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63 Millionen Umsatz-Verlust: So viel Geld fehlt dem FC wirklich


Der 1. FC Köln hat am Mittwoch die Bilanz der Saison 2019/20 vorgestellt. Die Bundesliga-Saison, die der FC als Aufsteiger bestritten und die mit der Corona-Pandemie geendet hatte, schloss der FC mit einem Verlust von 23,8 Millionen Euro ab. Auch ohne den Umsatzeinbruch durch die fehlenden Zuschauer im Saisonendspurt hätte der Verlust bei über 15 Mio. Euro gelegen. Geschäftsführer Alexander Wehrle erklärte am Mittwoch, die Corona-Pandemie habe den FC bislang rund 63 Mio. Euro Umsatz gekostet.

Köln – Lange haben Fans und Mitglieder des 1. FC Köln auf die Bilanz der Saison 2019/20 warten müssen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der immer wieder verschobenen Mitgliederversammlung zögerte der FC die Veröffentlichung der Bilanz der vergangenen Bundesliga-Saison hinaus. Nun aber machte der FC reinen Tisch und legte die Zahlen der Bundesliga-Saison vor, die nun schon neun Monate zurückliegt. Eine Bilanz, die längst nicht nur aufgrund des Ausbruchs der Pandemie tiefrot ausfällt.

FC nahm im Frühjahr 2020 zwei Kredite auf

Der FC bestätigte, dass die Geißböcke bereits mit einer Verlustplanung von 13,7 Mio. Euro in die Saison 2019/20 gegangen wären, auch aufgrund der späten Verpflichtungen von Sebastiaan Bornauw und Ellyes Skhiri, die laut Wehrle zusammen zwölf Mio. Euro gekostet hatten. Weil im weiteren Verlauf die Trennung von Achim Beierlorzer und Armin Veh sowie die Winter-Transfers von Mark Uth, Elvis Rexhbecaj und Toni Leistner hinzukommen mussten, um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen, erhöhte sich der Fehlbetrag bereits vor der Corona-Pandemie auf knapp über 15 Mio. Euro. Anschließend kostete die pandemische Entwicklung mit leeren Stadien einen zusätzlichen Umsatzrückgang von insgesamt 13,3 Mio. Euro, weshalb am Ende der Saison zum 30. Juni 2020 ein Verlust nach Steuern von 23,8 Mio. Euro zu Buche stand.

Dieser Verlust wurde mit zwei Krediten aufgefangen, die die Geißböcke aufnehmen mussten. Ein kurzfristiger Kredit von neun Millionen Euro sicherte die Zahlungsfähigkeit des Klubs bis zum Saisonende 19/20 ab. Ein zweiter Kredit in Höhe von fünf Millionen Euro wurde aufgenommen, als nicht klar war, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden könnte und ob in diesem Zuge die letzte Charge der TV-Gelder von der Deutschen Fußball Liga ausbezahlt werden würde. Ersterer Kredit wurde laut FC-Angaben bereits zum 30.06.2020 wieder fällig. Der zweite Kredit über fünf Mio. Euro läuft bis zum 30.06.2023 und ist Teil einer breiter angelegten Finanzierungsstrategie, um ligaunabhängig die nächsten Spielzeiten finanzieren zu können. Bereits am Dienstagabend hatte der GEISSBLOG.KOELN von Kölner Geldgebern berichtet, die in Form von Genussscheinen (Mezzanine-Kapital) dem FC in den nächsten Jahren Millionen-Beträge zur Verfügung stellen werden.

Wirtschaftliche Substanz des Klubs deutlich angegriffen

„Auch wenn wir zur Zielerreichung des Klassenerhalts und der damit verbundenen Investitionen in den Lizenzkader bewusst mit einem einkalkulierten Verlust in die Saison gegangen sind, hat die im März 2020 begonnene Pandemie und die damit verbundenen Heimspiele ohne Zuschauer die wirtschaftliche Substanz des Klubs deutlich angegriffen“, sagte Wehrle im Rahmen des Bilanzpressegesprächs am Mittwoch. „Die vergangenen wirtschaftlich sehr erfolgreichen Jahre mit dem Aufbau von Eigenkapital in Höhe von 38 Millionen Euro haben dafür gesorgt, dass der 1. FC Köln zum 30. Juni 2020 trotz der Pandemie nach wie vor über ein sehr stabiles Eigenkapital in Höhe von rund 15 Millionen Euro verfügt.“

Dieses wird jedoch am Ende des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 aufgezehrt und negativ sein. Wehrle bestätigte, dass dem FC in dieser Saison Corona-bedingt ca. 50 Millionen Euro Umsatz fehlen. Zusammen mit den 13,3 Mio. Euro Umsatzeinbußen aus der Vorsaison kostet die Pandemie die Geißböcke also bislang über 63 Mio. Euro. Der Jahresumsatz, der in der Saison 2019/20 ohne die Pandemie bei rund 136 Mio. Euro gelegen hätte und tatsächlich auf 122,5 Mio. Euro sank, wird in der laufenden Saison auf unter 100 Mio. Euro fallen und damit deutlich unter das Niveau einer Zweitliga-Saison der Geißböcke.

Alle wichtigen Zahlen im Überblick (in Mio.)

KENNZAHLEN2019/202018/192017/18
LigaBundesligaZweite LigaBundesliga
Jahresumsatz122,5114,6171,8
Ergebnis vor Steuern-24,82,427,4
Ergebnis nach Steuern-23,81,117,3
Op. Ergebnis (EBITDA)0,622,448,6
Eigenkapital14,838,637,5
Fremdkapital26,414,217,2
Transfereinnahmen2,420,328,6
Transferausgaben20,018,343,3

18 Kommentare
  1. maradonna sagte:

    Ja, dem FC fehlt Geld,
    aber was hat der FC mit dem Geld in der Vergangenheit gemacht: Er hat es verbraten!

    Also, sollte man die Gelegenheit nutzen mal mit weniger mehr zu machen!
    Ich denke Horst Heldt ist der Richtige um langfristig etwas aufzubauen. Armin Veh hat ihm kein bestelltes Feld überlassen im Gegenteil, er hat zusätzlich Probleme geschaffen, das Geld was Veh in Koziello und Co. gesteckt hat, könnte Heldt gut gebrauchen.

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  2. kalla lux sagte:

    Ich wollte einmal die ganzen „2 Liga überleben wir nicht“ , da kann man nicht neu Anfangen.
    Dann sind wir ganz Pleite…usw…usf… Bangemacher bitten , sich einfach mal oben die Tabelle anzusehen.
    Natürlich waren auch Einnahmen von Verkäufen dabei. Und natürlich war da kein Corona.
    Aber gehen würde das schon. Natürlich nicht wen man weiterhin auf einen M.Uth setzen würde…usw..
    Den die Peanuts, die er und andere Held Kandidaten selbst in Liga 2 verdienen möchten, da kann man nicht neue Anfangen. Mal davon abgesehen das er kein Spieler wäre für einen Neuanfang!

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