Jan Thielmann hatte großen Respekt vor Niklas Süle. (Foto: IMAGO / Ruiz)

“Hatte nicht die Eier”: Als Thielmann vor dem Berg stand

Dem 1. FC Köln fehlte beim FC Bayern München nicht viel zu etwas Zählbaren, gar zum Sieg. “Mehr Mut, mehr Einzelaktionen”, nannte Steffen Baumgart die fehlenden Elemente im Spiel der Geißböcke. Gegen die vermeintlichen “Über-Bayern” rutschte manchem FC-Spieler kurz mal das Herz eine Etage tiefer. Auch das ist der Lernprozess, von dem Baumgart gerne spricht.

München/Köln – Steffen Baumgart weiß, dass noch nicht alles funktionieren kann am 2. Spieltag einer Saison. Schon gar nicht, wenn der Gegner Bayern München heißt. Einer der Leitsätze seiner ersten zwei Monate bei den Geißböcken lautete: “Die Entwicklung wird nie abgeschlossen sein.” Was so viel heißt, wie: Auch, wenn ein Spiel mal sehr gut aussieht, kann es eine Woche später schon wieder anders laufen.

In München hätte sich Baumgart von einigen seiner Spieler “mehr Mut, mehr Einzelaktionen” gewünscht, wie der 49-jährige im Anschluss verriet. Ob Florian Kainz auf links, der Schuss- und Flankensituationen verpasste. Ob Mark Uth, der im Dribbling am gegnerischen Strafraum die Ruhe und Übersicht verlor. Oder Jan Thielmann, den Baumgart namentlich anführte.

Das müssen wir noch lernen

“Nehmen wir das Beispiel Jan Thielmann, als er auf Niklas Süle zugelaufen ist. Da hat man Jan schon angemerkt, dass da ein großer Berg vor ihm steht, und da hatte er nicht die Eier, an ihm vorbeizugehen. Das müssen wir noch lernen.” Thielmann hatte in Halbzeit eins mehrere Situationen, in denen er mit Tempo hätte über die rechte Seite Angriffe einleiten können. Doch bei seinen Antritten merkte man dem 19-jährigen bereits an, dass ihm die Überzeugung fehlte, sich gegen die bayrischen Verteidiger durchzusetzen.

Umso wichtiger war für Baumgart zu sehen, dass Thielmann in Hälfte zwei bessere Aktionen hatte. Schon in Hälfte eins hatte er Manuel Neuer einmal stark angelaufen und fast zum Fehler gezwungen. Nach der Pause leitete der Offensivspieler dann das 2:2 mit einem feinen Pass in den Lauf von Kingsley Ehizibue ein. Kurz danach zwang er mit einem Schuss aus der zweiten Reihe Manuel Neuer zu einer Parade. Es war einer der ganz seltenen Versuche eines Kölners aus der zweiten Reihe.

Wir haben die Verantwortung weitergeschoben

Ein Umstand, den Baumgart kritisierte: “Wir sind nicht so zum Abschluss gekommen, haben die Verantwortung immer wieder weitergeschoben”, sagte der FC-Trainer. Dabei will Baumgart auch Schüsse aus der zweiten Reihe. Nach dem Motto: Wer nicht schießt, kann nicht treffen. Doch die Bayern waren am Sonntag auch in der Restverteidigung die wenigen Prozent besser als die Geißböcke, sodass es am Ende nicht zum Punktgewinn reichte. Sehr wohl aber zu einigen wichtigen Lehren für die kommenden Wochen und Monate.

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