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„Von guter Phase aus Herbst weit entfernt“: Die Kurve der U21 zeigt nach unten


Die Kurve zeigt mittlerweile doch klar nach unten: Die U21 des 1. FC Köln kommt im Jahr 2021 nicht richtig in Tritt. Von den mittlerweile auch schon wieder neun Partien seit der kurzen Winterpause über den Jahreswechsel verlor das Team von Trainer Mark Zimmermann fünf, hinzu kommt ein glückliches Remis in der Schlusssekunde gegen Bonn. Der breite Kader scheint mittlerweile auch ein Teil des Problems zu sein.

Köln – Kurz vor Weihnachten sah die U21-Welt beim 1. FC Köln noch rosig aus wie bereits ein Jahr zuvor: Die FC-Reserve beendete das Corona-Jahr 2020 als Tabellensiebter der Regionalliga, mit dem Nachholspiel gegen Bonn in der Hinterhand war der Sprung in die Top 5 greifbar nah. Aufgrund zahlreicher Verletzungen stellte sich die Startelf im Herbst des vergangenen Jahres zumeist von allein auf, dem Coach blieben nur minimale Möglichkeiten für Rotation und taktische Experimente.

Große Rotation von Spiel zu Spiel

Diese Vorzeichen haben sich mittlerweile deutlich geändert. Bis auf den langzeitverletzten Florian Dietz (Kreuzbandriss) steht Zimmermann der gesamte Kader zur Verfügung: Bei 26 Feldspielern und vier Torhütern herrscht mittlerweile ein reger Betrieb auf dem Trainingsplatz. In dieser Woche stößt mit dem Winter-Neuzugang Noel Futkeu ein weiterer Spieler hinzu, der nach behutsamem Aufbautraining nun voll in die Einheiten mit der gesamten Mannschaft integriert werden soll.

Die Vielzahl an fitten Akteuren sorgt entsprechend für eine große Rotation von Spiel zu Spiel, gerade in einer englischen Woche wie der zurückliegenden. Zugleich ist Zimmermann auch als Moderator gefragt, schafft es doch stets eine beachtliche Zahl an Spielern gar nicht in den Kader. „Du hast mehr unzufriedene Spieler“, konstatiert der Coach denn auch, betont aber auch: „Wir sind eine Ausbildungsmannschaft, das wissen auch die Spieler.“ Durch die mitunter starke Rotation, daraus macht der Coach keinen Hehl, gingen „Rhythmus und Eingespieltheit verloren“.

Einige Spieler nicht in der Verfassung

Als Zwischenbilanz nach nunmehr neun Partien im Jahr 2021 fasst der Fußballlehrer zusammen: „Wir sind momentan sehr weit entfernt von unserer sehr guten Phase im Herbst.“ Das liege neben den rotationsbedingten Reibungsverlusten auch an einem anderen Faktor: „Einige Spieler sind nicht in der Verfassung, die sie schon gezeigt haben.“

Der wunde Punkt im Kölner Spiel ist aktuell die Defensive. Bis zur Winterpause lag der Schnitt an Gegentoren bei exakt 1,0 pro Partie (19 Gegentore in 19 Spielen). Im Jahr 2021 schlug es bereits 18 Mal in neun Spielen im Tor von Julian Krahl ein, die Gegentor-Quote hat sich damit auf exakt 2,0 verdoppelt. Dies am Schlussmann fest zu machen, wäre nicht fair. Bemerkenswert ist es jedoch schon, dass der insbesondere in der Hinrunde teils überragend parierende Krahl in der Rückrunde in Ahlen und Oberhausen bei den Gegentoren mehrfach keine glückliche Figur machte.

In erster Linie sind es jedoch teils eklatante individuelle Patzer von Krahls stets wechselnden Vorderleuten, die den Gegner zu Toren einladen. Zimmermann steht hier vor einem nicht lösbaren Zwiespalt. Eine eingespielte Mannschaft, wie über weite Teile der Hinrunde, würde hier für mehr Sicherheit und Routine sorgen, doch würde dies dem Ausbildungscharakter der U21 nicht gerecht, wenn fast ein Drittel der Spieler nicht mehr zum Einsatz käme. Und so muss der Coach aus der aktuellen Situation noch das beste machen. Im Sommer deutet sich ein größerer Schnitt in der Mannschaft an. Den Kern sollen dann die aufrückenden Talente aus der eigenen U19 bilden.

Kaderplanung in vollem Gange

Die Kaderplanung für die kommende Spielzeit ist bereits – anders als in den vergangenen Jahren – in vollem Gange. Mit Thomas Kraus (kommt von Mönchengladbachs U23) und Hendrik Mittelstädt (von SC Paderborn II) hat der FC zwei Stürmer verpflichtet und damit auf die zweite große Schwachstelle im Kölner Team reagiert. Vor dem gegnerischen Tor präsentiert sich die U21 viel zu harmlos.

Es wird also spannend zu beobachten, welche Entwicklung die U21 in der kommenden Saison nehmen wird. Bis dahin ist Mark Zimmermann, der kürzlich seinen Vertrag bis 2023 verlängerte, insbesondere als Moderator gefragt. Immerhin: Mit 41 Punkten wird das Team nicht mehr in Gefahr geraten und kann ohne Druck die verbleibenden immer noch zwölf Partien angehen. Dass die intern angepeilten 60 Punkte aber tatsächlich erreicht werden, ist nach den jüngsten Auftritten eher anzuzweifeln.

1 Antwort
  1. Gerd1948 says:

    Also sehr von außen betrachtet basierte die gute Vorrunde in der Tat von einer besseren defensiven Stabilität. Das die Ergebnisse jetzt nur noch selten stimmen potenziert sich aus vielen oben genannten Faktoren. Weiter stelle ich mir das mega schwer vor, was Zimmermann da jede Woche zu moderieren hat, selbst wenn die Spieler wissen, worum es vornehmlich geht.

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