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Rückkehr der Emotionen: Baumgart von FC-Fans gefeiert


Der 1. FC Köln hat sein erstes Vorbereitungsspiel der neuen Saison mit 4:0 (1:0) gegen Fortuna Köln gewonnen. Wichtiger als der geglückte Einstand gegen den Regionalligisten war am Ende aber die Rückkehr zu einer lange nicht erlebten Normalität: 4100 Zuschauer im Südstadion machten den Fußball am Freitagabend wieder lebendig. Das bekam auch Steffen Baumgart nach dem Spiel zu spüren.

Aus dem Südstadion berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Steffen Baumgart wollte nach seiner Interviewrunde gerade wieder in die Kabine verschwinden, da musste der 49-jährigen noch einmal einen Umweg machen. Die zahlreichen nach dem Abpfiff in der Kurve des Südstadions gebliebenen FC-Fans forderten den neuen FC-Trainer zu einer Ehrenrunde auf der Tartanbahn auf.

Wir haben die Emotionen gesehen

Erst schien sich Baumgart unsicher, ob er den Weg zu den Fans gehen sollte, entschied sich dann aber doch dazu und lief unter den „Steffen Baumgart“-Rufen der Anhänger an der Kurve entlang. Wärmer hätte die Begrüßung für den neuen Cheftrainer, in den am Geißbockheim so viel Hoffnung auf eine neue FC-Ära gelegt wird, kaum ausfallen können.

 

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Überhaupt war am Freitagabend im Kölner Südstadion ein Funken Normalität zurückgekehrt. Nach 15 Monaten der Distanz zwischen Mannschaft und Fans war die Freude sowohl bei den Anhängern als auch bei der Mannschaft, die nach Abpfiff ebenfalls in Richtung Kurve ging, deutlich zu spüren. „Es geht nicht darum, ob es das große oder kleine Stadion ist“, sagte Baumgart nach dem Spiel. Die 4100 Zuschauer waren zwar nicht mit Müngersdorf zu vergleichen, trotzdem war die Freude der Menschen nach über einem Jahr der Stadion-Abstinenz im gesamtem Umlauf zu spüren. „Wir haben die Emotionen gesehen, wir haben die Freude der Menschen gesehen. Wir wissen, was Fußball bewirken kann. Das spüren die Jungs auch auf dem Platz“, erklärte Baumgart. Für den Trainer hat ein gefülltes Stadion dabei einen entscheidenden Vorteil: Nicht alles, was Baumgart ruft, wird auch gehört. Und das wäre am Freitag häufig der Fall gewesen: „Ohne Zuschauer hätte man mich heute komplett gehört“, lachte der Rostocker.

Baumgart zufrieden mit dem ersten Test

Am Ende tat wahrscheinlich auch das standesgemäße Ergebnis von 4:0 sein Übriges. Der FC brannte gegen den Regionalligisten nach der ersten Trainingswoche zwar kein Feuerwerk ab, spielte sich das ein oder andere Tor aber ansehnlich heraus und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. So sagte auch Baumgart: „Wir haben viel von dem gesehen, wie wir uns das vorstellen. Dass nicht alles von Anfang an umgesetzt wird, ist normal.“ Eines hat der neue Trainer aber offensichtlich bei den eigenen Anhängern schon geschafft: Die Euphorie nach der verkorksten letzten Saison kehrt zurück.

4 Kommentare
  1. Holger sagte:

    Es waren 2 Erlebniswelten….eine erste Halbzeit die an grausame Spiele der Vergangenheit erinnerte, wenn bestimmte Spieler am Ball waren, oder halt mal wieder nicht am Ball waren. Samt vergebener Grosschancen…. Namen brauche ich ja nun nicht zu nennen.
    Und eine 2. erfrischende Halbzeit mit vielen jungen Talenten die einen für die Zukunft Hoffnung geben!
    Ich für meinen Teil hoffe nur, dass der Trainer einige ältere Spieler noch in die Spur bringen kann oder ihnen dann ganz klar aufzeigt, dass sie nicht zur Zukunft des FC passen!
    Dieses ewige „Wir müssen dem Spieler noch Zeit geben“ kann und will ich nicht mehr hören, die Zeit kann er im Trainingsspiel bekommen und sollte erst eingestzt werden wenn er die Grundtugenden an den Tag legt und dazu gehört eine enorme Laufbereitschaft!
    Das konnte man gestern klar erkennen, man konnte aber auch klar erkennen wer diese nicht hatte :-)

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  2. Gerd1948 sagte:

    Wichtig ist es als Trainer authentisch zu bleiben. Natürlich muss er die Fans mitnehmen. Aber die Fans entwickeln immer riesig schnell ein Gefühl dafür, ob ein Trainer sich mit seiner eigenen Art komplett einbringt, um den FC voran zu bringen. Es wird spannend sein Baumgarts Weg hier zu begleiten, neben den anderen neuen Gesichtern der sportlichen Führung.

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  3. overath sagte:

    Interessant das an der Spielphilosophie Baumgarts erinnert ja viel an den Ramba Zamba Fußball von Markus Anfang, nach dem ein paar Fans die Motzerei über zu viele Gegentore angefangen haben hat damals Veh in das System eingegriffen, obwohl es durchaus erfolgreich war. Wie viel Zeit muss man einem Trainer mit einer Spielidee geben um es überhaupt in die Köpfe zu kriegen ? Ich fand es hochgradik unfair damals, denn man wusste das man mit Anfang nicht eine Person sondern ein System bekommt. Das am Ende Anfang den direktne Wiederaufstieg gesichert hat wurde ignoriert und in der Woche des Aufsteigs hat man ihn gefeuert ohne jede Not. Weisweiler hat 1977 schon gesagt ‚ich bruch 2 Johr um en Manschaff druss zu mache‘ Hat er und wurde Meister. Ich hoffe für Baumgart und für den FC das wir diesmal die Geduld haben ihn auch wirken zu lassen, 2 Saisons sind einfach minimum, Gisdol hat man die gegeben ogwohl er nie ein eigenes System gebracht hat, keiner weiß heute warum. Ich drücke Baumgart die Daumen , denn wir brauchen mal neue Gesichter und neues System beim FC, Problem sind vor allem viele der ungeduldigen und Fußballunwissenden Fans und die Fußballlegasteniker in der Führung beim FC, incl. Mitgliederrat ! Das wird nur Funktionieren wenn man ihm trotz Druck die zeit gibt, und das da eine Idee dahinter steht sieht man jetzt schon.

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