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Bekommt Gisdol noch das Alles-oder-nichts-Spiel?


„Gladiolen oder Tod!“ Louis van Gaal umschrieb beim FC Bayern den Charakter eines entscheidendes Spieles einst blumig. „Do or die“ ist die englische Variante. Der Kölsche sagt da schon eher: Et kütt wie et kütt. Allerdings: Sollte der 1. FC Köln dieses besagte Alles-oder-nichts-Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am kommenden Sonntag verlieren, würde es für Markus Gisdol wohl sicher heißen: Wat fott es, es fott. Die Frage lautet nun aber: Ist Gisdol schon früher fott?

Köln – „Das ist ein Thema, über das ich mir wirklich keine Gedanken mache“, sagte Markus Gisdol am Samstag nach dem 0:1 (0:0) des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg. Seine Mannschaft hatte eine starke erste Hälfte gespielt, um dann in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zusammenzubringen. Am Ende stand eine weitere ärgerliche Niederlage, die man sich durch ein weiteres einfaches Gegentor und weitere vergebene Torchancen mehrheitlich selbst eingebrockt hatte. Immer wieder dieselbe Leier also, auch am Samstag.

Wir haben alles in unserer Hand

Seit sieben Spielen hat Gisdol mit dem FC nun schon wieder nicht gewonnen, zwei Punkte geholt, ist auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht. Weil am Samstag jedoch parallel der 1. FSV Mainz 05 gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 1:1 hinaus kam, ist zwar die Arminia jetzt punktgleich mit dem FC, die Rheinhessen jedoch nicht auf vier Punkte davon gezogen. Zwei Zähler liegen die 05er jetzt vor den Geißböcken. „Wir haben alles in unserer Hand“, sagte Gisdol deswegen auch am Samstag. „Wenn wir die Leistungen aus den letzten zwei Spielen halten können, und das ist unsere Aufgabe, wird es für uns schnell möglich sein zu punkten.“

Gisdol geht davon aus, dass er auch am Sonntag in einer Woche um 18 Uhr im RheinEnergieStadion an der Seitenlinie stehen wird. Nur wenig hört man aus dem Geißbockheim, das ein anderes Szenario vermuten lassen könnte. Am Sonntag wird sich Horst Heldt zur Situation der Geißböcke äußern, jedoch gilt dieser Termin als sicheres Indiz dafür, dass Gisdol Trainer bleiben wird. Ähnlich sah es am Samstag auch Sky-Experte Dietmar Hamann. „Hätten die Kölner die ersten 25 Spiele so gespielt hätten, wie sie die letzten zwei gespielt haben, würden sie heute woanders stehen“, sagte der ehemalige Nationalspieler. „Köln hat Dortmund fast geschlagen und war gegen Wolfsburg in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft. Deswegen sagt mir mein Gefühl: Nächste Woche hat Gisdol sein Endspiel gegen Mainz.“

Rutscht der FC vor dem Mainz-Spiel auf Platz 17?

Klar ist aber auch: Bekommt Gisdol das Spiel am Sonntag gegen Mainz, gilt nur ein Sieg. Denn anschließend geht es wieder gegen zwei Top-Klubs (Leverkusen und Leipzig). Ein Dreier gegen den FSV ist Pflicht, darauf haben auch die Verantwortlichen in den letzten Wochen immer wieder gesetzt. Es ging darum, die Rettung in der eigenen Hand zu haben, wie Gisdol nun selbst betonte. Eine Niederlage gegen Mainz, und die 05er wären fünf Punkte weg.

Noch schwerer könnte die Ausgangslage aber werden, da bereits am Freitagabend Arminia Bielefeld den SC Freiburg empfängt und bereits mit einem Unentschieden die Geißböcke zumindest vorübergehend auf den direkten Abstiegsplatz verdrängen könnte. Zudem hat Hertha BSC am Sonntag im Stadtduell gegen Union Berlin sowie in einer Woche am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach die Möglichkeit den Vorsprung auf den 1. FC Köln auszubauen. Dem FC wird nach dem 0:1 in Wolfsburg also nichts anderes übrig bleiben, als gegen Mainz voll auf Sieg zu spielen. Das weiß Gisdol, das weiß Heldt. Tod oder Gladiolen eben – oder auch: Et hätt noch immer jot jejange.

33 Kommentare
  1. Immerfc says:

    Warum weiter warten ? Ein jeder weiss doch dass nach der Saison Schluss für gisdol ist. Die Kader von Mainz, Freiburg, Bremen,Union, Augsburg sind doch qualitativ nicht besser besetzt als der unsere. Ich behaupte mal die Mannschaften stehen da wo sie stehen weil sie in den meisten Spielen näher an ihre leistungsgrenze rankommen . Bremen augsburg spielen in 60% ihrer Spiele an der leistungsgrenze, Freiburg und Union bei 90% und wir so kommt es mir vor höchstens bei 20% der Spiele… das ist Sache des Trainers die Jungs da hinzubekommen… was sollte sich ändern in der Woche vor Mainz? Ich wiederhole nochmal die letzten jetzt 38 Spiele waren meist echt schlecht sonst wäre der punkteschnitt nicht so dermaßen unterirdisch. Es ist kein System zu erkennen. In den wenigsten spielen die Leidenschaft zu sehen die es braucht um Spiele zu gewinnen, Ausnahmen im Dortmund spiel, bei Gladbach und dann wird es schon schwer sich an mehr Spiele zu erinnern…

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  2. Kurti says:

    Das geht doch meistens in die Hose, wenn man Spiel unbedingt gewinnen muß.
    Auch wenn Gisdol in den „Endspielen“ immer wieder den Hals aus der Schlinge zog.
    Die Überraschungen gelangen aber fast nur gegen Mannschaften die wesentlich besser und spielstärker sind, wie Gladbach, Dortmund usw.
    Für das gut gespielt und so bekommst du keine Punkte.

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  3. Stephan says:

    Trainer raus bevor es zu spät ist. Noch sind Punkte drin. Gestern die Niederlage geht alleine auf Gisdol. Falsch aufgestellt, falsch gewechselt,zu spät gewechselt. Wir hätten zumindest 1 Punkt holen können. Leider meint Gisdol er müsste in den letzten 10min erst ein Stürmer einwechseln. Bitte stellt ihn frei. Bitte.

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  4. Hennes48 says:

    Mittlerweile gehen auch die Artikel in der Presse den gleichen Weg mit. Immer noch ein Spiel…immer noch ein do or die…usw. Es gab schon Wochen,da war es nicht nur den Mitgliedern und Fans des FC klar,dass der Trainer aufgrund einer mittlerweile 13 monatigen katastrophalen Bilanz selbstverständlich abgelöst werden muss!!! Kein einziges gutes Spiel über 90 Minuten …immer nur kurze Phasen! Das reicht jetzt schon für eine gnädige Bewertung??? Taktik,Aufstellung und Wechsel sind entweder nicht erkennbar oder überhaupt nicht nachvollziehbar! Also ich verstehe es einfach nicht mehr…

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  5. Paul Paul says:

    Wen interessiert, wie die erste Halbzeit war? Entscheidend ist die Loser-Mentalität, und die zieht sich bei Markus Gisdol seit Corona durch wie ein roter Faden. Wenn die Mannschaft mental stärker wäre, dann hätte sie Dortmund besiegt und gegen Wolfsburg ein Unentschieden geholt. Gisdol hat praktisch nie den Sieg eingewechselt, und auch gestern waren die Einwechslungen außer Kainz vollkommen wirkungslos. Markus Gisdol hätte sich auch weigern sollen, Terodde nach Hamburg abzugeben. Dieser fatale Fehler von Heldt wird uns am Ende das Genick brechen, sollte Bielefeld weiter fleißig Punkte gegen den Abstieg sammeln. Dort war man Manns genug, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, während der FC sich an diese unsinnige Kohfeld-Analogie klammert.

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  6. Geisbock Renner says:

    Die Gründe für den Niedergang des FC liegen selbstverständlich weiter zurück.
    Mit Stögers Entlassung fing es an. Mit all der Kohle die man hatte, wurde schlecht eingekauft. Anstatt punktuell einzukaufen wurde nur Mittelmaß verpflichtet. Konsequenz, der Abstieg. Neuer Trainer. Neue Philosophie. Wieder nur Ramsch gekauft. Usw, usw.
    Jetzt stehen wir wieder vor dem Abgrund.
    Ich danke Herrn Gisdol und Herrn Heldt für Ihre unermüdliche Arbeit den FC an die Wand zu fahren.
    Auch Herrn Wehrle danke ich ausdrücklich für die Vernichtung des Vereinskapital.

    Bravo Jungs, ganz großes Kino.

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  7. andi says:

    Wenn ich höre wie ein „Experte“ bei Sky die Leistung gg. Einen in der ersten Halbzeit sich im Länderspielpause Modus befindenden Gegner bewertet, wundert mich nichts mehr. Da werden fatale Unzulänglichkeiten noch als gut bewertet. Hiermit meine ich das Spiel ohne MS und auch die Auswechslungen (Spielerart und Zeitpunkt). Willkommen im Club der Fussball Experten beim FC Herr Hamann

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  8. Horst says:

    Sollten wir wirklich absteigen, so wird der Abstieg als einer der unnötigsten in die Geschichte eingehen. Warum hat das mit dem Fußballspielen nicht schon früher geklappt? Macht das jetzt Sinn, kurz vor Ende noch den Trainer zu wechseln? Die Saison wurde sowas von unnötig verkorkst.

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  9. kalla lux says:

    Eine wirklich seltsame Situation.
    Da sieht man eine ansprechende erste Halbzeit, denkt so spielt kein Absteiger, die folgen dem Trainer
    usw…..
    Und dann kommt eine inzwischen normale Angstvorstellung nach der Pause.
    Nichts geht mehr, 0 Torschüsse, den Gegner mit Anti Fussball wieder aufzubauen, kann doch nicht die
    Vorgabe sein. Man hatte doch gesehen das etwas geht, warum dann keinen Stürmer rein?
    Warum wieder das zurückziehen und mauern?
    Warum wieder diese Sinnlos Wechsel, ohne Plan?
    Wer soll den die 2 neuen Stürmer bedienen, wen ich den spielstärksten Mann rausnehme?
    Mir ist ja klar das der Verein es mit Konstanz und „spürbar anders“ zu versuchen.
    Aber diese Tragödie zieht sich seit über einem Jahr, fast ohne Unterbrechung.
    Das schlimme ist aber, eigentlich ist es jetzt zu spät. Ein neuer müsste erstmal die Mannschaft kennen lernen. Muss sie auf sein System einstellen. Muss denunzierte Spieler wieder aufbauen.
    Und das ganze dann in 7, eventuell 6 Spielen nach Mainz?
    Glaubt wirklich jemand das der neue Besen Effekt in dieser kurzen Zeit Wirkung zeigen würde?
    Ich persönlich glaube nicht mehr daran, weder mit noch ohne Gisdol.
    Der Zug scheint abgefahren.
    Ich habe heute das Gerücht von T.Fink gehört. Wen man einen solchen Mann holt plant man aber nicht nur für den Rest sondern für länger. Und dafür ist es ja nach Marc Frage an Hotte noch viel zu früh!
    Oder meiner Meinung nach schon zu spät!
    Meine persönliche Meinung!
    Allen ein schönes geruhsames Osterfest!

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    • andi says:

      Sorry aber die erste Halbzeit wurde nur durch einen in der 1. HZ Schwachen Gegner möglich. Wenn die Leistung gut gewesen wäre müsste eine Führung die logische Folge sein. Aber man hat ja gesehen wie die 2. HZ gelaufen ist. VW kam im Spiel an und der FC werkelte wieder nur am Verhindern rum. Ohne Erfolg. Aber in best. Zeiten muss man sich halt an allem hochziehen was ein Trainer so bietet. Und ein Endspiel ist nun mal immer das letzte Spiel, nur hier hat man das noch nicht verstanden. Schöne Feiertage wünsche ich

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      • kalla lux says:

        Natürlich hat VW in Halbzeit eins nicht seine gewohnte Leistung gebracht.
        Aber selbst ich als Gisdol Kritiker, sehe es dann immer so:
        Man spielt immer so stark wie der Gegner es zuläßt!
        Und genau nach diesem Moto ging es dann 2 HZ bergab.
        Die Führung als logische Folgerung, wäre dann logisch, wen du auf Spieler auf dem Platz hättest die dann auch mal aus 5-7 Meter treffen.
        Und nicht ein gelernter Mittelfeldspieler, der macht die zwar auch mal rein. Aber beim gelernten ist die Wahrscheinlichkeit extrem höher.

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  10. Norbert Neuheisel says:

    Der FC fängt jetzt erst an – 8 Spieltage vor Saisonschluss – eine Leistung zu zeigen, die annähernd nach Fußball aussieht. Andererseits reicht das nicht, weil das Spiel nicht ergebnisorientiert ist, sprich Konterchancen nicht konsequent genutzt und keine richtigen Stürmer von Anbeginn eingesetzt werden.

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  11. Flo says:

    Gisdol kommt ins Restaurant und sagt: „Bringen Sie mir eine Suppe, aber nicht zu heiß und nicht zu kalt, sondern genau in der Mitte!“

    Als der Ober mit der Suppe zurückkommt, verlangt Gisdol„Bringen Sie mir ein Schnitzel, aber nicht zu dick und nicht zu dünn, sondern genau in der Mitte!“

    Sagt der Ober: „Wissen sie was? Sie können mich mal am lecken, aber nicht zu weit links und nicht zu weit rechts, sondern genau in der Mitte!“

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  12. Gerd1948 says:

    Gisdol wird sein (End)Spiel bekommen, seine letzte Patrone. Es ist aber eben auch der Ergebnissport. Hätte der FC 3 Punkte mehr aus den beiden Spielen geholt würden die Lettern ganz anders aussehen. Die 9 Punkte oder 10, die man holen muss sind doch nach wie vor möglich. Aber Mainz zählt dabei als das 6 Punkte Spiel. Für Platz 15 muss man Mainz nach meiner Meinung schlagen, da gibts erst mal nichts anderes, weil man nach dem Mainz Spiel die Brocken noch mal hat. Da gilts Tuchfühlung im Voraus zu halten. Nach der Saison muss dann alles auf den Tisch. Wie liefen die Spiele mit kompletter Mannschaft? Was bleibt hängen von der Saison? Traut man den potentiellen Kandidaten mehr und schneller eine Entwicklung zu? Machte Gisdol im Nachhinein Spieler wie Katterbach, Jakobs, Ehizibue, Thielmann besser? Ich denke bei der Frage kann es vornehmlich erst mal nur um jüngere Spieler gehen und erst danach um gestandene Spieler wie Horn und Hector. Horn hat sich stabilisiert, man sieht das Hector „besser“ wird. Trotzdem MUSS die Mannschaft funktionieren, die Konstanz muss her. Klar, man kann sagen Dortmund ließ den FC 60 Minuten und Wolfsburg 45 Minuten. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Weiß man das vorher, dass man Wolfsburg ziemlich gut im Griff hat, das man zu 8 Torabschlüssen kommt? Nein, denn dann hätte Andersson helfen können. Man musste im Gegensatz davon ausgehen, dass Andersson, Dennis oder wer immer nur anläuft oder hinterher läuft. Ich weiß nicht warum der FC den Mut in der Kabine liegt, aber ich wechsele in der Halbzeit nicht ein wenn es so läuft, schon gar nicht einen Stürmer. Denn das es gut lief hat immer mit dem ganzen Verbund zu tun mit allen Mannschaftsteilen. Ich glaube das man dem Trainer in den letzten beiden Spielen nichts, aber auch gar nichts ankreiden kann, deswegen sollte er auch die Chance jetzt auf Mainz noch bekommen. Wir wissen, dass das ein ganz anderes Spiel wird, aber es wird auf die Einstellung mehr ankommen. Die war über sehr weite Strecken zu erkennen. Frohes Fest

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