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Die Spieler sind dieselben, die Mannschaft eine andere


Dieser Sieg des 1. FC Köln über den VfL Bochum war ein hartes Stück Arbeit. Nicht nur durch nimmermüde Laufarbeit, nimmermüdes Flanken, Schießen, Köpfen, Zweikämpfe gewinnen, sondern durch die mentale Herausforderung. Der FC erarbeitet und verdiente sich diese drei Punkte, indem die Spieler immer daran glaubten, dass ihre Mühen irgendwann belohnt würden.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Was waren das in der vergangenen Saison für Dusel-Siege des 1. FC Köln! In Dortmund, in Mainz, in Gladbach, selbst zuhause gegen Bielefeld und Schalke – immer mit deutlich weniger Ballbesitz, immer mit deutlich weniger Torchancen, immer ohne den Anspruch, selbst das Spiel machen zu wollen, immer ohne eine echte Idee, wie der FC das Spiel aus eigener Kraft würde gewinnen können. Es waren unansehnliche Kicks, jene Spiele, über die Steffen Baumgart sagt, ihn langweile solcher Fußball.

Der Glaube der Spieler macht den Unterschied

Dieses Nur-nicht-verlieren-Wollen, dieses Nicht-am-Fußballspiel-teilnehmen, dieses Irgendwie-werden-wir-schon-ein-Tor-erzielen, dieses Denken ist beim FC vorbei. Die Spieler sind größtenteils noch dieselben, die Mannschaft aber ist eine andere. Die Kölner Statistiken gegen Bochum waren erdrückend, doch es waren nicht nur die Zahlen, die den Zuschauern auf den Rängen das Gefühl gaben: Da unten auf dem Rasen steht eine andere Mannschaft auf dem Platz. Es war der Glaube der Spieler, dass nur eine Mannschaft dieses Spiel gewinnen würde.

Dabei war der Spielverlauf alles andere als optimal für die Geißböcke. Bochum war eine halbe Stunde lang hilflos, doch der FC konnte nicht in Führung gehen. Zwei Tore wurden zurückgepfiffen, mehrere Großchancen blieben ungenutzt – so manches Team kommt nach einer solchen Überlegenheit ohne Zählbares ins Grübeln. Die Baumgart-Truppe jedoch bestand diesen mentalen Belastungstest und bewies, dass sie an den Weg ihres Trainers bereits nach drei Spieltagen komplett glaubt.

Dieser Weg kann gegen jeden Gegner erfolgreich sein

Und so war der Dreier gegen den VfL weder ein Zufallsprodukt noch das glücklichere Ende aus Kölner Sicht. Es war die logische und verdiente Folge harter, nimmermüder Arbeit – körperlich, spielerisch und mental. Der FC wird nicht immer erfolgreich sein in dieser Saison, es wird Rückschläge geben, doch schon jetzt wissen die FC-Profis, dass ihr eingeschlagener Weg gegen jeden Gegner zum Erfolg führen kann. Dieses Selbstvertrauen ist das Fundament, auf das sich eine erfolgreiche Saison bauen lässt.

17 Kommentare
  1. El Sas sagte:

    Genau auf den Punkt gebracht: Gleiche Spieler, eine andere Mannschaft. Vor der Saison war abzusehen, dass die besten Spieler verkauft werden müssen und kein großes Budget für neue Spieler vorhanden sein wird. Es blieben 2 Wege offen, diese Herausforderung zu meistern: phanastische Spieler für wenig Geld oder die vorhandenen Spieler besser machen. Der erste Weg ist schlichtweg nicht realistisch. Der zweite war für mich kaum vorstellbar. Aber genau das ist scheinbar mit dem neuen Trainer aufgegangen. Erinnert mich an die Gladbacher 2011, als Favre mit der gleichen Mannschaft Platz 4 erreichte, mit der er 1 Jahr zuvor die Klasse in der Relegation gerade so gehalten hat.

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  2. andi sagte:

    Es ist war, die Mannschaft strahlt riesiges Selbstvertrauen ob der Leistungen, die sie bringen, aus. Selbstvertrauen kommt meist daher, wenn man an jemanden glaubt und ihm vertraut. Ich bin der Meinung, dass dieses Glauben und Vertrauen, einer der Schlüssel von Baumgart ist. Wenn das bei jedem so weiter umgesetzt wird, ist das der Weg aus dem Tal. Come on FC

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  3. kalla lux sagte:

    Es ist schon so wie Mark schreibt. Und es scheint ihnen sogar irgendwie Spass zu machen, den Gegner so zu stressen. Ich bin nur einmal gespannt, wie es läuft wen die ersten Rückschlage kommen.
    Dann wird sich zeigen ob es eine Mannschaft ist, ob dann immer noch jeder für jeden rennt.
    Oder ob manche dann in dem schon oft gezeigten Trott zurück fallen.
    Natürlich ist dafür auch ein Trainer da, aber schaut man in die Vergangenheit sieht man schon das bei Schloss Neuhaus auch nicht mehr alle so wollten, wie der Trainer.
    Aber eigentlich ist es mir relativ egal was da war.
    Im Moment spielen wir seit Jahren wieder Fußball. Allein dafür sei Baumgart großer Dank geschuldet!
    Den allein 2 Heimspiele ohne Kopfschüttelnde Fans hat es eigentlich seit Jahren nicht mehr gegeben!

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  4. Truebe Tasse sagte:

    Exakt. Es wird Spiele geben, wo der FC drückend überlegen ist und trotzdem verliert. Und es wird Spiele gegen Mannschaften geben, die das frühe Pressing eiskalt ausnutzen und dann geht man auch mal 0:4 unter. Wichtig ist, dass man das abschüttelt und das gute Gefühl im Rücken hat, bereits jetzt mit 6 Punkten einen Teil der Punkte zu haben, die am Ende den Klassenerhalt bringen muss.

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  5. Daim71 sagte:

    Baumgart wurde hier von einigen nicht gerade mit Begeisterung empfangen.

    Die allgemeine Meinung war, der Mann könnte nicht Bundesliga usw.

    Ich war schon immer der Meinung, das Baumgart ein sehr guter Trainer ist, denn mit Paderborn hat er sensationelles geleistet.

    Ich hatte einige bedenken:

    1. Wie er mit dem Kölner Umfeld klar kommt ?
    Die Fans lieben Baumgart vom ersten Spieltag an.

    2. Kann er mit sogenannten Stars und Diven umgehen ?
    Ja die Mannschaft marschiert und Modeste findet langsam seine Form.
    Denn Baumgart ist ein Menschen Fänger.

    3. Ist diese Mannschaft für Baumgart Fußball geeignet ?
    Ja absolut, das sieht man an den ersten 3 Spieltagen.

    4. Setzt er auch Talente ein ?
    Ein klares Ja.

    Ich bin schon sprachlos wie schnell die Mannschaft das alles umsetzt.
    Wir haben drei gute Spiele gesehen.
    Hertha hat sich in München mit einem 5:0 abschlachten lassen.
    Wir haben selbst nach einem 0:2 Rückstand nicht aufgegeben.
    Vielleicht werden wir die Überraschung der Saison.

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  6. Gerd1948 sagte:

    Wichtig ist aber nicht nur gut zu spielen, sondern auch die Siege damit einzufahren. Dies ist dann das Entscheidende, dass man als Spieler die volle Überzeugung hat dem Trainer auch bedingungslos zu folgen. Das Tabellenbild gibt dann eben auch die zusätzliche Sicherheit den totalen Mut aufzubringen auch in die nächsten Auswärtsspiele so rein zu gehen wie in München. das alle in der Bundesliga richtig kicken können, das weiß man ja. Man kann es aber besser abrufen, wenn man keinen Erfolgsdruck hat. Der Erfolgshunger wird dadurch keineswegs geschmälert, denn der Kader ist ja eben fast identisch in den 2 Jahren Misserfolg jetzt.

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    • Daim71 sagte:

      Es mag ja sein das der Kader fast identisch ist, aber wir haben einen anderen Trainer.
      Der Trainer versteht das neue Spielsystem zu implementieren und die Mannschaft folgt ihm Bedingungslos.
      Wir haben das Glück das nicht der HSV, Bremen und Schalke das Rennen um Baumgart gemacht haben.

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  7. Gerd1948 sagte:

    Wenn man wie wir permanent mit 6-7 Spielern in der gegnerischen Hälfte is, dann hat man einfach auch mehr Möglichkeiten für alles. am meisten schlägt sich dies augenscheinlich in vielen Flanken wieder. Immer noch ein probates Mittel zu Torchancen zu kommen. Wie gesagt, man muss das mutige Spiel fortsetzen. Ich finde das Risiko dabei bisher recht überschaubar, denn es ist klar, dass da noch einige Fehler bei passieren können.

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