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Schon 18 Abgänge: Schrumpft Jakobs den FC noch weiter?


Der Transfermarkt in der Bundesliga geht in die entscheidende Phase. Am Dienstag schließt das Transferfenster für diesen Sommer, und auch der 1. FC Köln will in den letzten zwei Tagen weiter aktiv bleiben. Einerseits hält Interims-Sportchef Jörg Jakobs die Augen nach weiteren Verstärkungen auf. Andererseits würde er den FC-Kader gerne noch verkleinern. Und das, obwohl schon 18 Abgänge feststehen.

Köln – Der 1. FC Köln hat einen umfangreichen Transfersommer hinter sich. 18 Spieler haben den Klub verlassen, fünf sind gekommen, dazu mehrere Talente aus dem Nachwuchs hochgezogen worden. Für den Sportchef auf Zeit, Jörg Jakobs, stand dabei vor allem die Kostenreduktion im Vordergrund. Und dies ist auch für die kommenden Tage noch das Ziel.

Sieben Spieler automatisch weg

Als die vergangene Saison mit dem Sieg in der Relegation endete und Jakobs nach der Entlassung von Horst Heldt das Ruder übernahm, standen schnell sieben Abgänge fest: Die Verträge mit den fünf Leihspielern wurden nicht verlängert, ebenso die beiden auslaufenden Verträge mit Marco Höger und Max Meyer nicht. Das war der einfachste Schritt, um Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen.

Die schwierigeren Gespräche folgten in den Wochen danach: Erst waren es einfachere, weil preiswerte Entscheidungen wie die Leihen von Robert Voloder und Yann Bisseck oder die Vertragsauflösung von Julian Krahl aufgrund des großen Angebots an Talenten auf der Torhüter-Position. Mit dem Verkauf von Ismail Jakobs wurde erstmals dringend benötigtes Geld generiert, um Handlungsspielraum zu schaffen. Dieser wurde auch dafür genutzt, um die Verträge von Lasse Sobiech und Marcel Risse aufzulösen. Als dann noch Sebastiaan Bornauw nach Wolfsburg ging, konnte es mit Dominick Drexler, Vincent Koziello und Joao Queiros weitergehen.

Mehrere Millionen Euro an Abfindungen

Dabei mussten die Geißböcke den ehemaligen Profis mehrere Millionen Euro als Abfindung zahlen, um sie überhaupt von der Payroll zu bekommen. Dieser Abfindungs-Wahnsinn soll in den kommenden Jahren nicht mehr vorkommen, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Doch noch gab und gibt es so viele Altlasten, dass man Spielern wie Drexler, Sobiech, Risse und Koziello insgesamt über zwei Millionen Euro dafür zahlte, dass sie den Klub ablösefrei verlassen konnten.

Vor der Saison war man in den Kölner Kaderplanungen davon ausgegangen, dass drei weitere Spieler ebenfalls auf diese oder andere Weise den Klub wieder verlassen würden: Kingsley Schindler, Louis Schaub und Niklas Hauptmann. Schindler bot sich in der Vorbereitung jedoch als Alternative hinten rechts an, Schaub spielte sich zuletzt als wichtiger Joker in den Vordergrund und betonte, bei den Geißböcken bleiben zu wollen. Und Hauptmann erkrankte schwer, sodass an Fußballspielen – und an einen Wechsel – erst einmal nicht zu denken waren. Der FC äußert sich nicht zu seinem Gesundheitszustand, doch ein Transfer in diesem Sommer gilt als ausgeschlossen.

Sportlich darf der FC Skhiri nicht abgeben

Und so bleibt die Frage: Was passiert in den letzten zwei Tagen wirklich noch? Sollte ein Klub Interesse an Schindler bekunden, so heißt es intern beim FC, sei man trotz seiner guten Entwicklung gesprächsbereit. Sava Cestic gilt nach der Verpflichtung von Luca Kilian als Ausleih- oder gar Verkaufskandidat, da er andernfalls wohl nur Regionalliga spielen würde. Marvin Obuz könnte Spielpraxis in einer höheren Liga eigentlich auch gut vertragen, doch beim FC traut man Obuz viel zu – inklusive dem Sprung in die Bundesliga im Laufe der Saison.

Was bleibt, ist die Frage nach Ellyes Skhiri. Die Leistungen des Tunesiers machen ihn eigentlich unverkäuflich, wäre da nicht das Problem des Eigenkapitals, das der FC noch nicht Lizenz-konform aufgestockt hat. Fraglos dürften die Geißböcke ihren Schlüsselspieler nicht verkaufen. Dafür müssten sie aber einen anderen Weg finden, ihre Finanzprobleme zu lösen.

Alle Abgänge des 1. FC Köln 2021/22

Verkauft

  • Sebastiaan Bornauw
  • Dominick Drexler
  • Ismail Jakobs
  • Vincent Koziello
  • Julian Krahl
  • Joao Queiros
  • Marcel Risse
  • Lasse Sobiech

Verliehen

  • Yann Aurel Bisseck
  • Dimitris Limnios
  • Robert Voloder

Leihen ausgelaufen

  • Tolu Arokodare
  • Emmanuel Dennis
  • Elvis Rexhbecaj
  • Marius Wolf
  • Ron-Robert Zieler

Verträge nicht verlängert

  • Marco Höger
  • Max Meyer

40 Kommentare
  1. Gerd1948 sagte:

    Bäuerin sucht Mann. Also da wüsste ich einen der mit der “ Mistgabel“ gut umgehen kann. Richtig, richtig tolle Arbeit von Jakobs. Ergo eine gute Personalie im Verein. Jetzt mal die 36 Stunden noch abwarten was die Personalie Skhiri betrifft. Das mit der Liquidität kriegt Wehrle hin in den nächsten Monaten, allein es wäre gut wenn die Regierung den Strich nicht durch die Zuschauereinnahmen macht. Es ist aber auch der Punkt warum ich gestern über das Pokallos etwas gehadert habe.

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  2. Robocop sagte:

    Kalimera aus Mykonos,

    gute Arbeit von den Verantwortlichen.
    2022 sind es mit Voloder Bisseck und Liminios nur noch 3 Spieler die man auszahlen könnte, vorausgesetzt der Trainer möchte sie nicht mehr im Klub.
    so langsam macht mir der FC wieder Spaß, auf allen Ebenen.
    Come on FC!

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  3. Anti Raute sagte:

    Es geht nicht um Liquidität. Diese ist vorhanden, der FC hat keine Probleme, diese Saison finanziell zu überleben. Es geht darum, wieder Eigenkapital zu schaffen, die 38 Mio, die wir mal hatten, sind längst aufgebraucht worden, derzeit wird man vielleicht wieder ein negatives EK haben. Aber dieses Problem haben viele Vereine in Deutschland durch die Pandemie bekommen. Deshalb ist es auch nicht richtig, wenn immer geschrieben wird, der FC MUSS Skhiri noch abgeben in diesem Sommer. Diesen Spieler könnte man auch noch im Winter oder nächsten Sommer abgeben.

    Es gibt einige Möglichkeiten, wie man das EK wieder aufbauen kann, dazu muss man nicht zwingend den besten Spieler abgeben, den wir derzeit haben, zumal es gar kein Angebot gibt, was den FC zu handeln bewegen könnte/würde.

    Der Super GAU wäre ein Abstieg in dieser Saison. Alles Andere ist sekundär, wir MÜSSEN drin bleiben in Liga 1 und bisher schaut es auch ganz gut aus. Skhiri darf man nur abgeben, wenn die Ablöse im Gesamtvolumen > ist als 20 Mio Euro. Alle Summen darunter wäre ein schlechter Transfer und auch noch ohne Not.

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  4. Anti Raute sagte:

    Ergänzung: Der FC hat die Lizenz OHNE AUFLAGEN erteilt bekommen für diese Saison.

    Alleine dies zeigt doch, dass der FC kein Problem bei der Liquidität hat.

    Die Presse sollte endlich mal aufhören damit zu behaupten, dass der FC Skhiri jetzt verkaufen muss. Das ist und bleibt Blödsinn, auch wenn man es jeden Tag schreiben würde. Was will man mit so einer Überschrift denn bewirken? Ist es derzeit zu ruhig für unsere Kölner Presse beim FC?

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  5. Gerd1948 sagte:

    Hast ja Recht Anti Raute, aber Eigenkapital hat eben auch was von Liquidität für mich. Wie an anderer Stelle geschrieben ist für mich als Otto Normalverbraucher Fan ein Nichtabstieg etwa mit Skhiri am Rock näher als eine eventuelle Auflage in der übernächsten Transferperiode.

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  6. kalla lux sagte:

    Jacobs bekommt ja auch nur seine Vorgaben.
    Das er diese dann 18 Abgängen bestimmt erfüllt hat, steht ausser Frage.
    Aber was war der Preis dafür?
    Man sollte schon meinen das wen man Ü20 Millionen ausgibt, mehr dabei rumkommt als nur Spieler abzufinden. Oder Gehälter weiter zu zahlen.
    Aber leider ist das nicht so. In der freien Wirtschaft gilt das Motto, nur wer investiert wird auch am Ende gut dastehen. Beim FC ist das Motto, hoffen das aus der Jugend Werte kommen.
    Im Endeffekt darf Jacobs und der Vorstand froh sein, das Baumgart ein Trainer ist der immer mit Mannschaften gearbeitet hat, die wenig hatten.
    Deshalb war er auch mit dem was da vorhanden war und zurück kam zufrieden.
    Aber wen es der Weg des FC sein soll, eher Eigenkapital zu schaffen, bzw nur noch Schulden zu tilgen, ohne auch nur 2-3 gute Junge nachzuholen wie es SEB und Shkiri waren.
    Welchen Marktwert hat der FC den dann noch?
    Würde der FC Shkiri aktuell verkaufen würden Marktwert und Schulden fast die Waage halten!
    Eventuell ein kleines Plus, aber ist das wirklich das, was ein BL Fussball Verein in der heutigen Zeit auszeichnet? Oder sind es eher die Top Ablösen die andere Vereine kassieren, die erst einmal Geld in die Hand genommen haben?
    Man kann das als Schwarzmalerei sehen, oder aber den Niedergang eines großen Vereins zur grauen Maus.

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  7. Truebe Tasse sagte:

    Könnten wir nicht mal ein Solidaritätsbündnis gründen? Wie wäre es, wenn jeder von uns bei den restlichen Heimspielen dieser Saison neben der regulären Bratwurst in der Halbzeit eine Bratwurst zusätzlich verspeist? Oder wenn man einen Becher Kölsch zusätzlich trinkt? Würde das dem FC helfen? Profitiert der Verein direkt am Verzehr, oder ist das Catering outgesourced? Wie sieht es mit Fanartikeln aus? Wenn ich mir jetzt pro Spiel ein Utensil kaufe, unterstütze ich damit direkt den Aufbau von Eigenkapital oder nicht? Ich brauche Fakten!!! Ich will Geld los werden, der FC braucht Kohle – also sagt mir, was ich im kleinen Rahmen tun kann.

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  8. maradonna sagte:

    Der Artikel ist doch totaler Unsinn, aber es halt hier in Köln so. Man profitiert von Horst Heldts Arbeit, leider können die Menschen hier die Dinge nicht einordnen. Alle Transfers hat Heldt eingetütet und es wäre auch unter Heldt so gekommen. Leider hat es die Emotionalität mal wieder verhindert dass Heldts gute Arbeit fortgesetzt werden konnte, jetzt wäre es nicht mehr möglich Heldt zu entlassen, im Gegenteil jetzt hätte Werner Wolf den Vertrag mit Heldt und Baumgart sofort verlängert, allein aus der Emotionalität des Umfeldes heraus. Insofern war es schlau von ihm Horst Heldt vor der Saison zu entlassen, wenn man es denn als schlau bezeichnen kann, denn eigentlich war es eine Dummheit.

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  9. maradonna sagte:

    Ein Transfer wie der von Mousa al Taamari, der die belgische Liga in Schutt und Asche spielt, und Jörg Jakobs hätte sofort meinen Respekt, aber dazu wird es nicht kommen, es wird eher jemand kommen wie damals Sascha Bigalke, den man als kommenden Superstar ankündigte, d er aber nie über 3.Liga hinaus kam.

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      • Jose Mourinho sagte:

        Ja die Früchte der Arbeit von Heldt werden geerntet: Arokodare, Meyer, Zieler, Limnios, Dennis, Rexhbecaj und eine völlig sinnfreie Verlängerung von Gisdol … eine Prachternte für zig Millionen. Daneben Mitläufer wie Wolf und Leistner, die auch nach den Leihen nichts mehr richtig auf die Kette kriegen. Ich halte gar nichts von Vehs Zeit hier, aber neben dessen wirklich zahlreichen Fehlschlägen und Rentenverträgen gab es immerhin Bornauw und Skhiri auf der Habenseite. Bei Heldt gibt es da mit Abstrichen Duda und einen 30jährigen Uth, der nach seinem Vertrag keine wesentliche Ablöse bringen wird. In Summe ist das nun wahrlich keine Ernte.

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  10. Gerd1948 sagte:

    Die erkenne ich nicht bis auf die Verpflichtung Baumgarts, die zu dem Zeitpunkt sicher nicht mehr alleine unter die Prämisse Heldts gefallen ist. Ich war immer Pro Heldt, aber es sind nun mal auch Sachen gewesen, die so nicht tragbar waren und vor allem hat er sich mit dem beispiellosen Dafür Halten an Gisdol zusätzlich einen Kropf ans Bein gehangen. Kölsch-Schwäbischer Klüngel eben, der vllt den touch to much hatte fürs business.

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    • maradonna sagte:

      Leider ordnest du die Dinge in der Nachbezrachtung aber falsch ein, ich will dich auch gar nicht persönlich angehen, bei anderen würde das zum Hasskriwg führen, mir geht es nur um die Sache. ESgab mal eine Diskusdion in der ich Veh vorwarf dass der Fc damals wie heute schlechter da stand als vor Veh, und du entgegnetest mir dass man mir Bourmauw und Skhiri nur dank veh zwei tolle Spieler hat. Wieso werden diese beiden dann jetzt wieder relativ bedenkenlos abgegeben wenn sie doch so wichtig sind ? Liegt es vielleicht daran dass sie relativ leicht zu ersetzen sind

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      • Gerd1948 sagte:

        Von bedenkenlos abgegeben kann man nicht sprechen. Jakobs Situation würde sich erst auf Heldt oder gar Veh beziehen, wenn er für die Spieler Bornauw oder Skhiri ( hoffentlich nicht), einkaufen gehen würde. Bisher beschließt sich Jakobs Handeln ja darauf den Kader auszudünnen, zugegeben mit dem Geld für Abfindungen, dass man erst durch den Verkauf von Bornauw hatte. So kann man noch nicht davon sprechen ,dass Jakos komplett handlungsfähig ist. Ich finde lediglich gut, dass er es geschafft hat die Spieler aus dem Budget zu bekommen, auf die man nicht setzen möchte derzeit. Allerdings ist Jakobs auch sehr wohl daran beteiligt, dass man etwa Bornauw nicht für 9 Millionen abgegeben hat und genauso hart bleibt man bis zuletzt bei Skhiri. Ich gebe zu, dass auch Heldt keiner war ,den man soeben mal über den Tisch ziehen konnte, wie gesagt, ich war grundsätzlich Pro Heldt und grundsätzlich sogar Pro Gisdol

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