köln einen unerwarteten Aufschwung verliehen. Ein Aufschwung, der nach dem DFB-Pokal in Gefahr geraten war. Doch drei Siege in vier Spielen sowie zehn Punkte aus fünf Spielen sind ein klares Signal für einen anderen Effzeh. Für eine Mannschaft, die die Rückrunde nutzen will, um keinen Zweifel am Klassenerhalt zu lassen. Doch der Weg ist noch weit.

Köln – Montag und Dienstag haben die Spieler des 1. FC Köln frei. Sie sollen nach dem Derbysieg den Kopf frei kriegen, die turbulente letzte Woche verarbeiten und hinter sich lassen. Am Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf das nächste Spiel, das ähnlich schwer werden dürfte wie das Duell gegen den Erzrivalen vom Niederrhein. Eintracht Frankfurt hat sieben der letzten acht Bundesliga-Spiele gewonnen und ist seit neun Partien ungeschlagen – kein anderes Team hat länger nicht verloren. Der FC wird also die Mannschaft der Stunde ärgern müssen, um seine eigene Serie fortzusetzen.

FC die Mannschaft der Stunde im Abstiegskampf

Dabei ist der FC selbst so etwas wie die Mannschaft der Stunde – zumindest im Abstiegskampf. Die Geißböcke haben die Angriffe vom 1. FSV Mainz 05 (zwei Siege in den letzten drei Spielen) abgewehrt, den Vorsprung auf den FC Schalke 04 ausgebaut, Arminia Bielefeld und Hertha BSC überholt und den Anschluss an drei Teams aus dem unteren Mittelfeld hergestellt (Augsburg, Bremen, Hoffenheim). Noch 14 Saisonspiele sind zu bestreiten, und der FC befindet sich endlich inmitten der halben Liga, gegen die es um den Verbleib in der Bundesliga geht. Und das mit Vorteilen gegenüber den Teams, die mindestens vier Punkte hinter den Geißböcken liegen.

Pal Dardai, Wieder-Trainer von Hertha BSC, verkündete zu Wochenbeginn, die Berliner müssten in den verbliebenen Partien „18 bis 20 Punkte“ holen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Für die vier Punkte besser platzierten Kölner würde dies bedeuten: noch 14 bis 16 Punkte, dann wären die Geißböcke vermeintlich durch. Ein Ein-Punkt-Schnitt bis zum Saisonende könnte also reichen. Dafür darf es freilich keine Einbrüche mehr geben wie schon häufiger in den letzten Monaten. Der FC wird ab sofort konstant punkten müssen.

Erste Anzeichen, dass dies gelingen könnte, gibt es bereits: Die Elf von Markus Gisdol spielt sich inzwischen mehr Torchancen heraus, hat sich in diesem Liga-Vergleich vom 16. auf den 14. Platz vorgearbeitet. Die Zweikampfstärke gegen die Borussia (51 zu 39 gewonnene Duelle) macht Hoffnung auf weitere aggressive und konzentrierte Vorstellungen, ebenso die gelaufenen 119 Kilometer nur drei Tage nach dem DFB-Pokal-Spiel über 120 Minuten. Dazu hat sich Gisdol offenbar erst einmal für eine Formation mit Dreierkette defensiv und mit schnellen Angreifern um Neu-Stürmer Emmanuel Dennis entschieden. Hat der FC eine Grundordnung gefunden, in der man sich wohl fühlt? Das hatte in den Vormonaten gefehlt. Genauso wie die Punkte. Behält der FC seinen nun eingeschlagenen Weg bei, kann der Kampf um den Klassenerhalt gelingen.

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