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Chance genutzt: Torschütze Schaub ist zurück im Glück


Louis Schaub gehört zu den Gewinnern der ersten drei Spieltage beim 1. FC Köln. Der Österreicher wurde bislang in allen Ligaspielen eingewechselt, im DFB-Pokal übernahm er gar die Verantwortung im Elfmeterschießen und traf nun gegen den VfL Bochum zum wichtigen 1:0. Der 26-jährige hat sich unter Steffen Baumgart wieder in Form gebracht und kann den Geißböcken nun wohl doch helfen.

Köln – Noch vor drei Wochen wurde Jörg Jakobs gefragt, wie es um Kingsley Schindler, Tomas Ostrak und Louis Schaub bestellt sei. Die Antwort des Interims-Sportchef lautete: Schindler und Ostrak „werden bleiben“, sagte Jakobs. Schaub habe sich „ebenfalls ordentlich präsentiert und kennt seine Rolle“. Was zu diesem Zeitpunkt hieß: Hätte ein Klub auf den Österreicher geboten, hätte der FC ihn gehen lassen.

Schaub durchläuft erfolgreichen Prozess

Drei Wochen später ist davon keine Rede mehr. Schaub kam im DFB-Pokal in Jena als Joker, zeigte sich spielfreudig und traf vom Elfmeterpunkt. Auch gegen die Hertha und bei den Bayern brachte Baumgart den Linksfuß in der Schlussviertelstunde, und jedes Mal konnte Schaub noch einmal auf sich aufmerksam machen. Einzig forderte der FC-Trainer ein noch klareres Spiel von dem Techniker, im Zweifel auch einen Schuss mehr Egoismus beim Torabschluss.

Nun, gegen Bochum, wurde Schaub zum Matchwinner mit seinem erlösenden Tor zum 1:0. „Es ist natürlich schön, wenn das so gelingt. Das ist die Aufgabe der Einwechselspieler, dass sie noch mal für neuen Schwung sorgen“, sagte der Torschütze hinterher. „Das ist dann auch für den Trainer ein gutes Zeichen.“

Schaub betont: „Ich wollte hierher zurück“

Es war nicht nur ein Zeichen für den Trainer, sondern auch an den Trainer: Schaub signalisierte damit seinen Willen, nicht nur beim FC bleiben zu wollen, sondern sich in seiner Rolle wohl zu fühlen und bereit zu sein, wenn Baumgart ihn braucht. Unabhängig davon, was die Verantwortlichen ihm vor der Saison zugetraut hatten. „Von mir aus war immer klar, dass ich hierher zurück wollte. Ich habe die Chance bekommen, und ein solches Erfolgserlebnis hilft dann natürlich ungemein.“

Auch Baumgart hat den Österreicher schätzen gelernt, der in der Winterpause 2019/20 von den neu zum FC gekommenen Horst Heldt und Markus Gisdol aussortiert und zunächst zum Hamburger SV, später zum FC Luzern verliehen wurde. Doch Schaub hat in dieser Zeit offenbar seinen Glauben nicht verloren, es in der Bundesliga doch noch schaffen zu können – und auch beim FC. Eine Einstellung, die Baumgart schätzt.

Gehörte zu denjenigen, über die ein Abgesang gehalten wurde

„Louis hatte hier nicht immer eine einfache Zeit und gehörte zu denjenigen, über die ein Abgesang gehalten wurde“, sagte der FC-Trainer nach dem Sieg über Bochum. Jetzt sehe man, was Schaub könne. „Das ist schön für einen Trainer.“

Und für den 1. FC Köln, denn Schaub hat sich in dem 4-4-2 mit Raute als Alternative für alle drei offensiven Mittelfeld-Positionen empfohlen, insbesondere für die Halbpositionen auf links und rechts. Genauso wie Tomas Ostrak, der in der Schlussphase für Florian Kainz ins Spiel kam, füllte der Österreicher seine Jokerrolle nicht nur bei seinem Treffer, den er selbst einleitete, bislang mit Leben und Spielwitz.

Daher sieht es auch nach einer Mannschaft aus

„Das ist das, was ich betone: Es gibt nicht nur die erste Elf, sondern alle Spieler“, freute sich Baumgart über die Qualität, die er von der Bank einwechseln konnte. „Natürlich ist das manchmal eine Enttäuschung, wenn man nicht spielt. Es ist nicht immer draußen zu sitzen und die Entscheidung zu akzeptieren, die ich treffe. Aber das tun die Jungs, daher sieht es auch nach einer Mannschaft aus.“ Eine Mannschaft, zu der nun auch Schaub wieder als vollwertiges Mitglied gehört. Wechselgedanken adé!

16 Kommentare
  1. Klio sagte:

    Man muss sich allein mal Schaubs Tor in Zeitlupe anschauen und auf den Fuß achten – technisch hervorragend.

    Ich kann mich noch gut erinnern, als die Nachricht kam, dass Schaub aussortiert wurde. Kam für mich als Fan eher unvorbereitet und hat mich auch etwas geschockt. Die damalige Begründung war, dass Schaub der Zug zum Tor fehle (Vorwurf eigentlich: zu viel „Schönspielerei“). Konnte man zähneknirschend teilweise nachvollziehen, trotzdem war es schade, dass ein so guter Techniker und auch guter Teamplayer abgegeben werden sollte.

    Die Zeit in der Leihe hat Schaub anscheinend gut genutzt. Denn es ist ausgerechnet Schaub („zu wenig Zug zum Tor“), der 4 Minuten nach seiner Einwechslung das herbeigesehnte Brustlöser-Tor schießt. Steffen Baumgart, der bei jedem Ansatz von purer Schönspielerei vor Wut kocht, sieht in Schaub eine gute Alternative für die Schlussphase, in der dringend ein Tor gebraucht wird – das rundet den Eindruck ab.

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  2. Gerd1948 sagte:

    Ich weiß nicht von wem diese Aussage kam, dass ihm der Zug zum Tor fehle. Ich bin besonders im letzten Absatz deiner Meinung, denn augenscheinlich hat Schaub in seiner letzten Leihe körperlich was getan, da m.E. die fehlende Körperlichkeit und Fitness damals gegen ihn sprachen.

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    • FC Neukoelln sagte:

      …und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die richtige Einstellung hat Modeste vor ein paar Tagen in der 90. Minute den Torwart im Vollsprint anlaufen lassen. Wann hat man das das letzte Mal gesehen?
      Für die richtige Einstellung ist der Trainer verantwortlich, niemand sonst. Das Maß aller Dinge ist hier natürlich Jürgen Klopp.

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  3. Steffen Weber sagte:

    Moment läuft alles wie geschnitten Brot, so daß Schaub, Ostrak, Lemperle, Schmitz, etc. alle „toptoptop“ sind. Es kommt aber auch wieder die Wahrheit ans Tageslicht und dann muss man entsprechend nüchtern entscheiden. Einen Stammplatz wird Schaub nicht bekommen, dafür fehlt ihm dann auch das Tempo, als Einwechselspieler ist er absolut brauchbar. Wenn er damit leben kann, ist das gut.
    Schindler und J. Horn abgeben, Hauptmann ebenfalls, wobei der momentan nicht weh tut, da zahlt die Kasse das Gehalt, so lange er noch weiter krank ist, Cestic verleihen. Und es würde nicht schaden, wenn man noch einen RV holen würde, für die Gegner, die entweder flotte Spieler in ihren Reihen haben oder einfach offensiver agieren, so daß Benno defensiv mehr gefragt ist, was nicht zu seinen Stärken gehört.

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    • Hans-Peter Neuse sagte:

      Hr. Weber,

      wie Radio Eriwan, im Prinzip ja….
      …aber, Jannes nicht abgeben. Der kann man als IV gebrauchen, und da war er wirklich nicht schlecht. Hat aber zunehmend auch auf LV gute Spiele gemacht.
      Und als Back Up ist er immer brauchbar. Sollte jedoch Skihri noch verkauft werden, was wohl nicht nur ich überaus bedauern würde, so müßte Joni ins MF. Dann wäre Jannes auf LV wirklich benötigt. Katterbach traue ich nicht sehr viel zu. Er braucht noch eine Menge Zeit.

      Übrigens, wie wichtig gute Einwechselspieler sein können, hat eben das letzte Spiel sehr gut gezeigt. Wir brauchen auch gute Leute auf der Bank.

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    • ichfreuemich sagte:

      Was heißt hier schon: „es kommt aber auch die Wahrheit ans Tageslicht …“? Natürlich wird es irgendwann schlechte Spiele geben und auch auch einige der von dir benannten „toptoptop“-Spieler werden auch mal einen schlechten Tag erwischen. Warum sollte Schaub nicht auch mal einen Stammplatz erhalten? Schaub ist übrigens genauso schnell/langsam wie z.B. Kimmich. Er ist vielleicht der beste Techniker im Team und kann der Mannschaft jederzeit helfen – auch während der gesamten Spielzeit. Ich glaube, er wird von vielen massiv unterschätzt. Gottseidank hat ihn Baumgart nicht fallengelassen.

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      • CK sagte:

        Zustimmung, ich war einer von denen die es damals nicht verstehen konnten unseren besten Techniker wegzuschicken…

        Er hat definitiv was an seinem Körper gearbeitet das sieht man, es kann halt nicht jeder wie Goretzka oder Öczan aussehen, auch sein Antritt hat sich in meinen Augen verbessert.
        Was die Ballführung / Technik angeht gibt es nur wenige in unserer Mannschaft die mit Schaub mithalten können, eigentlich nur Duda, also schön das er wieder da ist und nochmal eine Chance erhält.
        Ich hoffe er hat Demut gelernt und einen stärkeren Ehrgeiz entwickelt sich selbst zu verbessern um noch besser zu werden.

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        • FC Neukoelln sagte:

          Das ging auch mir so. Ich habe nicht verstehen können, wie man ein derart feines Füsschen so sang- und klanglos abzusägen bereit ist. Ich glaube ein wiederholt vorgetragenes Argument der Absägefraktion war damals seine mangelnde Geschwindigkeit. Verglichen mit dem, was wir am vergangenen Samstag zu sehen bekamen frage ich mich aber, wie um Himmels Willen man für Gisdolschen Fussball zu langsam sein kann? Genauso wenig, wie man im Autokino geblitzt werden kann.

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          • Gerd1948 sagte:

            Er war es nicht gewohnt nach hinten kräftezehrende Wege zu machen, hat kaum einen Zweikampf gewonnen. Von daher war es schon nicht falsch ihm woanders vllt erst mal den Weg aufzuzeigen, dass er an sich arbeiten muss. Ist aber insgesamt viel viel Spekulation. Fakt fan ich, dass er unter Beierlorzer schon zu wenig zeigte in Bundesliga 1

    • Gerd1948 sagte:

      Mag sein CK. Vllt lief es nicht fair ab. Es ist auch nur eine persönliche Einschätzung, genau wie die, dass ich Drexler auch abspreche uns in der 1.Liga geholfen zu haben. Was jetzt dazu führte, dass Schaub gehen konnte/sollte oder Drexler bleiben durfte/konnte weiß ich natürlich nicht im Ansatz.

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  4. Klaus Höhner sagte:

    Unser Kader ist Bundesligatauglich das hätte vor 4 Wochen niemand für möglich gehalten.Wenn es Rückschläge gibt und die werden kommen haben wir einen Kompetenten Trainer und ein gutes Fundament auf das man sich verlassen kann,das hat es seit Jahren beim FC nicht gegeben und darüber sollte man sich freuen.Es gibt jetzt schon Clubs den das Wasser bis zum Hals steht und wir sind nicht dabei????? Zum Schluss seit beim FC die 2 G Regel gilt läuft es sportlich Super oder?????

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    • Novagol sagte:

      Bei aller Liebe…Was hat das mit 2G zu tun? So sehr ich mich über den sportlichen Erfolg freue, so sauer bin ich, dass ich nicht mit zwei meiner besten Freunde ins Stadion kann, da diese nicht geimpft sind. Wenn jemand gesund ist, spricht nichts gegen einen Besuch.
      Wir verbieten ja auch niemanden ohne Führerschein die Straße zu überqueren. Ein gewisses Risiko gibt es überall.

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