Werner Wolf bei seiner Rede auf der Mitgliederversammlung. (Foto: Thomas Faehnrich)

Wolf zeigt Größe – und wird von Kim und Podolski kritisiert

Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln hat knapp 6000 Mitglieder virtuell zusammengeführt. Der Vorstand musste sich in einer stundenlangen Aussprache viel Kritik gefallen lassen. Zuvor hatte Werner Wolf in einem bemerkenswerten Moment seiner Rede Demut gezeigt und sich bei den Mitgliedern entschuldigt. Allerdings gab es hinterher nicht nur Kritik von Mitgliederrat Ho-Yeon Kim. Lukas Podolski bezichtigte den Präsidenten sogar der Lüge, sodass letztlich Alexander Wehrle dem FC-Präsidenten zur Seite springen musste.

Köln – Um 22 Uhr, vier Stunden war die Mitgliederversammlung da schon alt und noch keine einzige Wahl in Sicht, begann die Aussprache nach den Reden von Vorstand, Mitgliederrat und Geschäftsführung. Zwei Stunden lang sollte diese Aussprache dauern. Sport1-Moderatorin Jana Wosnitza führte durch den Abend, verlas die Fragen und die Führungscrew stand Rede und Antwort. Da hatten Werner Wolf und Co. bereits ihre Berichte abgeliefert, und insbesondere Wolf hatte Abbitte geleistet.

Darum bitte ich um Entschuldigung

„Wir haben in den vergangenen Monaten Fehler gemacht, die ich bedauere und darum bitte ich um Entschuldigung”, sagte ein demütiger Wolf. “Es tut mir leid, dass unsere Kommunikation nicht vernünftig funktioniert und präsidialen Ansprüchen nicht genügt hat. Wir versprechen, das zu verbessern und direkter und transparenter mit euch zu kommunizieren.“ Die ungenügende Kommunikation war der zentrale Kritikpunkt der bisherigen Amtszeit gewesen. Weder Mitglieder noch Fans von außen hatten mitgekommen, worum sich der Vorstand in den vergangenen anderthalb Jahren tatsächlich gekümmert hatte.

Wolf machte in diesem Moment einen selten gewordenen Schritt auf die Mitglieder zu. Entschuldigungen von FC-Verantwortlichen hatte es in den letzten Jahren kaum erlebt. Der FC-Präsident gab zudem zu: “Marktschreier zu sein, entspricht nicht meiner Persönlichkeit. Ich arbeite lieber im Hintergrund und sorge dafür, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden.” Dass zahlreiche Mitglieder diese Entscheidungen und die Art und Weise der Kommunikation nicht gutheißen wollten, spiegelte sich in der Entlastung des Vorstands wieder, der mit 66 zu 34 Prozent zwar komfortabel, aber nicht überzeugend ausfiel.

Podolski bezichtigt Wolf der Lüge

Dennoch gab es auch vom Podium Kritik am Vorstand. Ho-Yeon Kim als Vorsitzender des Mitgliederrates fand deutliche Worte für die mangelhafte Führung des Vorstands nach außen. “Lieber Vorstand, ihr habt leider seit eurem Amtsantritt zu wenig kommuniziert. Wir wissen, dass aufgrund der Baustellen die Zeit knapp war, aber es ist gerade in einer solchen Situation wichtig, dass die Mitglieder verstehen, was ihr macht. Die Anliegen der Mitglieder müssen stärker berücksichtigt werden”, sagte Kim, der eine energische Rede hielt und dabei immer wieder Lob und Kritik verpackte.

Kritik verpacken war dagegen am späten Donnerstagabend keine Art mehr von Lukas Podolski. Der Weltmeister von 2014 griff Werner Wolf auf Twitter direkt an. Wolf hatte während der Versammlung auf die Nachfrage eines Fans erklärt: “Ich muss euch enttäuschen. Lukas Podolski wird nächste Saison nicht für den 1. FC Köln auflaufen. Wir stehen mit Lukas Podolski in Kontakt und er weiß, dass die Tür beim FC offen steht.” Keine halbe Stunde später kam die schallende Ohrfeige des einstigen FC-Stürmers: “Während der Mitgliederversammlung des FC wurde erklärt, dass ich a.) in der kommenden Saison nicht zum FC zurückkehren werde, aber man b.) mit mir in einem guten Dialog sei. a.) kann ich bestätigen, b.) nicht. Der Vorstand des 1. FC Köln steht und stand mit mir nicht in Kontakt.”

Eine offene Erklärung, dass Wolf gelogen haben soll. Nicht das erste Mal muss sich der FC-Präsident den Vorwurf gefallen lassen, zu behaupten mit Menschen in Kontakt zu stehen, obwohl die andere Seite dies bestreitet. Friedhelm Funkel hatte erst kürzlich in Richtung Vorstand Kritik geäußert, eben nicht mit ihm in Kontakt gestanden zu haben. Gänzlich entkräften konnte Wolf den Vorwurf nie. Nun also Podolski – und das, nachdem Wolf gerade um Verzeihung für die schlechte Kommunikation gebeten hatte. Noch in der Nacht wurde bei einer weiteren Aussprache Wolf darauf angesprochen. Daraufhin erklärte er, nicht er, sondern Alexander Wehrle stünde mit Podolski im Austausch und teile dem Vorstand den entsprechenden Stand mit. Das bestätigte Wehrle: “Ich bin mit Lukas im Austausch zu Projekten. Die sind vertraulich. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt.”

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