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Nach Wolf-Attacke auf Struth: Uth-Wechsel vor Abschluss


Mark Uth steht vor einer Rückkehr zum 1. FC Köln. Zwischen dem Spieler und den Geißböcken herrscht schon länger Einigkeit. Nun haben sich offenbar auch der FC Schalke 04 und der Stürmer auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Damit steht einer erneuten Rückkehr des einstigen Nachwuchsspielers der Kölner nichts im Wege. Eingetütet hat den Transfer jener Spielerberater, der am Donnerstagabend von Präsident Werner Wolf noch massiv attackiert worden war.

Köln – Es gehört zu den Geschichten des Lebens, dass man sich immer zweimal sieht. Oder häufiger. Volker Struth und die Verantwortlichen des 1. FC Köln haben sich in den letzten Jahren immer wieder gesehen. Weil die Agentur des Spielerberaters und bekennenden FC-Mitglieds zahlreiche Profis und Nachwuchsspieler des Klubs unter Vertrat hatte und hat. Weil Struth sich immer wieder als Kritiker des Kölner Wegs ohne Investoren hervorgetan hat. Und weil Struth in den letzten Tagen mit dem FC Schalke 04 verhandelt hat, um den Transfer von Mark Uth zu den Geißböcken perfekt zu machen.

Struth bekommt vom FC zehn Prozent

Spielerberater mögen für viele Fußballfans nur knapp hinter dem Teufel kommen. Doch sie sind ebenso Teil des Fußballgeschäfts wie Anwaltskanzleien und Unternehmensberatungen, die ebenfalls ihren Teil des fetten Kuchens abbekommen wollen. Wenn ein Profiklub wie der 1. FC Köln einen Spieler wie Mark Uth verpflichten möchte, geht dies in der Regel nicht ohne den dazu gehörigen Spielerberater. Der wiederum daran verdient: zehn Prozent, wie Alexander Wehrle am Donnerstagabend auf Nachfrage eines Mitglieds mit Bezug auf Volker Struth erklärte.

Diese zehn Prozent auf das Gehalt von Mark Uth wird der Spielerberater ab der nächsten Saison wieder vom 1. FC Köln bekommen. Nachdem bereits Interims-Sportchef Jörg Jakobs am Donnerstagabend erklärte, man sei mit Uth einig, dieser habe lediglich noch Kleinigkeiten mit Schalke zu klären, vermeldeten Bild und kicker am Freitag die Einigung zwischen dem Spieler und dem Bundesliga-Absteiger. Schalke muss keine Abfindung zahlen, dafür wechselt der Spieler ablösefrei zu den Geißböcken und bekommt beim FC einen Zwei-Jahres-Vertrag über ca. 1,8 Mio. Euro jährlich sowie eine leistungsabhängige Option auf ein drittes Vertragsjahr. Einzig die Bestätigung durch den FC steht noch aus. Also Ende Uth, alles Struth?

Von wegen Märchenonkel: Wolfs Frontalangriff auf Struth

Das wird sich erst noch zeigen. Der Deal mag über die Bühne gegangen sein. Gesprächsbedarf dürfte es aber trotzdem noch geben. Denn am Donnerstagabend hatte Werner Wolf in einem bemerkenswerten Moment seiner Präsidentenrede sich direkt an den Spielerberater gewandt – und Struth für dessen „Märchenonkel“-Attacke vor wenigen Tagen mit einer Gegenrede verhöhnt. „Ganz besonders möchte ich mich an ein Mitglied unseres Vereins wenden: Lieber Herr Struth, wir wissen Ihre Sorge um den FC sehr wohl zu schätzen. Wir hätten es aber noch mehr geschätzt, wenn Sie unser Angebot zum Gespräch angenommen hätten. Wir hätten es noch mehr geschätzt, wenn Sie in einer Mitgliederversammlung Stellung bezogen hätten. Ich kann Sie beruhigen: Wir tanzen nicht im Märchenland, wir sind in einer sehr realen Welt zuhause und bewegen uns da ganz gut.“

Und dann tat Wolf etwas, mit dem er wohl viele Mitglieder überraschte. Er erzählte tatsächlich ein Märchen. Ein selbst geschriebenes. „Es war einmal ein reicher König im Norden. Der wollte, dass seine kühnen Männer Fußball-Deutschland eroberten. Darum holte er sich einen Zauberer aus dem Rheinland. Der sollte ihm zeigen, wie er sein Gold in Punkte und Ruhm umwandelt. Und der Zauberer zauberte und zauberte. Das Gold verschwand und verschwand, aber Punkte gab es nicht. Und wenn sie nicht gestorben sind, spielen sie noch heute in der Zweiten Liga.“

Zeigt euch, redet mit uns!

Es waren markige Worte von Wolf, ein unerwarteter Frontalangriff in Richtung der Forderungen nach Investoren. Und die Protagonisten des Märchens kein Geheimnis: Geldgeber Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV und dessen langjähriger Berater aus dem Rheinland, Volker Struth. Es war einer der überraschendsten Momente in einer an Überraschungen ansonsten armen Veranstaltung, in der Wolf die direkte Konfrontation mit Struth suchte. Sicherlich ein Fingerzeig für die treuen Gefolgsleute des Vorstands, die hinter dem rigiden Keine-Investoren-Kurs stehen. Aber auch ein Angriff auf jene, die diesen Kurs nicht mitmachen wollen. Und genau jenen, nicht nur Struth, rief Wolf entgegen: „Wir als Vorstand stehen dafür, dass der FC auch in Zukunft ein Mitglieder-geführter Verein ist. Die Satzung gibt jedem Mitglied die Möglichkeit, seine eigene Meinung vorzutragen. Jeder kann sich wählen lassen. Aber entschieden wird von allen Mitgliedern in der Mitgliederversammlung und nicht durch Einzelpersonen. Diejenigen, die es vorantreiben: Zeigt euch, kommt zu uns, redet mit uns und lasst uns Klartext reden!“ Man darf gespannt sein, ob Struth dieser Aufforderung zum Gespräch folgen wird. Zumindest bei der Personalie Mark Uth wird es keine Gespräche mit dem Vorstand bedürfen. Die Verträge werden mit Geschäftsführer Wehrle gemacht.

19 Kommentare
  1. Jörg Schieber sagte:

    Fand die Retourkutsche auch gut. Struth und Calmund waren damals die Berater von Kühne und dem HSV. Also Diejenigen, die einige hier ach so viel Sachverstand zuschreiben. Was dabei rauskam waren Monsterverträge für Bobby Wood & Co. , die den HSV gekillt haben. Es bringt eben rein gar nix, wenn Dutzende von Millionen in Ablösen und Gehälter von Spielern gepumpt werden, die klar überschätzt sind. Doch natürlich bringt es was: Die Berateragentur(en) verdienen sehr sehr gut an Investoren, die ihr Geld über ein unfähiges Management in die falschen Beine stecken….

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  2. Norbert Furmanek sagte:

    Lieber Marc ! Das soll eine Attacke sein ? Wolf hätte ja auch von einem Luftschloß oder einem Dukatenscheißer reden können. Und in der Sache ( HSV !!) hat er leider Recht. Das einzige was man ihm ankreiden könnte ist das resolute nein gegen Investoren. Über kurz oder lang wir das kommen . Oder der FC wirtschaftet wie Freiburg , Augsburg und Mainz.

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  3. Reiner Ziegler sagte:

    Es muss doch noch eine andere Alternative geben als Pleite oder Abhängigkeit von Investoren. Es verlangt ja keiner, dass der FC an einen Investor verkauft wird, aber es muss doch möglich sein, Geldgeber für den FC zu finden, ohne dass die gleich alles übernehmem. Audi und Allianz sind Geldgeber bei Bayern München, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Präsidium von Bayern München sich von denen reinreden lässt.
    Was ist mit Rewe und Ford?

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      • Marcel sagte:

        Auch sehr richtig. Beides, Geld und sportliche Expertise ist aber auch im hohen Maße, zumindest bei einigen Clubs, von einander abhängig. Als Beispiel dienen hier Hoffenheim und Leverkusen. Die könnten noch so viel sportliches know how haben, ohne ihre großen Geldgeber würde die niemals Bundesliga spielen. Da lege ich mich fest.

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    • SebN sagte:

      Ich finde auch, dass man einen Anteilsverkauf an seriöse Investoren oder sogenannte strategische Partner nicht kategorisch ausschließen darf. Die finanziellen Mittel müssen dann aber für langfristige Projekte wie Stadion oder Vereinsinfrastruktur verwendet werden. Keinesfalls für den Spielerkader, das ist reiner Poker!
      Das Modell von Bayern sehe ich auch als gutes Vorbild. Ford, Rewe und Rhein-Energie wären denkbare Optionen.
      Übrigens sitzt der Vorstansvorsitzende von Rewe seit Jahren im gemeinsamen Ausschuss, dem wichtigsten Gremium des FC, und redet bei wichtigen Entscheidungen mit. Und das auch ganz ohne Anteile! Das sollte man bedenken, wenn immer wieder Angst vor der Mitsprache von Investoren geschürt wird.

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  4. Ottla sagte:

    So Typen wie der Struth sind einfach ekelha**t – einfach widerl**h – die hässliche Fratze des gierigen Fussballs – 10% auf das Gehalt?! – jeden Monat?! – bei jedem verdammten Gehalt, also jedes Spielers der Agentur jeden Monat?! – wofür?! – dafür, dass ein Standardvertragswerk hier und da ein bisschen modifiziert wird – da reicht doch eine Einmalzahlung, so wie ein Anwalt das machen würde – ein absoluter Wahnsinn… und wenn ich dann noch höre, dass Struth das ja für den FC eintütet und Schalke gegenüber Uth auf eine Abfindung verzichtet… da kommt mir das kalte Kot**n… was der Uth da auf Schalke kassiert hat; und dann sang- und klanglos absteigen mit einer solchen Nichtleistung… und dann noch eine Abfindung – haben die denn gar keine Ehre mehr?! – der FC wollte doch eigentlich darauf achten, charakterlich einwandfreie Spieler zu holen… Und hoffen wir mal nicht, dass sich Uth in die Rückholtransfers à la Modeste oder Clemens einreihen wird. Und wo wir bei Märchen sind: hört auf mit dem FC verbundenen Struth oder dem am FC hängenden Uth – da wird noch immer knallhart verhandelt und obszön verdient. Und die Nummer vom Wolf war natürlich gut, das muss man ihm lassen. Bei aller Kritik – so Schmierlap**n wie der Struth wären der Untergang des FC.

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    • Marcel sagte:

      Was kann der Struth denn dafür, dass er bezahlt wird? Ich an seiner Stelle würde das Geld auch einstreichen. So lange es da keine Gesetzesvorlage gibt die besagt, dass derjenige den Berater bezahlt, der ihn auch bestellt hat, ist das alles legitim. Struth verhält sich den Gegebenheiten entsprechend.

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    • kalla lux sagte:

      Warum dieser Hass?
      Rennt Struth den Spielern hinterher oder kommen sie zu ihm?
      Weil er einfach ein guter Verhandlungsführer ist?
      Werden die Spieler arm durch die 10 %?
      Laut deiner Aussage ja bei allem ein klares JA!
      Ich persönlich bin der Meinung das jeder seines Glückes Schmied ist!
      Und anscheinend ist er ein sehr guter Schmied!

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  5. Brutus Cesar sagte:

    Insgesamt war das Märchen zwar erheiternd (half gegen das wegdämmern), aber sicher kontraproduktiv. Man kann sich unter Geschäftspartnern schon mal offen kritisieren, aber sich zu veralbern geht eigentlich nicht. Struth hat damit angefangen („Märchenonkel“). Aber muss man da noch einen drauf setzen? Und dann kommt man zusammen und verhandelt über Transfers als wäre nichts gewesen? Wie soll das gehen?

    Das war Effekthascherei bei Mitgliedern die Spielerberater ja nachvollziehbarer Weise i.d.R. nicht leiden können, aber mal wieder nicht Vereinszweckfördernd. Als Präsident darf man auch über solche Attacken gerne mal präsidial drüber stehen.

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  6. Ottla sagte:

    Dass man beim GBK mittlerweile mit einem Kommentar wie meinem letzen gelöscht wird, zeigt nur, wie sehr ihr mittlerweile Teil dieses abartigen Bereicherungsgames namens Fußball seid. Bloß nix online lassen, was euch vielleicht unbequem werden könnte, weil es über euer Portal gespielt worden ist.

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    • FC Neukoelln sagte:

      Hey Ottla,
      ich habe die Vermutung, dass hier neuerdings schwer getrollt wird und zwei Accounts (=Meldungen) ausreichen, um Deinen Kommentar zumindest so lange verschwinden zu lassen, bis dies von der Redaktion moderiert und somit rückgängig gemacht wird.
      Von mir wurden vor und während der MV bestimmt 10 Kommentare gelöscht, die jetzt allesamt wieder da sind.
      Tut einer lebhaften Debatte hier leider wahrlich nicht gut. Schade.

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