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Zeugnis der Geschäftsführung: Da war es nur noch einer


Horst Heldt mag Geschichte sein beim 1. FC Köln. Doch sein Wirken hat Folgen für die Geißböcke, positive und negative. Sein Co-Geschäftsführer Alexander Wehrle steht nun alleine an der Brücke. Welche Entscheidungen haben sie in der letzten Saison getroffen? Was war gut, was war schlecht? Ein Zeugnis für die Geschäftsführung.

Köln – Als Horst Heldt im November 2019 die Arbeit seines Vorgängers Armin Veh übernahm, lag der FC am Boden, und das ganz ohne die Corona-Pandemie. Veh hatte hochmütig erklärt: „Wir haben Visionen. Und ich meine nicht, dass man zum Arzt gehen muss, wenn man Visionen hat.“ Das Problem: Als Veh ging, lag der FC wegen dessen Visionen bereits im Krankenhaus. Corona kam hinzu, inzwischen ist der FC auf der Intensivstation angekommen. Was haben Vehs Nachfolger Heldt und Alexander Wehrle seither verändert?

Horst Heldt

Transfers: Über die Transferbilanz ist lang und breit gesprochen worden. Sportlich waren seine Entscheidungen in der vergangenen Saison nicht gut genug. Was man dabei aber nicht vergessen darf: Heldt hat in seinen drei Transferperioden elf Spieler verpflichtet, davon aber nur drei gekauft und damit fest an den FC gebunden. Der Rest waren Leihspieler. Der Sportchef hat den FC also gerade perspektivisch finanziell weit weniger stark belastet als sein Vorgänger Veh. Dazu hat er bei insgesamt rund 18 Mio. Transfereinnahmen nur rund 20 Mio. für Transfers ausgegeben, also insgesamt nur ein Zwei-Millionen-Minus erzeugt. Andersson, Duda, Limnios – diese drei Spieler sind das bleibende Vermächtnis Heldts.

Trainer: Heldts größter Fehler war das Festhalten an Markus Gisdol, das zwar in Absprache mit dem Vorstand geschah, aber letztlich in seiner Verantwortung lag. Dasselbe gilt für dessen Vertragsverlängerung. Am Ende traf er gerade noch rechtzeitig die Entscheidung, den Trainer zu entlassen und Friedhelm Funkel zu installieren. Dieser Trainerwechsel geht ebenso auf Heldts Konto wie die Verpflichtung von Steffen Baumgart, Kölns womöglich wichtigster Transfer im bevorstehenden Sommer. Baumgart soll die FC-Zukunft gestalten, an der Heldt nicht mehr wird mitwirken können.

Nachwuchs: Eine Vorgabe, die Heldt umsetzte wie vorher weder Veh noch Schmadtke, war die Förderung des Nachwuchses. Wenn Heldt und Gisdol eines schafften, dann war es die Verbesserung des Verhältnisses zwischen NLZ und Profiabteilung. Noch immer mag nicht alles rund laufen, doch Heldt und Gisdol zogen konsequent Talente zu den Profis hoch, während Heldt mit ihnen die Verträge verlängerte. Noah Katterbach bis 2024, Jan Thielmann bis 2024, Ismail Jakobs bis 2024, Marvin Obuz bis 2024, Sava Cestic bis 2024, Georg Strauch bis 2024, dazu Tim Lemperle, Robert Voloder, Jens Castrop und Justin Diehl bis 2023. All diese Talente konnte Heldt halten. Einzig Florian Wirtz ging direkt zu Beginn seiner Amtszeit verloren, doch das Kind war schon in den Brunnen gefallen, weil Armin Veh und Frank Aehlig das größte Talent in der jüngeren FC-Geschichte verschlafen hatten.

Personal: Heldt vollzog zudem einen Umbruch auf mehreren Ebenen in der sportlichen Abteilung. Den langjährigen Physio-Chef Klaus Maierstein setzte er vor die Tür, ebenso Chefscout Willi Kronhardt. Der Abgang von Frank Aehlig war zwar einem Angebot aus Leipzig geschuldet, wäre aber in diesem Sommer ohnehin vollzogen worden. Als Chefscout installierte Heldt mit Martin Schulz ebenso einen langjährigen, loyalen FC-Mitarbeiter, wie mit Lukas Berg einen Mann aus dem eigenen Haus für den Aehlig-Posten. Er versäumte es zwar, Thomas Kessler frühzeitig einzubinden, wie es jetzt geschieht. Dafür brachte er mit Moritz Anderten einen festen Psychologen ins Profiteam. Die sportliche Abteilung, so heißt es, sei nun personell besser aufgestellt als unter Veh.

Strategie: Was fehlte, und das warf der Vorstand dem geschassten Sport-Geschäftsführer vor, war eine erkennbare Strategie, die zur propagierten strategischen Kaderplanung passte. Zwar wurden Gespräche geführt, z.B. mit Nachwuchs-Chefscout Martin Bülles, sodass die größten Talente im Blick behalten wurden. Doch es fehlten teils klare Vorgaben oder planerische Vorarbeiten. Dass Tolu Arokodare verpflichtet wurde, obwohl er keine U21-Spielgenehmigung haben würde, war ebenso ein Zeichen nicht vollständiger Arbeit wie fehlende Anweisungen an das Trainerteam, im Training, in den Testspielen und in der Liga auch perspektivische Entwicklungen zu berücksichtigen.

Alexander Wehrle

Corona: Die wichtigste Aufgabe von Alexander Wehrle in den letzten 15 Monaten war die Bewältigung der Corona-Krise. Wehrle erarbeitete zusammen mit dem Vorstand mehrere Lösungswege, um den FC vor der Insolvenz zu bewahren. Schlüssel dazu waren neben Gehaltsverzicht der Profis und Kurzarbeit für die Mitarbeiter die Kreditlinien bei den Hausbanken, eine Landesbürgschaft und die Mezzanine-Anleihe in zweistelliger Millionenhöhe. Wehrle hätte sich auch offen gezeigt für den Anteilsverkauf am 1. FC Köln, dem schob der Vorstand jedoch einen Riegel vor. Dass der FC die Lizenz für die Saison 2021/22 ohne Auflagen erhielt, ist ein Zeichen, dass die Rettungsmaßnahmen zumindest zunächst gegriffen haben.

Sponsoring: Wehrle musste in den letzten anderthalb Jahren in einem schwierigen Umfeld zahlreiche wegweisende Vertragsgespräche mit den Großsponsoren des FC führen. Dabei gelangen ihm durchaus bemerkenswerte Abschlüsse. Rewe verlängerte in der Krise um ein Jahr. Die Telekom löst NetCologne als Exklusivpartner ab. Die DEVK verlängerte als Hauptpartner. Zudem löst der dänische Sportartikelhersteller Hummel als Ausrüster Uhlsport ab und zahlt deutlich mehr als das deutsche Unternehmen. Diese Kontrakte geben dem FC über die nächsten Jahre Sicherheit und finanzielle Planbarkeit.

Verträge: Wehrle weiß aber sehr genau, dass nicht nur die Corona-Krise den FC in diese Situation gebracht hat, sondern auch die teuren Verträge, die der FC unter seiner Führung geschlossen hat. Spielerverträge wie mit Risse, Sobiech, Koziello, Hauptmann, Modeste oder Limnios hätten genauso wenig in dieser Form geschlossen werden dürfen wie die Vertragsverlängerung mit Markus Gisdol inklusive einer Zweitliga-Gültigkeit des Vertrags. Wehrle muss in dieser Hinsicht seine Arbeit hinterfragen, denn dass der FC vor der Corona-Krise weit über seine Verhältnisse gelebt hat, ist ein Fakt und längst nicht nur damit zu begründen, dass die Geißböcke eine leistungsfähige Mannschaft aufbieten wollten. Im Liga-Vergleich zahlt der FC überdurchschnittlich viel Geld für unterdurchschnittliche Leistungen.

Personal: Nach Armin Veh ist nun auch Horst Heldt weg und damit der zweite Vertraute, den Wehrle als Geschäftsführer Sport bei Einstellung protegiert hatte. Sein eigener Vertrag läuft noch bis 2023, in den kommenden Monaten wird der 46-jährige einen neuen Sportchef an die Seite bekommen. Es darf bezweifelt werden, dass Wehrle diese Entscheidung erneut derart wird beeinflussen können. Darüber hinaus verlor Wehrle mit Tobias Kaufmann einen engen Vertrauten. Dass die Geißböcke in nun fast einem Jahr keinen Nachfolger für den Mediendirektor finden konnten, ist ein Armutszeugnis für das Headhunting der Geißböcke. Dass nun ein weiterer führender Mitarbeiter in der Medienabteilung gekündigt hat, gilt als Hinweis darauf, dass die Stimmung innerhalb der Geschäftsstelle gelitten hat. Das muss Wehrle in den Griff kriegen.

Kommunikation: Seine eigene Kommunikation war zuletzt nicht glücklich. Auf der Pressekonferenz am vergangenen Montag bekannte sich Wehrle zwar deutlich zum FC, aber nicht ohne anzudeuten, dass er einem Wechsel zum VfB Stuttgart nicht abgeneigt gewesen sein. Auch seine emotional konträre und abweisende Haltung zum Vorstand entsprach nicht den Anforderungen an den höchsten Angestellten des 1. FC Köln. Er machte damit zwar ehrlich deutlich, wie er über die Heldt-Trennung dachte, offenbarte damit aber auch den Riss zwischen Vorstand und Geschäftsführung.

Strategie: Wehrle steht noch zwei Jahre beim 1. FC Köln unter Vertrag. In dieser Zeit muss der Finanzchef den FC wirtschaftlich wieder stabilisieren und gleichzeitig sein Langzeitprojekt endlich auf die Strecke bringen: den Geißbockheim-Ausbau. Da musste Wehrle im vergangenen Jahr eine derbe Niederlage einstecken, als die CDU dem FC in den Rücken fiel. Zudem wird er sich dafür verantwortlich zeichnen müssen, das Sieben-Jahres-Konzept, das der Vorstand auf der MV am 17. Juni vorstellen will, umzusetzen. Ob es ihm gefällt oder nicht, das wird seine Aufgabe sein. Dafür ist er der einzig verbliebene Geschäftsführer des 1. FC Köln.

33 Kommentare
  1. Gilbert999 sagte:

    Wenn man das so liest – und das ist sicherlich richtig – stellt sich doch immer mehr die Frage, warum Horst Heldt entlassen wurde und nicht Alexander Wehrle? Und vor allem warum das Image von HH bei den Fans so immens negativ war. Die Analyse ist vollkommen richtig. Das HH-Bashing haben vor allem die Meiden (auch Geissblog) lange Zeit voran getrieben, Erst jetzt kommt eine nüchterne Aufarbeitung, dass das Problem (oder die Hauptprobleme) womöglich woanders gelegen haben und immer noch liegen. Zumal auch bei A. Wehrle und dem unfassbar inkompetenten Vorstand/Präsidium. Horst Heldt ist das Bauernopfer, da gibt es keinerlei Diskussion. Mag seine Transferbilanz gemischt sein, so ist sie dennoch (im Vergleich zu der Leistung des Vorstands seit Jahren und auch den Vorgängern) niemals so desaströs, dass man uneingeschränkt eine Entlassung durchführen würde, zumal man wenig Menschen findet, die erstens den Job können und zweitens mit dem FC verbunden sind und drittens Erfahrung und Netzwerk haben. Da haben die Medien und auch die Fans sich hier ein extrem großes Eigentor geschossen, weil HH als Zielscheibe immer im Fokus stand, aber nie beachtet wurde, wo eigentlich das Problem liegt. Die Aussagen von Steffen Baumgart (der sich sicherlich noch diplomatisch ausgedrückt hat) sprechen da Bände. Vielleicht sollten Medien wie der Geissblog, effzeh.com (die sowieso extremstes Manager-Bashing seit Jahren betreiben und eine extrem einseitige „Ultra-Fan-Seite“ einnehmen) nicht zu vergessen der/die DuMont-Presse, die offensichtlich sich erst kritisch mit den Vorgängen und Machenschaften im und um den Vorstand auseinandersetzem, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. In diesem Sinne: Schönen Sommer und et kütt wie et kütt.

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  2. Kurti sagte:

    Ergänzend zu Transfers:
    Ein Minus von 2 Mio bei den Transferausgaben hört sich erstmal niedlich an.
    Allerdings hat Union Berlin 5 Mio Transferplus und Platz 7 erreicht.
    Wir hatten nicht mal einen Stürmer.
    Dann werden beim FC auch immer Spieler geholt die relativ alt sind und nach der Vertragslaufzeit keinen Wert mehr darstellen (Andersson 6,5 Mio oder auch Uth, wenn der käme.

    Trainer:
    Einem Trainer, der mal von 10 Spielen 8 gewann, dann nichts mehr holte eine Vertragsverlängerung anzubieten, ist sehr umprofessionell.
    Hat HH geglaubt, Markus Gisdol wird sonst abgeworben? ;)
    Wenn es in einem Spiel um 5 Mio Fernsehgeld und um Fairplay geht und dieses dann mit 1:6 verloren geht, wer gibt dem Trainer dann eine Vertragsverlängerung auch für Liga 2?

    Jugendförderung:
    Die ganzen Vertragsverlängerung sind ja gut und schön.
    Aber die sollten dann auch zwingend eine Rolle spielen.

    Was bei Hotte Zeugnis nun zu kurz kam.
    Verschenken von Terodde mit noch etwas Taschengeld.
    Einen 25 Tore Zweitligstorjäger verschenke ich, gebe ihm dann noch 1,2 Millionen Geld mit?
    Einfach nur Wahnsinn.
    Das gesparte Geld bezahle ich dann an Dennis und Tolu, den grandiosen 0 Tore Sturm.

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  3. Daim71 sagte:

    Also wenn es nach Held gegangen wäre , wäre Baumgart gar nicht hier, sondern Fink.

    Auch die ersten Wintertransfer (Uth, Elvis, Leitner) wurden von J Jacobs und seinem Team vorbereitet.
    Das hat sich Held an den Reviers angeheftet.

    Das einzige Gute was Held im Sommer Transfer zustande gebracht hatte, waren die vielen nicht benötigten Spieler zu verleihen. Und das zu Corona Zeiten. Leider kommen die meisten wieder zurück.

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  4. Patrick Köhler sagte:

    Wo her weiß man das die Wintertrasfer auf J J. Zu zuschreiben sind und das jetzt erst bekannt wird.
    Das Mär mit den Nachwuchs geht mir auf den Senkel. Welcher Jugendspieler hat sich im letzten Jahr weiterentwickelt, ich meine Keiner. Es reicht nicht nur Verträge zumachen daß machen alle Vereine und ist nichts besonderes. Es heißt immer das M.Gisdol Jugendspieler fördert. Bitte nähnt

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  5. guido sagte:

    Nachdem ich den letzten Beitrag so kritisiert habe, muss ich diesen heute allerdings loben :-)
    Außerdem möchte ich auf das Interview von Philipp Herpel im Express hinweisen.
    Philipp Herpel hat eine sehr gute Vita uns weiß wovon er spricht. Schade das solche Menschen nicht eingebunden werden!
    Schönen Sonntag allen.

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  6. Susanne Lex sagte:

    Herpel ist mit seiner Meinung so was von falsch. Der typ hat auch die zeit verpennt. Wenn alle die Träumer meinen es geht in Zukunft ohne eine gesunde Zusammenarbeit von Sponsoren dem ist nicht zu helfen.. Das ist Realitätsfremd .

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    • Muencheneffzeh sagte:

      Ich meine auch, man kann Anteile verkaufen, zeitlich befristet. Hat doch Bayern München mit Adidas ,bzw Audi gemacht. Man muss ja nicht gleich Qatar Airways an den Start bringen. Also ich denke, man kann sich für so etwas öffnen, ohne gleich als Investorenclub zu gelten. Es gibt doch da nicht nur schwarz/ weiss. Ohne Geldgeber mit wie vielen Anteilen auch immer, wird es zukünftig nicht mehr gehen. Ohne solche Weichenstellungen werden wir bald in der 3. Liga sein. Keine Frage. Ich gebe Dir Recht.

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      • Kurti sagte:

        Ich sehe es differenzierter.
        Geld, woher auch immer, ist nur dann hilfreich, wenn es gezielt investiert wird.
        Dafür müssen fachlich hervorragende Leute an den Stellen sitzen.

        Herr Herpel hat allerdings recht, wenn er die Transfer alter Spieler kritisiert.
        Die kosten und bringen keinerlei Transfererlöse mehr.

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      • Boom77 sagte:

        Zeitlich befristet? Wie soll das denn gehen und was hätten die Anteilskäufer von so zeitlich befristeten Anteilen? Das macht niemand.

        Im Übrigen mit was soll man die denn locken? Solange ein Hauptsponsor für läppische 6,5 Mio. im Jahr schon einen Sitz im „Gemeinsamen Ausschuss“ bekommt, gibt es außer einer wirklich guten Rendite – die aber bei/mit dem FC schlicht nicht zu erzielen ist – nichts, womit man etwaige Firmen dazu bewegen könnte Anteile am FC zu kaufen.

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        • Marcel sagte:

          Das wage ich aber schwer zu bezweifeln, dass eine gute Rendite mit dem FC nicht zu erzielen ist. Der FC ist mit seiner Strahlkraft aus meiner Sicht eine wahre Goldgrube. Es macht mich eher fassungslos, dass man so ein Potential in regelmäßigen Abständen an die Wand fährt. Außerdem glaube ich schon, dass es genug Geldgeber geben würde, die Anteile des Vereins kaufen und im Gegenzug wenig Bedingungen Stellen würden. Das mag auf den ersten Blick unrealistisch aussehen. Aber gerade ein potentieller Geldgeber könnte sich dann quasi als der glorreiche Retter hinstellen. Das würde ein riesiger Imagegewinn für das Unternehmen werden. Gerade die Emotionale schiene zieht doch in Köln wie kaum woanders

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          • Boom77 sagte:

            Das kannst du bezweifeln. Aber in der Wirtschaft galt und gilt schon immer das Gesetz, dass man dann am besten seine Anteile verkaufen sollte, wenn man nicht in Liquiditätsengpässen steckt, sondern wirtschaftlich gut da steht.

    • SebN sagte:

      Völlig richtig! Mit der ewigen Fußballromantik wird man im heutigen Profifußball nichts mehr erreichen.
      Eine Tradition zu haben ist fantastisch und kann auch im aktuellen Fußballgeschäft zum Vorteil werden (großes Interesse/Fanbasis, Identität). Aber zu glauben, man könne an die sportlichen Erfolge der 60er und 70er Jahre mit den gleichen Mitteln wie damals anknüpfen, ist völlig utopisch.
      Beim FC wird leider die Tradition vorgeschoben, um notwendige Veränderungen und Modernisierungen zu blockieren (Stadion, Nachwuchsleistungszentrum). Dabei kann man im Fanshop Artikel kaufen, die mit einem Zitat von Franz Kremer bedruckt sind, das es nicht besser zusammenfassen könnte: „Tradition hat nur dann einen Sinn, wenn auch der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“.
      Hierzu nur zwei Beispiele anderer Klubs: Bayern (sogar bereits zwei Mal) und Gladbach haben eigene Stadien an einem neuen Standort gebaut und damit jeweils einen Quantensprung in der Entwickkung genommen . Ist dadurch deren Tradition verloren gegangen?
      Das NLZ der Bayern befindet sich nicht an der Säbener Straße, sondern am anderen Ende der Stadt. Wo ist das Problem? Der FC lässt sich über Jahre von der Stadtpolitik hinhalten ohne auch nur eine Alternative ernsthaft in Erwägung zu ziehen.
      Und wenn das Wort Investoren fällt, drehen alle komplett durch. Es ist doch klar, dass niemand einen durchgeknallten Milliardär will, der als erstes den Geißbock durch einen Drachen ersetzt! Auch das Modell Hertha, wo man erstmal in jede Menge Spieler investiert, die nur teuer sein müssen, macht keinen Sinn. Aber es gibt genug andere Modelle, die man zumindest mal in Erwägung ziehen sollte! Auch hier lohnt der Blick zum Branchenführer seit Jahrzehnten, Bayern München. Dort wurden ca. jeweils 8% an langjährige Partner (Adidas, Allianz, Audi, alle sogar relativ regional) abgegeben, um Stadion und NLZ zu finanzieren. Warum sollte das in Köln nicht auch möglich sein (z.B. REWE, Rhein-Energie, Ford)? Und Angst vor dem Mitspracherecht der Anteilseigner ist auch völlig unbegründet. Der Vorstandsvorsitzende der REWE ist seit Jahren in den Gremien des FC vertreten, und das ganz ohne Anteile, nur als Hauptsponsor.

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      • Marcel sagte:

        Sehr schön geschrieben. Bin ich voll dabei. Auch beim letzten Punkt. Man sagt immer so schön, man sei komplett selbstbestimmend. Das stimmt ja nur zum Teil. Durch Herrn Souque, welcher im gemeinsamen Ausschuss sitzt und die Geschicke des Vereins in finanzieller Hinsicht mit bestimmt ist man es eben nicht. Natürlich ist es nochmal etwas anderes als hätte man einen Anteilseigner mit am Tisch sitzen. Was ich aber sagen möchte, prüft man die Struktur ganz genau beim FC, dann ist es mit der Selbstbestimmung auch nicht so weit hin!

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    • Goat-Tower sagte:

      Es geht nicht nur um das Geld. Es geht um die Strukturen. 50Mio mehr wären beim FC auch schnell weg ohne Effekt. Hertha hat es vorgemacht. Die Strukturen beim FC haben leider die Zeit verpennt …um in Deinen Worten zu sprechen. Die Krönung ist dann ein Ex Fussballer wie HH, der keinerlei wirtschaftlichen Background hat und einfach rumwurschtelt. Standort Vorteile werden in Köln definitiv nicht genutzt. In Köln ruft vermutlich ein Spielerberater an und erzählt was von einem Dennis aus Brügge, der Typ wird verpflichtet und dann stellt man fest, dass er nur. 1,60 groß ist und kein Stoß-Stürmer ist, wie man ihn gesucht hat ….so oder ähnlich muss es doch abgelaufen sein. Das passiert in Leipzig oder Hoffenheim definitiv sicher nicht! Und das hat Nichts mit Geld sondern nur mit effizienten, professionellen Strukturen zu tun!

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  7. kalla lux sagte:

    Zeugnis mit 2 Seiten.
    Natürlich hat Hotte nur 2 Millionen Minus gemacht. Aber er hat das wärend der Pandemie gemacht, was eigentlich doppelt wiegt. Und er hat es gemacht, ohne eigentlich Werte zu schaffen.
    Selbst ein Veh, der keine Manager war, der eingekauft hat wie ein Trainer, der sich mal so schalten und walten durfte wie er wollte, hat Werte erschaffen. Den wer wird jetzt als Verkaufskanidaten gehandelt?
    Ein Andersson,Duda oder Limi? Nein Eine Sebi und ein Skhiri.
    Beide für knapp 12 Millionen geholt, heute das einzige was der FC noch an hochwertigen Transfers zu bieten hat! Natürlich hat Veh Geld auch verbraten, trotz allem auch Werte erschaffen!
    Wie schon gesagt, Werte durch Zugänge schaffen ist wichtig.
    Das aber war bei Hotte mit seinem bröckelndem Netzwerk schon bei H96 nicht mehr der Fall.
    Man kann sich mal den Wer den er da geschaffen hat ansehen, der ist gleich 0!
    Und das im Gegensatz zu einem Neuling, der den Job noch nie gemacht hatte.
    Zum Thema Jugend, seit Wirtz weg ist bekommt jeder der gerade aus laufen kann und den Ball zum eigenen Mann bekommt einen Profivertrag. Wen man dann irgendwann einen Treffer hat ist das Wunderbar. Wer aber soll dieser Treffer sein ?
    Jacobs, der seit 1 Jahr stagniert, in meinen Augen immer schlechter wird?
    Thielmann, der trotz Stürmernot kein Stamm war?
    Gut da waren 2-3 gute Spiele, aber reicht das für die Zukunft!
    Obuz,Lemperle oder sonst wer, die 5er in der RL geworden sind?
    Ich persönlich bin absolut für Jugend Forscht(●’◡’●), ich sehe aber die Notwendigkeit nicht, fast jedem Jugendspieler jetzt einen Profivertrag zu geben.
    Das ganze ist ein Ding was durch Wirtz ausgelöst wurde, aber solche Talente sind doch die Ausnahme.
    Was ist falsch daran, nach einigen Einsätzen mit einem Vertrag zu locken?
    Ist jeder FC Jugendspieler jetzt ein Wirtztalent?
    Ich bin einfach der Meinung, man ködert einfach von Vornerein lieber.
    Anstatt sich anzusehen, ob es wirklich für gewisse Spielklassen reicht!

    Meine persönliche Meinung, die gerne kritisiert und diskutiert werden darf!
    Schönen Sonntag allen

    Kalla

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  8. Steffen Weber sagte:

    Wenn man ein Zeugnis ausstellt, kann man doch nicht elementare Dinge einfach ausklammern!?

    Heldt wollte einen Thorsten Fink holen, der die Grashoppers Zürich schnurstracks in die 2. Liga geführt hat. Anschließend ging es nach Japan und von da im Herbst 2020 zum Arbeitsamt. Es sprach wirklich gar nichts für Thorsten Fink und trotzdem wollte Horst Heldt ihn holen. Das gefährdet die Versetzung aber erheblich.

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  9. Norbert Neuheisel sagte:

    Das Nachkarten bei Veh und Heldt bringt nichts, da beide den FC nicht weitergebracht haben. Auch verstehe ich nicht, warum jetzt auf Wehrle herumgehackt wird. Dessen Situation hat Herr Merten in seinem Artikel „Nach Heldt-Abgang: Wehrle zwischen Macht und Ohnmacht“ in „t-online vom 03.06.21“ differenzierter und besser beschrieben. Man sollte sich jetzt lieber auf die Fehler des Vorstands konzentrieren und da mal tacheles reden.

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