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Zeugnis des Präsidiums: Denn wir wissen nicht, was sie tun


Seit 638 Tagen ist das Präsidium um Dr. Werner Wolf im Amt. Die Vereinsbosse des 1. FC Köln bekamen 78,2 Prozent der Stimmen auf der Mitgliederversammlung im September 2019. Kein überragendes, aber ein gutes Ergebnis angesichts der Spannungen, die vor knapp zwei Jahren im Verein herrschten. Doch aus dem Wahlversprechen des Vorstands, den Klub wieder zu einen, ist nichts geworden. Ein Zwischenzeugnis.  

Köln – Am 13. Mai 2019 wurden sie offiziell vorgestellt: Werner Wolf, Eckhard Sauren und Jürgen Sieger sollten für den Vorstand des 1. FC Köln kandidieren und den Klub in eine ruhigere, harmonischere Zukunft führen. Das Trio, das vom Mitgliederrat in einem mehr als einjährigen Prozess ausgesucht worden war, trat mit dem Willen an, Gräben zuzuschütten, Brücken zu bauen und den FC strukturell besser und personenunabhängiger aufzustellen. Doch in vielen Bereichen wurden die Ziele bislang weit verfehlt. Der Vorstand kämpft dabei mit einem großen Problem: Kaum jemand weiß, worin die bislang geleistete Arbeit des Präsidiums wirklich besteht.

Personal

Das, was man von außen am einfachsten wahrnehmen kann, sind die Personalentscheidungen: Seit Amtsantritt mussten zwei Sportchefs (Veh und Heldt) und zwei Cheftrainer (Beierlorzer und Gisdol) gehen – in 21 Monaten. Darüber hinaus wurde Mediendirektor Tobias Kaufmann mitten in der Sommer-Vorbereitung 2020 entlassen, obwohl die Entscheidung bereits Wochen zuvor festgestanden hatte. Letzterer Umstand erinnert verdächtig an die Heldt-Entlassung und hatte ähnliche Folgen (siehe Kommunikation). Nach Kaufmann wurde Jürgen Homeyer als Interims-Lösung installiert, der nur wenige Monate später ohne Akzeptanz und vorzeigbare Leistung wieder gehen musste, weil der ausgewählte Kaufmann-Nachfolger erst vorgestellt wurde, die Zusammenarbeit zwei Tage später aber auf öffentlichen Druck wieder aufgelöst werden musste. Seitdem sind erneut vier weitere Monate vergangen, einen neuen Mediendirektor hat der FC noch immer nicht, die nächste Kandidatenrunde mit dem nächsten Headhunter Zehnder führte zu keinem Ergebnis. Dem Vernehmen nach muss die Suche zum zweiten Mal neu gestartet werden – zehn Monate nach dem Kaufmann-Rauswurf. Parallel gab der Vorstand bekannt, sich für die Suche nach dem nächsten Geschäftsführer Sport bis zu einem Jahr Zeit nehmen zu wollen. Bis dahin wird der sportliche Bereich von der Interimslösung Jörg Jakobs geleitet.

Kommunikation

Die Personalien Kaufmann und Heldt zeigen, woran es dem Vorstand und dem FC am meisten fehlt: an kommunikativer Kompetenz. Weder waren die Vereinsbosse in der Lage, ihre Personalentscheidungen sauber zu kommunizieren und zu erklären, noch erreichten sie ihr Ziel, Trennungen ohne Schlammschlacht zu vollziehen. Vizepräsident Eckhard Sauren hatte nach der Heldt-Entlassung gesagt, man habe versucht die Prozedur „so würdevoll und menschlich wie möglich“ zu gestalten. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte anschließend: „Das Gegenteil kam dabei heraus, eine beachtliche Leistung.“ Auch den Vorwurf, in der Corona-Pandemie unterzutauchen, konnte das Präsidium nie entkräften. Im Gegenteil: Selbst Retter-Trainer Friedhelm Funkel klagte hinterher, vom Vorstand nichts mitbekommen zu haben. Angelehnt an den FC-Slogan „spürbar anders“ witzelte so mancher Fan irgendwann, der Vorstand sei „spürbar woanders“. Oder mit dem biblischen Ausspruch „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!“ ausgedrückt: Wir wissen nicht, was sie tun.

Finanzen

Sicher ist, dass der Vorstand seit März 2020 vornehmlich mit der Corona-Pandemie zu tun hatte. Zusammen mit Geschäftsführer Alexander Wehrle erreichten Wolf, Sauren und Wettich, dass der FC zumindest kurzfristig halbwegs stabil durch die Krise kam und die Lizenz für die nächste Bundesliga-Saison ohne Auflagen bekam: dank verlängerter Kreditlinien bei den Hausbanken, mit einer Landesbürgschaft, mit der Mezzanine-Anleihe. Bemerkenswert ist, dass im Hintergrund die Debatte um die Deutungshoheit darüber begonnen hat, wer sich in welchen Bereichen besonders hervorgetan hat – Wehrle oder der Vorstand. Klar ist, dass der Vorstand der Versuchung widerstand, in der Krise erste Anteile des Klubs zu verkaufen, sondern bei seiner Linie blieb, mit der er 2019 angetreten war: der FC soll den Mitgliedern gehören. Wie stabil die wirtschaftliche Lage des FC perspektivisch wirklich ist, ist noch nicht klar.

Strategie

Nach der Heldt-Trennung gab der Vorstand bekannt, einen Sieben-Jahres-Plan vorlegen zu wollen, mit dem die Geißböcke sich in der Bundesliga wieder etablieren wollen. Die Süddeutsche kommentierte süffisant, ein solcher Sieben-Jahres-Plan „war schon in der DDR keine gute Idee, im kurzatmigen Fußballgeschäft aber erst recht eine irreale Vision“. Dennoch ist man im Vorstand von dem Weg überzeugt. Kern der Strategie soll sein, dass der FC in all seinen Geschäftsfeldern abseits des Bundesliga-Tagesgeschäfts (Marketing, Merchandising, Internationalisierung, etc.) so viel besser arbeitet, dass der Umsatz um bis zu 30 Millionen Euro jährlich gesteigert werden kann. Dieses Geld soll dann in die sportliche Leistungsfähigkeit fließen. So will der FC-Vorstand nachhaltiger Gelder akquirieren als über einmalige Investorenzuschüsse. Ausgearbeitet wurde dieser Plan von der Unternehmensberatung McKinsey, dessen Senior Partner Dr. Klaus Behrenbeck im FC-Beirat sitzt. Dadurch sollen trotz der Finanzkrise auch Projekte wie der Geißbockheim-Ausbau oder gar der Ausbau des RheinEnergieStadions möglich gemacht werden. Ob diese Strategie mehr beinhaltet als einfache Vorgaben, Marketing-Umsätze zu steigern, ist noch nicht bekannt. Auch nicht, warum der Vorstand seit der offiziellen Vorstellung im Mai 2019 über zwei Jahre brauchte, einen solchen Plan vorzulegen. Wolf, Sieger und Sauren sowie später Wettich waren schon über viele Jahre Mitglieder im Beirat bzw. Mitgliederrat, hätten eine solche Strategie also eigentlich schon deutlich früher vorlegen müssen. Am 17. Juni muss das Präsidium zeigen, was es vor hat – und die Bosse müssen es auch kommunizieren können.

25 Kommentare
  1. Kurti sagte:

    7 Jahres-Plan?
    Ich hoffe , es reicht ein 10 Tages-Plan bis dieses „Präsidium“ Geschichte ist.
    Umsatz 2019/2020 ist 122.500 €. Dieses jährlich um 25 % steigern zu wollen ist mehr als sportlich.
    Zudem gibt der FC ja viel Geld für Abfindungen aus.
    Welche Perlen des Kaders sollen dann verkauft werden?
    Worum bedarf es dafür McKinsey?

    Sportlicher Erfolg sollte vorrangig geplant und gestaltet werden, dann kommt der finanzielle Erfolg von allein.

    Wettich nicht wählen, Vorstand nicht entlasten.

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    • FC Neukoelln sagte:

      Wie die Herren von McKinsey einen Umsatzzuwachs von 25% skizzieren – und zwar in (post-)pandemischen Zeiten, in denen nicht wenige unter den führenden Ökonomen eher eine Weltwirtschaftskrise vorraussagen? Indem DU lieber Kurti Dir jetzt erstmal 3 Arokodare-, 4 Dennis- und 2 Limnios-Trikots kaufst. Dazu noch eine Großpackung Hennes-Ungerbötzje.
      Selten einen solchen realitätsfernen Mist gehört. Und dann sollen 30Mio mehr Umsatz (also deutlich weniger an Gewinn) auch noch für den Geißbockheim-Ausbau oder den Erwerb des Stadions reichen? Darfs vielleciht noch ein vereinseigener Flughafen sein? Wir hier in Berlin könnten da sicherlich nützliche Tips geben.
      Interessant wäre, was die McKinsey-Studie den FC gekostet hat, mal abgesehen von der Beantwortung der Frage, ob das Zuschachern solcher Aufträge an privat nahestehende Unternehmen nicht etwa auch ein gewisses Geschmäckle hat.

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  2. Ankerdensin sagte:

    Ich finde mich in dem Bericht wieder, keine Frage. Was mich umtreibt, ist die Frage ob es opportun ist, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern und Herrn Dr. Wettich nicht zu wählen (sein Auftritt in 24/7 ist peinlich). Was sind dann die Konsequenzen? Tritt der Vorstand dann zurück? In einer sehr schweren Phase ohne Führung (auch wenn es diese aktuell de Facto ja auch nicht gibt), aber immerhin handlungsfähig im Sinne von „man kann etwas auf den Weg bringen“, was die GF vorschlägt.
    Ich glaube nicht, dass dieser Vorstand uns nachhaltig in besseres Fahrwasser führt. Diese Mannschaft hat versagt. 2 Jahre nach der Wahl ein Strategiepapier zu präsentieren, halte ich für ein Armutszeugnis. Eine Strategie hätte weitaus früher präsentiert und umgesetzt werden müssen. Mit nachträglichen Eckpunkten zur Bewältigung von Pandemieeinschlägen. Nun haben Berater hier unterstützt, was natürlich aktuell modern ist. Die Umsetzung der Strategie obliegt dann aber wieder dem Verein, den handelnden Personen. Der Vorstand hat in allen nach aussen gerichteten Arbeitsfeldern keine gute Arbeit abgeliefert, die Außendarstellung ist desaströs. Man schaue sich die Pressekonferenz an, dass ist wirklich schwach. Ausgenommen J. Jakobs, der einen präsenten und klaren Eindruck hinterlässt. Man muss nicht allem zustimmen, aber Er hat ein klare Sicht. Warum man aber nun nach dem Mediendirektordesaster nun auch beim Geschäftsführer Sport alle Zeit den Wlt hat, erschliesst sich mir auch wieder nicht. Mit dieser Pressekonferenz wird das Dilemma dieses Vorstandes tatsächlich erkennbar. Man ruht in sich, hat Zeit, beschwichtigt, redet über Strategien, und und und. Da wird selbst die seriöse Süddeutsch Zeitung süffisant im Kommentar.
    Aber, und das ist das Dilemma, ein erzwungener Rücktritt zur jetzigen Zeit wäre noch schädigender, daher sollte es bei bei einem #Denkzettel bleiben und eine Abwahl im kommenden Jahr ins Auge gefasst werden. Mit Vorlauf und einem neuen Kandidatenmodell. Und nicht nur vom MR in einem langen Prozeß vorbereitet.
    Wichtig, und dass ist für mich ein besonderes Thema am 17.06.: wir brauchen zukünftig das Votum vieler Mitglieder und daher hybride Mitgliederversammlungen. Das klappt bei Aktiengesellschaften und sollte auch bei uns ein Standard werden. Dann sollte es eine andere Art der Mehrheitsbeschaffung geben (können). Und nicht nur eine Mehrheit aufgrund der Mobilisierung von eigenen Anhängern und deren Präsenz in Mitgliederversammlung.
    In diesem Sinne, das Beste für den EffZeh.

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    • Hennes48 sagte:

      Ein guter Kommentar, allerdings sehe ich den Kernpunkt anders. Ein „Denkzettel“ klingt so ein wenig nach gelber Karte. Dieser Vorstand hat bereits x-fach gelb gesehen und muss nun nach weiterem „unsportlichen“ Verhalten (grober Inkompetenz) definitiv abgesetzt werden.
      Was von den Punkten, für die dieser Vorstand angetreten ist wurde denn bisher auch nur ansatzweise verbessert? Alles was Herr Merten hier aufzählt, sagt genug-und daraus resultiert definitiv „glatt rot“! Auch ohne jeden VAR!!!
      Apropos…auch bei diesem Punkt gilt es am 17.06. aufmerksam zu sein. Ein Vorstand und MR, der nicht klar jedem Mitglied die Teilnahme an einer MV ermöglichen möchte, dem vertraue ich alleine deshalb schon gar nicht.
      Wie die Süddeutsche schreibt: „ein Sieben-Jahres-Plan war in der DDR schon keine gute Idee!“ Und diese gesamte Führung erinnert zuweilen auch eher an einen „Zentralrat“, als an eine basisdemokratische Mitgliedervertretung!
      Nein-der Vorstand muss der erste Schritt sein und im Herbst dann der MR…denn dieser hat ja letztlich exakt diesen Vorstand ins Amt gesetzt! Der FC muss moderner, kompetenter und transparenter in seiner Arbeit werden…und zwar möglichst zeitnah!

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    • Fuenf sagte:

      Sollte der Vorstand nicht entlastet werden und Herr Wettich nicht gewählt werden, ist das Szenario, dass der Vorstand geschlossen zurück tritt natürlich naheliegend.
      Unabhängig davon, was dann gemäß Satzung passiert, sollte man sich fragen, ob man in dem Fall eine Verschiebung des Machtgefüges sieht und ob man das in Kauf nehmen möchte.

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  3. Robert Koerner sagte:

    Besonders intelligent scheinen die Herren ja wirklich nicht zu sein. Selbst wenn ich praktisch nicht so glänzen kann, versuche ich wenigstens verbal (kommunikativ) mein Bestes zu geben. Unsere Politiker sind da doch Paradebeispiele, die können zumindest alles versprechen, verkaufen und nachher schönreden. :-)

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  4. Steffen Weber sagte:

    Wenn man die Süddeutsche Zeitung zitiert und möchte suggerieren, dass dies eine „Qualitäts-Quelle“ sei, dann sollte man dabei berücksichtigen, daß dieser Artikel von P. Selldorf ist, der in der Vergangenheit nur selten mit objektiven Berichten zum FC aufgefallen ist.

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  5. Ankerdensin sagte:

    Ein ganz wichtiger Punkt ist die Möglichkeit einer Hybrid-MV mit der Möglichkeit der Stimmabgabe.
    Und sehr wichtig wäre mir die Stellung hierzu von Herrn Dr. Wettich.
    Wir müssen wachsam sein, es kann nicht sein, dass ein Verein mit 112.000 Mitgliedern, in einer solchen Stadt, als Marke EffZeh so dilettiert wird. Und es ist nicht korrekt, wie Herr Wettich es nun verkauft, man hätte die Kraft auf die Bekämpfung der Corona Pandemie gelenkt und den FC durch schweres Fahrwasser gelenkt. Es mag richtig sein und es ist wichtig die Prioritäten klar hier zu setzen, aber auch andere Firmen mussten dieses Thema bewältigen. Und haben dennoch Strategien entwickelt, die auch Corona berücksichtigen und dennoch weitergehen. Wir brauchen Kompetenz in allen Bereichen.

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  6. Kai sagte:

    Bei der Heldt-Entlassungs-PK präsentierten sich ein müder Präsident Wolf und ein bemühter, aber nicht überzeugender Vize Sauren kaum verhohlen beleidigt von der breiten Kritik, die dem Vorstand entgegenschlägt. Vize Wettich äußert sich heute im Express ebenso uneinsichtig mit Gegenangriffen auf Struth, Podolski, Herpel. Die Argumente gegen die Struth-Kritik mögen noch nachvollziehbar sein, die gegen Podolski und Herpel sind es nicht. Kommunikativ auch diesmal schwach und alles andere als gewinnend.
    Einen bloßen „Denkzettel“ bei der MV halte ich für zu wenig. Wer glaubt denn, dass alles zusammenbricht, wenn dieser Vorstand abtritt? Vakanzen an der Spitze hat es schon gegeben (nach Overaths Hinschmeißen), ohne dass der FC Schaden genommen hätte. Das wäre auch jetzt angesichts der Vorstands-Schwächen nicht der Fall. Im Gegenteil: geeignete Kandidaten könnten ihre Ambitionen darlegen, ohne als Königsmörder zu gelten.
    Daher: keine Vorstands-Entlastung! keine Wettich-Bestätigung!

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      • Steffen Weber sagte:

        Ich bin nicht pro Wettich, aber man sollte schon objektiv sein. Er war in Teilen sehr wohl selbstkritisch.

        Befremdlicher finde ich die Podolski Aussagen, der davon spricht, daß die Bierduschen übertrieben waren, da der Anspruch ein anderer sein müsste.
        Das zeigt, daß Lukas Podolski auch wirklich gar nichts verstanden hat. Denn genau das ist der Anspruch des FC: Klassenerhalt. Den hat er erreicht, der war sehr wichtig. Folglich ist es absolut angemessen, dies auch gebührend und ausgelassen zu feiern.
        Der angeblich Anspruch des FC, der sich in einem erhöhten Selbstverständnis begründet, ist doch das Hauptproblem, das hier seit Jahren zum Scheitern führt! Klassenerhalt ist das einzige Ziel auf Jahre – und nichts anderes! Es würde gut tun, wenn sich alle darauf besinnen würden. Auch Traumtänzer wie LP10, die von anderen Ansprüchen faseln.

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        • Michael Berberich sagte:

          Das erhöhte Selbstverständnis ist meiner Meinung nach seit dem letzten Abstieg, bei dem beileibe größten Teil der Anhänger, eben nicht mehr vorhanden. Und betrachtet man rein die Rahmenbedingungen der Stadt wie die Einwohnerzahl oder Wirtschaftskraft, dann sollte man eigentlich unter den Top-6 stehen. Das sollte dann auch langfristig ein Ziel sein, aber eben gaaaaanz langfristig. Die Orientierung jetzt müssen ebenfalls die finanziellen Rahmendaten sein. Auch dafür schneiden wir zu schlecht ab.

          Ich gehe nicht immer mit den Aussagen von Lukas Podolski konform, aber hier muss ich ihm zustimmen. „Das Ziel erreicht zu haben“ ist eine Aussagen, die ich als „gelungene Saison“ nicht gelten lassen kann. Lass Bornauw den Kopfball danebensemmeln und wir sind weg. Kein Relegationsspiel gegen kaputte Kieler, sondern Hi, 2.Liga. Das ist doch kein Erfolg, sondern gerade so dem Tod von der Schippe gesprungen. Dass die Spieler sich gefreut haben, kann ich nachvollziehen, aber das so ausgiebig öffentlich zu feiern? Das zeigt für mich eher das zu lasche Anspruchsdenken einiger Akteure.

          Kobe Bryant ist Ihnen sicherlich ein Begriff. Schauen Sie sich einmal auf Youtube das Video an mit dem Titel „Kobe Bryant on Injury & Losing Streak“ und schauen Sie seine Reaktion (ca 1:50 min) auf die Mitspieler an, die nach einer 8-Spiele-Niederlagenserie, den Sieg feiern. Genauso sehe ich die Feier der Spieler.

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  7. Kurti sagte:

    Die Selbstreflektion scheint bei den meisten Verantwortlichen nicht stark ausgeprägt zu sein.

    Wen zB SMR davon schwadroniert, die Menschen im Internet „haben noch nie was für den FC geleistet“

    Seine Leistung und sein mitwirken haben dazu geführt, das der FC genauso am Boden liegt wie nach der Ära Overath.

    Und wie ein Vorredner schon schrieb.
    Menschen, wie Wettich und SMR, die vehement verhindern wollen das alle Mitglieder virtuell an der Mitgliederversammlung teilnehmen können, wollen nur ihr eigenes Süppchen kochen.

    9 Jahre hat SMR Zeit den FC voranzubringen, hat nicht funktioniert.

    Zeit zu gehen.

    Keine Stimme für Wettich, keine Vorstandsentlastung!

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  8. Ankerdensin sagte:

    Mir machen die Forderungen nach roten Karten ernsthaft Sorgen.
    Keine Entlastung des Vorstandes, keine Wahl von Wettich und wir könnten ohne Präsidium darstellen.
    Würde bedeuten, kein Vorstand, kein Leiter Kommunikation, kein Geschäftsführer Sport. Das wäre ein bedrohliches Szenario, auch wenn der aktuelle Vorstand nicht überzeugt. Dieses Szenario möchte ich aktuell nicht. Halte ich auch für noch gefährlicher. Dann doch lieber mit den 2 Herren und einer Interimslösung weiter bis zur nächsten Wahl.
    Daher:
    1. Ich plädiere immer noch für Vernunft, Vorstand entlasten für 2019/2020.
    2. Keine Wahl von Herrn Wettich wg. Ablehnung von hybriden MV und unkritischen Verhalten gegenüber der Vorstandsarbeit (und, im Express ist Herr Wettich nur mit einem Mindestmaß an Eigenkritik Unterweges, da darf es schon mal mehr sein. Und die Faninszenierung in 24/7 ist peinlich)
    3. Kritische Auseinandersetzung mit dem Vorstand zur kommenden Wahl und keine Entlastung des Vorstandes für 2020/2021.
    In der jetzigen Phase brauchen wir Pragmatismus.

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    • Fuenf sagte:

      Die Sorge ist berechtigt.
      Andererseits kann man von mündigen Mitgliedern erwarten, dass sie sich über die Folgen der Stimmabgabe Gedanken gemacht haben.
      Wobei – ich traue mich nicht abzuschätzen, wie viele von denen, die ihr Stimmrecht an die Couch geliefert bekommen möchten, schon mal einen Blick in die Satzung geworfen haben.
      Womit wir wieder bei den Sorgen wären.

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  9. Franz-Josef Pesch sagte:

    Schade das ehem. Spieler des FC
    nicht den Mut haben ihre Stimme gegeüber diesem Chaosvorstand der nie richtig existiert hat zu erheben. Mitarbeit von „Alten Hasen“ gibt es in vielen Vereinen der Bundesliga….und ihre Mitarbeit macht sich durch ihre Kenntnisse als Spieler mit den Strukturen des Vereins bezahlt.
    Vorstände die sich in kritischen Situationen verstecken und nicht den Mut haben sich der Presse zu stellen sind feige und für solch einen Traditionsverein nicht tragbar. Hier müssen Männer oder auch Frauen an die Spitze des Vereins die mit Leib und Seele FC sind und sich nicht von Aussen diktieren oder dummschwätzen lassen wie der 1. FC funktionieren soll.
    Es gibt in Köln mit Sicherheit Personen für die der FC eine reine Herzensangelegenheit ist den Verein mit stolz zu führen.
    Arroganz, feige und Unfähigkeit
    sollte es bei einem neuen Vorstand des 1.FC Köln nicht mehr geben.
    Mitglied, Fan oder Anhänger dieses Veteins zu sein ist schon ein besonderes Privileg.

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  10. DreiEcken1Elfer sagte:

    Als langjähriger Vorstand einer größeren europaweit agierenden AG habe ich über 20 Jahre „Erfahrung“ mit den McKinsey und Zehnders dieser Welt gesammelt – diese Firmen garantieren eine konsistente und professionalisierte Vorlage – allerdings überhaupt nicht das Zustandekommen der darin verankerten Zahlen, Daten und Fakten. Im Wesentlichen besteht aber die „Berechtigung“ dieser professionellen Unterstützung darin, den ganzen stakeholdern zu signalisieren, das die vorgestellten Inhalte mit einer professionellen zweiten Meinung zustandekam. Also, es ist eine von vornherein üppig bezahlte Entschuldigung der Amts-, und Mandatsträger… Diesem Vorstand fehlt meines Erachtens jegliche visionäre und leidenschaftliche Kraft und überzeugende Haltung für einen solch tollen Verein mit dieser Ur-Kraft… Man stelle sich vor, es würde sich ein Team mit kompetenter und leidenschaftlicher, sportbegeisterter Haltung diesem wunderbaren Verein mit seinen emotionsgeladenen menschen widmen – kaum auszuhalten, was da gutes bei rauskäme… Aber bitte nicht mit diesen wirklich zweitklassigen Managern und ihren für jeden Firlefanz engagierten Beratern, die unglaublich viel Geld verschlingen…
    Sorry, ihr lieben Vorstände und auch Mitgliederräte – ihr habt ausgedient.

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  11. Dieter Gaus sagte:

    Auch ich bin nicht begeistert von der Leistung des Vorstandes und wer systemisch auf die Gesamtsituation schaut kann parallelen zur Mannschaft finden. Einzig der Nachwuchs, als auch die Frauen und die operativ tätigen können davon ausgenommen werden. So gesehen, war es vielleicht ganz gut, dass der Vorstand nicht „aktive“ in den zurückliegenden Wochen in das System Klassenerhalt eingegriffen hat.
    Wie kann das gehen?
    Diese Teams innerhalb des FC hatten eine Vision, Aufstieg, Klassenerhalt, es muß ja irgendwie weiter gehen. Wie in so manchen Unternehmen koppeln sich in Krisensituationen die operativen Einheiten vom Management ab (das nicht selten den Bezug zur Basis längst verloren hat) weil sie den Kunden, ihre Aufgabe im Blick haben. Das funktioniert aber nicht dauerhaft, siehe S04!
    Nach meinem Empfinden stimmt zur Zeit die Mischung nicht. Einen Fußballclub und erst recht nicht den 1. FC Köln, kannst Du wie ein Unternehmen führen über ZDF (Zahlen Daten Fakten) führen. Ja, die KGaA ist eine wirtschaftliche Ausprägung des Geschäftes Fußball, aber allein der Versuch den Claim, „spürbar anders“, schützen zu lassen, zeigt meines Erachtens schon, wie sinnlos das ist, wenn der Anspruch der sich aus diesen Claim ergibt nicht gelebt wird.
    Mia san Mia, ist auch nicht geschützt, wird aber gelebt, wie unzählige Titel es zeigen.
    Es braucht für den FC kölsche Lösungen, was nicht heißt, dass alles/alle aus Köln kommen müssen und keine 7 Jahres Strategie. Im Ansatz hatten wir schon in gewissen Sinne Visionäre mit dem Dreigestirn Spinner – Ritterbach -Schuhmancher, die über ihre Historie in und um Köln unterschiedliche Fähigkeiten, Kompetenzen und Netzwerke repräsentierten. Ihnen war es gelungen für die operative Arbeit ein ebenso gutes Team mit dem Schwaben Wehrle, dem D-Dorfer Schmadtke und dem Ösi Stöger. Vielfalt eben!
    Das Ende kennen wir, es hat dem FC nicht nur in den Europapokal geführt, sondern leider auch in den Abstieg.
    Ich bin der Überzeugung, das hätte nicht passieren müssen, wenn die Verantwortlichen spürbar anders agiert hätten. Statt nach der kölsche Nubbel-Menthalität zu verfahren, einer muß Schuld sein, wäre eine Kommunikation, eine Aufarbeitung, die Suche nach der Ursache sinnvoller gewesen, als einfach die Personen auszutauschen.
    Die Ursachen sind geblieben, im Ergebnis sehen wir in den letzten Jahren immer wieder und die Auswirkungen schleppt der FC weiter mit sich rum. Es werden Feindbilde aufgebaut, jeder rechtfertigt sich und sucht nach Koalitionen, die Gräben werden tiefer, die Mauern höher. Die wesentliche Energie (z.B. Abfindung über Abfindung) wird in diese Dinge gesteckt und nicht in die Lösung (Transparenz, Kommunikation, Vertrauen, Kontinuität). Hinzu kommt, auf der anderen Seite passiert genau das gleiche, anstatt weise, asiatisch zu denken, die Energie der anderen Seite umzuleiten, zu vereinnahmen und mitzunehmen!
    Mer ston Zusammen und helfen uns! Es gibt immer auch eine andere Sicht auf die Medallie!
    Als Fazit bleibt für mich zu hoffen, dass unser Vorstand die Zeichen erkennt, denn wie Ankerdensin schon sagt, es macht in Köln keinen Sinn den 1. FC Köln aufzulösen und den 2. FC Köln zu gründen, wenn es uns kölschen nicht gelingt zu lernen, die Vielfallt zu nutzen und unsere grundsätzlich positive Gemütslage in den Club, die Stadt und auch anderen gegenüber, auch wenn sie aus D-Dorf oder Gladbach kommen zu investieren. Dann werden wir eben lernen müssen auch die nächsten 25 Jahre, vielleicht mit einer Ausnahme, statt Europapokal-Kölschduschen, Nicht -Abstiegsduschen als Erfolg zu verstehen.
    Kölle Allaf
    Dieter

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