Dejan Ljubicic soll in der kommenden Saison das Mittelfeld des 1. FC Köln verstärken. (Foto: imago images/ GEPA pictures)

Erster Sommer-Neuzugang: Wie soll Ljubicic dem FC helfen?

Der 1. FC Köln hat am Montag seinen ersten Neuzugang für die kommende Saison vorgestellt. Dejan Ljubicic kommt von Rapid Wien ans Geißbockheim und hat einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Doch wie plant der FC den defensiven Mittelfeldspieler ein und welche Stärken bringt der 23-jährige mit? 

Köln – Knapp vier Wochen vor Ende der Saison steht der 1. FC Köln vor einer ungewissen Zukunft. Weder können sich die Geißböcke ihrer Ligazugehörigkeit sicher sein, noch ist aktuell klar, welcher Trainer in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie stehen wird. Für Dejan Ljubicic scheinen diese Unwägbarkeiten jedoch sekundär zu sein. Der defensive Mittelfeldspieler hat beim FC einen Vierjahresvertrag unterschrieben und würde mit den Kölnern auch noch einmal den Umweg über die Zweite Liga gehen.

Umbruch im defensiven Mittelfeld als Chance für Ljubicic

Das ist insofern überraschend, als dass der 23-jährige Kapitän von Rapid Wien bereits mit Vereinen wie Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht wurde. Auch Werder Bremen und den FC Schalke 04 sollen die Kölner ausgestochen haben. Letztlich war für den Mittelfeldspieler wohl die persönliche Perspektive entscheidend. Bei den Geißböcken soll Ljubicic schnell in eine tragende Rolle hineinwachsen. Stand jetzt gehen die Kölner ohne Elvis Rexhbecaj, Max Meyer, Salih Özcan und Marco Höger in die nächste Saison, deren Verträge allesamt Ende Juni auslaufen. Somit wäre Ljubicic aus dem Stand heraus hinter Ellyes Skhiri und Jonas Hector mindestens die Nummer drei auf der Sechserposition, die beiden Leih-Rückkehrer Niklas Hauptmann und Vincent Koziello einmal außen vor gelassen. Nicht ganz auszuschließen ist zudem, dass sich im defensiven Mittelfeld beim FC noch weitere Abgänge auftun könnten. So gilt Ellyes Skhiri als einer der möglichen Wechselkandidaten, mit denen die Kölner eine ordentliche Transfersumme generieren könnten. Bei einem Abstieg in Liga zwei wäre der Tunesier ohnehin nicht zu halten. Doch selbst im Falle des Klassenerhaltes gehört Skhiri zu jenen Spielern, den der FC aufgrund seines Marktwertes möglicherweise wie Jhon Cordoba vor einem Jahr ziehen lassen müsste.

Starke Zweikampfbilanz – aber Schwächen in der Luft

Dadurch könnte sich Dejan Ljubicic in Deutschland schnell zum Stammspieler entwickeln, sollte er seine Leistungen auch in der Bundesliga auf den Platz bringen können. Der Österreicher könnte Skhiri dabei beinahe eins-zu-eins im System ersetzen. Der 23-jährige gilt als klarer defensiver Mittelfeldspieler, der zwar bei Rapid auch schon in der Innenverteidigung aushalf, dort aber eher aus der Not heraus eingesetzt wurde. Laut den Datenanalysten von CREATEFOOTBALL, die sich Ljubicic für den GEISSBLOG genauer angeschaut haben, gehört der Spieler zu den Ball Winning Midfieldern. Dabei konzentriert er sich vornehmlich auf die Balleroberung, verteidigt bei gegnerischem Ballbesitz aggressiv wie proaktiv und geht den Gegner direkt an oder stellt den Passweg zu. Gerade das gegnerische Aufbauspiel soll dieser Spielertyp immer wieder zerstören und bei eigenem Ballbesitz mit einfachen Pässen den Weg nach vorne suchen.

In dieser Saison überzeugte Ljubicic bei Rapid vor allem durch seine starke Zweikampfbilanz. Zwar führt der Kapitän mit 6.13 Zweikämpfen pro 90 Minuten als Sechser durchaus wenige, dies ist aber insbesondere durch die Dominanz von Rapid zu erklären, die hinter RB Salzburg immerhin zweiter der österreichischen Bundesliga sind. Mit 66.7 Prozent gewonnener Duelle weist Ljubicic aber eine starke Bilanz auf. Ob der Rechtsfuß diese auch beim FC wird halten können, dürfte zum Großteil von der Ligazugehörigkeit der Kölner abhängen. Sollten die Geißböcke in der kommenden Saison in der zweiten Liga spielen, dürfte auch Ljubicic aller Voraussicht nach auch deutlich weniger Defensivzweikämpfe führen müssen. In der Bundesliga, in der der FC seinen Fokus in vielen Spielen weiterhin wohl auf das Verteidigen wird legen müssen, könnte Ljubicic weitaus mehr zu tun bekommen.

In Köln dürfte Ljubicic mehr zu tun bekommen

Darüber hinaus kommt der zukünftige FC-Spieler im defensiven Mittelfeld weitestgehend ohne Fouls am Gegner aus. In dieser Saison beging der Österreicher bislang pro 90 Minuten nur 0.82 Fouls im Schnitt. Damit gehört er zu den fairsten Sechsern in der österreichischen Bundesliga. In Deutschland liegt Ellyes Skhiri zum Vergleich in diesem Wert bei knapp über einem Foul pro Spiel. Darüber hinaus zählen die Datenexperten auch das Dribbling sowie die Offensivakzente zu den Stärken des Kölner Neuzugangs. So soll sich Ljubicic mit 58.8 Prozent erfolgreicher Dribbling spielerisch aus Situationen befreien können, wenngleich dies nicht zu seinen relevanten Kernkompetenzen zählt. Des Weiteren versucht er sich mit durchschnittlich 1.16 Schnittstellenpässen (76 Prozent davon erfolgreich) und 6.13 Pässen ins letzte Drittel immer wieder offensiv einzuschalten. Beim FC jedoch dürfte Ljubicic defensiv deutlich mehr zu tun bekommen als bei Rapid, weshalb er diese Aktionen womöglich nicht immer wird ausspielen können. Darüber hinaus ist seine durchschnittliche Passquote von 81.4 Prozent zwar in Ordnung, für ein dominantes Team wie Rapid Wien ist seine Anzahl an nach vorne gerichteten Pässe (14.1) jedoch eher schwach.

Stellungsspiel und Antizipation ausbaufähig

Entwicklungspotenzial hat der neue Defensivspezialist zudem noch in seinen Luftduellen. Trotz seiner 1,87 Metern geht Ljubicic in dieser Saison im Schnitt in nur 2.25 Kopfballduelle. Mit einer Quote von 36.4 Prozent ist seine Quote gerade für einen defensiven Mittelfeldspieler zudem erschreckend schwach. In einer weiteren Eigenschaft steht der Sechser Ellyes Skhiri zudem noch einiges nach: Sein Stellungsspiel sowie seine Antizipation, bei denen Skhiri wohl zu den besten Spielern der Bundesliga zählt, sind bei Ljubicic noch ausbaufähig. Mit 3.61 abgefangenen Bällen pro Spiel ist der Wert des Neuzuganges eher unterdurchschnittlich.

Letztlich lässt sich festhalten, das der 1. FC Köln mit Dejan Ljubicic einen jungen und sicherlich noch entwicklungsfähigen Spieler in seine Reihen bekommt, der durch seine Leistungen bereits einige Vereine auf den Schirm rufen konnte. Dabei wird vermutlich die ihm gebotene Perspektive ausschlaggebend dafür gewesen sein, sich schlussendlich für die Geißböcke zu entscheiden. Aufgrund der Tatsache, dass Ljubicic ablösefrei zum FC wechselt, ist der Transfer für die Kölner gleichzeitig mit mehr Chancen als Risiken verbunden.

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