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Mit Mentalcoach zum Klassenerhalt? „Würde es jedem empfehlen“


Ondrej Duda gehört beim 1. FC Köln in dieser Saison zu den Leistungsträgern. Im Sommer als Ersatz für Mark Uth auf der Zehn geholt, musste der 26-jährige bisweilen jedoch häufig als Mittelstürmer aushelfen. Eine Position, auf der Duda seine Stärken nicht immer ausspielen kann. In einer schwierigen Saison hilft dem Slowaken dabei auch ein Mentaltrainer. 

Köln – Nach seiner Länderspielreise kehrt Ondrej Duda Mitte der Woche zum 1. FC Köln zurück. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen wird sich der Mittelfeldspieler dann auf den wichtigen Saisonendspurt im Abstiegskampf der Bundesliga vorbereiten. Dabei hätte der Slowake eigentlich schon zu Wochenbeginn zurück in Köln sein sollen. Da das Robert-Koch-Institut die Reisewarnung für die Slowakei jedoch kurzfristig aufgehoben hatte, bestritt Duda am Dienstagabend doch noch das WM-Qualifikationsspiel gegen Russland, welches sein Team mit 2:1 für sich entscheiden konnte.

Wie wichtig der Mittelfeldspieler für die Geißböcke ist, hat der bisherige Saisonverlauf deutlich gezeigt. Kaum ein anderer Spieler im FC-Trikot verfügt über solch technische Fertigkeiten und den Kreativmoment wie der Duda. Dabei ging seine Karriere in der Vergangenheit nicht immer nur bergauf. Als Duda im Sommer 2016 von Legia Warschau zu Hertha BSC wechselte, musste sich der Mittelfeldspieler zunächst aufgrund von hartnäckiger Patellasehnenprobleme gedulden. Seinen Durchbruch in der Bundesliga feierte der Slowake daher auch erst in der Saison 2018/19, als er in 32 Spielen elf Tore und sechs Vorlagen für die Berliner erzielen konnte. Seither ging es für den 26-jährigen jedoch wieder bergab. Nach nur sieben Spielen in der Hinrunde 2019/20 wurde Duda zu Norwich City in die Premier League verliehen. Dort lief es bis zur Corona-bedingten Saisonunterbrechung auch ordentlich für den Offensivspieler. Doch mit Wiederaufnahme des Spielbetriebes wurde Duda bis zum Saisonende kaum noch berücksichtigt.

Manchmal wird dein Kopf blockiert

Da die Aussichten auf vermehrte Spielzeiten in Berlin unter Bruno Labaddia für den Spieler ebenfalls nur gering ausfielen, folgte im vergangenen Sommer der Wechsel zum 1. FC Köln. Mit Erfolg: Bis auf seine Sperre gegen Bayer 04 Leverkusen stand Duda in allen 25 Spielen in der Startelf der Geißböcke. Vier Tore und fünf Vorlagen sind dabei in einer von Offensivproblemen geprägten Kölner Saison eine ordentliche Bilanz. Könnte Duda seine starken Leistungen wie beispielsweise gegen Borussia Dortmund dauerhaft auf den Platz bringen und sich gleichzeitig noch in seiner Handlungsschnelligkeit verbessern, er wäre wohl insbesondere technisch überqualifiziert für den 1. FC Köln.

Aktuell jedoch muss sich der slowakische Nationalspieler auf den Abstiegskampf mit den Geißböcken fokussieren. „Natürlich bin ich mit unserer Situation nicht glücklich, aber es ist wie es ist“, sagte der feine Techniker jüngst in der Doku 24/7 FC. Um dem Druck im Abstiegskampf stand halten zu können, erklärte der 26-jährige gleichzeitig, viel mit einem Mentalcoach zu arbeiten. „Dass ich etwas für den Kopf mache, mit Mentaltrainern oder Psychologen spreche, ist etwas, was ich jedem empfehlen würde“, sagte Duda. Angefangen habe dies bereits früh in seiner Karriere. Als 20-jähriger verließ der Rechtsfuß seine Heimat und wechselte in die polnische erste Liga zu Legia Warschau. Keine einfache Situation, wie er rückblickend bestätigte: „Ich bin ja selber noch jung, keine Ahnung, ob ich jüngeren Spielern Tipp geben soll. Aber ich weiß noch, als ich noch sehr jung war, da gab es eine Zeit, als ich bei Warschau ziemlich unter Druck stand. Darüber mit jemandem zu sprechen hat mir sehr geholfen. Es müssen nicht immer Probleme sein, es tut einfach gut, sich etwas von der Seele zu reden. Manchmal wird dein Kopf blockiert, weil man sich zu viele Gedanken macht. Es schadet nie, mit jemandem zu sprechen, der dir vielleicht helfen kann.“

60 Prozent entscheiden sich im Kopf

Neben den Gesprächen habe Duda auch das Meditieren vor Spielen als Ventil für sich entdeckt, um den Kopf auszuschalten. Ohnehin mache einen guten Fußballer zu 60 Prozent auch die mentale Widerstandsfähigkeit aus. „Natürlich braucht man Talent und muss wissen, wie man Fußball spielt, aber den Rest bestimmt der Kopf. Dazu gehört dein Charakter und deine Einstellung. Wenn die stimmt und du Talent hast, kannst du es zu etwas bringen.“ Für Ondrej Duda zumindest scheint sich die mentale Arbeit auszuzahlen, denn mit unter anderem 38 Länderspielen, 84 Bundesliga- und 17 Europa League-Spielen kann Duda sicherlich von sich behaupten, es zu etwas gebracht zu haben. Ein Abstieg mit dem 1. FC Köln soll dabei aber im besten Fall nicht in seiner Vita auftauchen.

2 Kommentare
  1. Gerd1948 sagte:

    Gisdol kalkuliert das Risiko ja ein, das positionsgetreu keine Konstanz rein kommt. Ich sehe ihn auch als Leistungsträger, verstehe aber auch wenn hier Leute das anders sehen, auch was die für uns hohe Ablösesumme betrifft. Wenn Andersson zurück kommen kann dann darf ich mir diese Konstanz erhoffen und erwarten. Solche Spieler mit hohen technischen Fähigkeiten und Anlagen sind dann auch nicht aus dem spiel zu nehmen, wenn man weiß in welchen Räumen sie sich bewegen.
    Jemand dem man sich mal gerne öffnet, der auch um die Ängste und Sorgen eines Fußballers weiß, der sollte für jeden zumindest greifbar sein. Der Glaube daran an sich stärkt vllt mental schon.

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