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Kein Geld für Transfers: Die Top Ten des FC bleiben bestehen


Der 1. FC Köln hat in diesem Sommer kein Geld, um Ablösesummen für neue Spieler zu zahlen. Noch im letzten Sommer hatten die Geißböcke trotz der Corona-Pandemie für zwei Neuzugänge so viel gezahlt, wie zuvor nur für vier andere Profis. Die Transfersummen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Doch die Top Ten der teuersten FC-Transfers könnten im Falle der Geißböcke nun einige Jahre unberührt bleiben.

Köln – In diesem Sommer kann der 1. FC Köln eigentlich keine Ablösesummen für neue Spieler zahlen. Leihspieler und ablösefreie Profis sind das Ziel der FC-Scouts. Maximal wäre es möglich, eine geringe Ablöse von knapp einer Million Euro zu zahlen, sofern im Vergleich zu einem ablösefreien Spieler die Gehalts- und Beraterkosten deutlich geringer ausfallen würden.

Ablösesummen wie in den vergangenen Jahren, selbst im Sommer 2020 mit den Verpflichtungen von Ondrej Duda und Sebastian Andersson, wird man beim FC in den kommenden zwei, drei Jahren aber nicht sehen. Wer aber gehört in die Top Ten der teuersten FC-Transfers der Vereinshistorie?

10. Dominick Drexler & Pedro Geromel – 4,5 Mio. Euro

2008 verpflichtete der 1. FC Köln den damals 22-jährigen Pedro Geromel für 4,5 Mio. Euro aus Guimarães. Der Innenverteidiger erwies sich als Volltreffer, wurde Stammspieler und später Kapitän. Einziges Problem: Die Geißböcke verpassten den richtigen Moment, den späteren brasilianischen Nationalspieler für 8 Mio. Euro zu verkaufen. Stattdessen musste Geromel später verliehen und irgendwann sogar verschenkt werden, um ihn von der Lohnliste zu kriegen.

Zehn Jahre später wurde Dominick Drexler für 4,5 Mio. Euro verpflichtet. Ein Transfer, der noch heute Fragen aufwirft, weil der FC Midtjylland den Ex-Kieler nur wenige Wochen zuvor für 2,5 Mio. Euro verpflichtet hatte. Die Geißböcke holten mit Drexler zwar den Zweitliga-Meister der Vorlagen (18 Vorlagen), für die Bundesliga reichte es aber nur bedingt. Die Folge: Auch er musste letztlich verschenkt werden, weil er mit 1,4 Mio. Euro ein zu hohen Erstliga-Gehalt bekam.

9. Anthony Modeste – 5 Mio. Euro

Im Sommer 2015 kam der Mann, der zwei Jahre später der teuerste Spieler in der FC-Geschichte werden sollte: Anthony Modeste wechselte für 5 Mio. Euro aus Hoffenheim zum FC, erzielte erst 15 und dann 25 Tore, ehe er nach China ging. Der Franzose wurde zu einer Legende, kehrte ablösefrei zu den Geißböcken zurück, traf seitdem aber kaum mehr. Nun arbeitet er an seinem Comeback, um noch einmal durchzustarten.

8. Ellyes Skhiri – 6 Mio. Euro

Er war einer der beiden großen Transfers der letzten Jahre: Ellyes Skhiri kam im Sommer 2019 für 6 Mio. Euro aus Montpellier zum FC. Der Sechser schlug ein, spielte zwei starke Saisons, entwickelte sich zum Schlüsselspieler der Geißböcke und könnte den FC in diesem Sommer zwei Jahre später für mindestens die doppelte Summe wieder verlassen. Dann würde er in der Rangliste sogar noch aufrücken, weil Montpellier an einem Weiterverkauf partizipieren würde.

7. Sebastian Andersson – 6,5 Mio. Euro

Sebastian Andersson sollte 2020 einer der beiden Königstransfers sein. Der Schwede kam für 6,5 Mio. Euro von Union Berlin zum FC, verletzte sich aber umgehend. Als Nachfolger von Jhon Cordoba geholt, fiel der Angreifer den größten Teil der Saison aus und kämpft nun gegen das Karriereende an. Sein Marktwert ist dramatisch gefallen, nur ein Jahr später ist er nur noch einen Bruchteil der Ablöse wert. Kann er sich noch mal zurückarbeiten?

4. Jannes Horn, Jorge Meré, Ondrej Duda – 7 Mio. Euro

Für drei Spieler hat der 1. FC Köln in seiner Geschichte rund 7 Mio. Euro ausgegeben. Im Sommer 2017 kam zunächst Jannes Horn völlig überraschend für diese Millionen-Summe zum FC. Ein fragwürdiges Geschäft, hatte der Linksverteidiger bis dato gerade einmal 13 Bundesliga-Spiele gemacht und seinen Vertrag in Wolfsburg wenige Wochen zuvor noch langfristig verlängert. Beim FC konnte er sich in vier Jahren nicht durchsetzen und geht nun in sein letztes Vertragsjahr.

Jorge Meré kam ebenfalls 2017 für diese Summe zum FC. Der Spanier hatte aber im Vergleich zu Horn schon zwei Jahre in Spanien als Stammspieler in La Liga für Sporting Gijon gespielt. Der hoch gehandelte U21-Nationalspieler bekam beim FC aber nur selten das Vertrauen und konnte die zahlreichen Trainer seit Peter Stöger nur selten dauerhaft von sich überzeugen. Trotzdem verlängerte er in der Zweiten Liga noch einmal seinen Vertrag und will sich nun unter Steffen Baumgart durchsetzen.

Ondrej Duda kam für 7 Mio. Euro im Sommer 2020 im Gegenzug zu Jhon Cordoba von Hertha BSC. Die Ablöse für den Slowaken lag auch deshalb so hoch. Das Geld zahlte der Offensivmann aber zurück – mit sieben Toren und sechs Assists wurde er Top-Scorer der Geißböcke in der abgelaufenen Spielzeit. Seinen Marktwert konnte er also halten.

3. Sebastiaan Bornauw – 8 Mio. Euro

Wie Ellyes Skhiri kam Sebastiaan Bornauw im Sommer 2019 für 6 Mio. Euro zum 1. FC Köln. RSC Anderlecht sicherte sich aber eine Weiterverkaufsprämie, sodass die Geißböcke in diesem Sommer dem Vernehmen nach noch einmal rund 2 Mio. Euro an die Belgier weiterreichen müssen. Denn Bornauw schlug dermaßen ein, dass er nun für über 15 Mio. Euro nach Wolfsburg wechselte und damit, inklusive zu erwartender Boni, zum zweitteuersten FC-Spieler in der Vereinsgeschichte wurde.

2. Lukas Podolski – 10 Mio. Euro

Es war die Rückholaktion aller Rückholaktionen beim 1. FC Köln: Nach drei mehrheitlich glücklosen Jahren beim FC Bayern München investierte der FC im Sommer 2009 die damalige Rekordsumme von 10 Mio. Euro, um Lukas Podolski heim zu holen. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Drei Jahre später ging es weiter zum FC Arsenal, ebenfalls als Rekordtransfer, doch die Geißböcke mussten in Liga zwei. Als Spieler wird Podolski nicht noch einmal zum FC zurückkehren. Das nächste Mal soll nach der aktiven Karriere sein.

1. Jhon Cordoba – 17 Mio. Euro

2017 war der Sommer der Rekordtransfers (und der rekordverdächtigen Fehler): Anthony Modeste wechselte für 28 Mio. Euro nach China, dafür holte der FC für 17 Mio. Euro den Kolumbianer Jhon Cordoba. Der 1. FSV Mainz 05 zog den Geißböcken bei dem Transfer die Hosen aus, nutzte den Modeste-Verkauf für eine Rekordsumme für einen Stürmer, der bis dato zweimal fünf Tore pro Bundesliga-Saison erzielt hatte. Was der Angreifer konnte, durften die Geißböcke erst ab Mitte der Zweitliga-Saison 2018/19 bewundern. Dann startete der wuchtige Mittelstürmer durch und wechselte nach insgesamt 37 Pflichtspiel-Toren für den FC für 15 Mio. Euro weiter nach Berlin.

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