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Anderssons Wechsel-Wunsch wirft Fragen auf


Sebastian Andersson wechselt also doch nicht in die Türkei und bleibt beim 1. FC Köln. Nach einer kurzen Aufregung am Dienstagmorgen waren die Geißböcke schnell darum bemüht, die Wogen um ihren fragilen Millionen-Stürmer zu glätten. Der Wechsel-Wunsch des 30-jährigen wirft allerdings Fragen auf, die über die Entscheidung auf dem Transfermarkt hinaus gehen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Die wichtigste Frage wurde beantwortet, nur noch ein Hintertürchen ist offen: Bleibt Andersson beim FC? Ja, er bleibt in Köln. Weil das Transferfenster in der Türkei aber erst am 8. September schließt, könnte sich trotzdem noch einmal eine Möglichkeit für Andersson auftun. Denn dass dieser wechselwillig ist, ist jetzt jedem klar.

Wechsel-Wunsch, weil er kein Stammspieler ist

Aber die Frage darf erlaubt sein: Warum will der 30-jährige überhaupt weg? Steffen Baumgart gab am Dienstag die Antwort: Weil er kein Stammspieler ist! Diese Einstellung offenbart so manche überraschende Erkenntnis. Erstens wähnt sich Andersson körperlich offenbar auf einem Gesundheits- und Fitness-Level, welches ihm gestatten würde, in Baumgarts laufintensivem Spiel auf Bundesliga-Niveau 90 Minuten mitwirken zu können, und zwar jede Woche.

Zweitens verspürt Andersson scheinbar keinen Ansporn, die Joker-Rolle zunächst zu akzeptieren und sich im Training als Nummer-1-Stürmer zu empfehlen, sich also sportlich für diese Rolle zu qualifizieren. Stattdessen wollte er bei der erstbesten Gelegenheit das Weite suchen, statt sich dem Zweikampf mit Anthony Modeste im Sturm zu stellen. Ein Konkurrent im Übrigen, der seit Neuestem als Vorbild dafür gilt, wie man nach einer langen Verletzungspause wiedererstarkt zurückzukehren kann.

Man muss nicht gleich den Moralischen raushängen lassen

Und drittens verspürt Andersson offenbar keine Verpflichtung gegenüber oder gar Dankbarkeit für den Klub, der ihn vor einem Jahr für (zu) viel Geld aus Berlin holte, monatelang umsorgte, in der Öffentlichkeit bei jeder Gelegenheit schützte, bei zahlreichen Spezialisten behandeln ließ und ihm – denn Vertrag ist Vertrag – noch bis 2023 ein üppiges Zwei-Millionen-Euro-Jahresgehalt überweisen wird, sofern Andersson denn zu bleiben gedenkt.

Steffen Baumgart wies am Dienstag daraufhin: „Wir sind im Profigeschäft. Seb ist mit seiner Situation nicht zu 100 Prozent zufrieden. Wenn er sich dann mit anderen Möglichkeiten beschäftigt, muss man nicht gleich den Moralischen raushängen lassen. Nicht falsch verstehen, aber ich finde das normal. Man unterhält sich darüber und geht damit vernünftig um.“

Andersson stellt sich nicht der Realität

Das Problem: Andersson mag insofern vernünftig mit seiner Situation umgegangen sein, als dass er den FC über seine Unzufriedenheit informierte und einen Ausweg aufzeigte. Zur Wahrheit gehört aber auch: Dieser Ausweg sah nicht vor, sich der Realität zu stellen. Wenn ein Spieler, der ein Jahr lang verletzt war, kaum laufen konnte und auch in der Vorbereitung für die neue Saison immer wieder pausieren musste, trotzdem sofort wieder Stammspieler sein will, sobald er sich halbwegs fit fühlt, dem fehlt es sicher nicht an Selbstbewusstsein, sehr wohl aber an Selbstreflexion.

Spielerverträge sind keine Einbahnstraße. Der FC hat Andersson in der letzten Saison neben dem Gehalt alles gegeben, was dem Klub zur Verfügung stand, um den Spieler wieder fit zu machen. Das hat der Spieler im Rückspiel der Relegation in Kiel zurückgezahlt. Doch statt diesen Sommer als Neustart der Beziehung anzusehen, wollte der Stürmer nun aussteigen. Dass das im Klub nicht gut angekommen ist, überrascht niemanden. Dass der Klub nun aber wieder alles tun muss, um Andersson öffentlich zu schützen und sein Handeln als business as usual zu verkaufen, ist die Konsequenz in einem Geschäft, in dem die Spieler am längeren Hebel sitzen – und diesen auch nutzen.

Dann eben doch die Frage der Moral

Andersson schien nicht der Spieler zu sein, der so handeln würde. Doch das galt auch für Sebastiaan Bornauw, bis sich dieser als Miesepeter in Richtung Wolfsburg verabschiedete. Diese Worte mögen jetzt genau dem entsprechen, was Baumgart mit „den Moralischen raushängen“ meint. Doch Moral wird im Fußball eben viel zu selten groß geschrieben. Vor allem, wenn es um Verträge und Transfers geht.

61 Kommentare
  1. gregor69 sagte:

    Es ist immer wieder traurig wie die Realität im grossen,nur um Ego und Geld drehendem Fussballzirkus aussieht.Ich hoffe am Beispiel von Borneauw und Andersson wurden jetzt auch dem letzten Fussballromantiker die Augen geöffnet.Dieses Geschäft hat jeglichen Pfad von Moral und Ehre verlassen…

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  2. Gerd1948 sagte:

    Es ist einfach zu viel Geld im Spiel, da bleibt die Moral bei vielen auf der Strecke. Natürlich hätte man vermuten können, dass Andersson demütig ist und versucht sich an Mo vorbei zu spielen. Vllt hat er den inneren Biss gar nicht dazu, wer will das beurteilen. Die Frage wirft sich mir aber auf, ob nicht noch ein zwischenmenschlicher Grund Anlass gegeben hat den Berater zwingend was finden zu lassen. Ich aus der Ferne kann jedenfalls keinen außersportlichen Grund entdecken, aber er soll ja schon wenig ausgelassen mit der Mannschaft gefeiert haben…wenn überhaupt. er saß ja wohl nur mit seinem Berater zusammen nach Spielschluss. ich schätze allerdings Baumgart als Sportsmann ein, dass da nichts hängen bleibt. Anderssons Chance wird kommen, da bin ich von überzeugt, aber er wird sie nur nutzen wenn er zu 100% bei der Sache ist. Zu hoffen bleibt, dass da jetzt auf einer Position kein Konkurrenzkampf verloren geht, das wäre echt schade, weil beide auch sicher dadurch auf einem besseren Weg waren.

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  3. Johannes Quadt sagte:

    Baumgart hat ihm trotz mangelnder Fitness das Vertrauen geschenkt und hat hn von Anfang an spielen lassen. Was will er denn noch ?!
    Das ist Söldnermentaltät und hat mit Dankbarkeit nix zu tun.
    Statt zurückzuzahlen lieber verpissen, das wird auch in der Mannschaft nicht gut ankommen und macht es Baumgart schwer ihn weiter zu unterstützen.
    Für so dumm hätt ich ihn nicht gehalten

    Dass er in der Relegation getroffen hat lass ich nicht gelten. Dafür hat er gut verdient und vorher nichts beigetragen.

    Schäm Dich !!!

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  4. Kurti sagte:

    Es war niemand dabei, auch Marc Merten nicht.
    Dann die moralische Keule rauszuholen finde ich anmaßend.
    Wer weiß, ob Andersson keine Perspektive aufgezeigt für beim FC?
    Ob der FC wegen finanziellen Einsparpotential auch ganz froh gewesen wäre ihn auszuleihen?
    Solange Vereine Spieler verpflichten die streiken (Hinteregger/Kostic)m sollte sich keiner weit aus dem Fenster lehnen.

    Und Dankbarkeit im Profisgeschäft!? Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

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    • Boom77 sagte:

      Da stimme ich zu. Allgemein sollte man auf Vereinsseite nicht zu sehr das „Moralische“ für sich in Anspruch nehmen. Auch für die Vereine ist das ein knallhartes Geschäft und sie agieren auch so. Auch unsere FC. Da werden Spieler verpflichtet und dann, wenn sie mal ein halbes Jahr nicht die Leistung gebracht haben, die man sich von den Youtub-Videos erhofft hat (oder wie der FC auch immer seine Spieler scoutet) von einer Leihe in die nächste geschickt. Das soll nicht heißen, dass ich mir ein anderes Verhalten bei Andersson und Bornauw gewünscht hätte, aber da jetzt die „moralische Keule“ raus holen, halte ich nicht für richtig (auch nicht von der Journalie). In diesem Geschäft sitzen sie alle im Glashaus. Egal ob Vereine, Spieler, Sportdirektoren etc. Da sollte man nicht mit Steinen werfen.

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  5. Litt Pierrebarski sagte:

    Ja, ich hab mir diese Gedanken, die im Text formuliert sind gestern auch gemacht. Aber ich denke, wir können davon ausgehen, dass wir die gesamte Geschichte eben nicht kennen und dass es vielleicht zwischenmenschlich einfach nicht passt. Unter dem Strich bin ich mit der Transferphase sehr zufrieden und bin dankbar dass uns eine Situation wie jene bei Hertha (WTF?) oder der eintracht erspart geblieben ist!

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  6. Brutus Cesar sagte:

    Hm. Ein ganz schön hartes Urteil. Ich hoffe Ihre Einschätzung stützt sich auf breitere Quellen als die Aussage von Baumgart, dass Andersson Stammspieler werden will. Diesen Anspruch sollte schließlich jeder Spieler haben. Aber wie kam der Wechselwunsch wirklich zustande? Ich frage mich, ob es nicht noch weitere Faktoren gab. Der FC hat offenbar Skhiri nicht an den Mann gebracht, wie eigentlich geplant, und ist jetzt auf kreative Methoden angewiesen um sein Defizit in den Griff zu bekommen. Dass man überhaupt darüber nachdenkt Seb abzugeben obwohl es keinen Ersatz für ihn gäbe macht mir viel mehr Sorgen als die Tatsache, dass Seb offenbar wechseln würde. Wer weiß, ob nicht etwa das FC- Management die wahre treibende Kraft in dieser Geschichte war (so wie damals bei Modestes Chinawechsel, als auch erst jeder dachte ihm ginge es nur um die Kohle)? In diesem Falle wären wir gut beraten uns mit Verurteilungen des Spielers zurückzuhalten.

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  7. smokie sagte:

    Ich würde das eher als „Business as usual“ bezeichnen. Und es ist ja auch nicht so, als hätte Andersson nicht zurückgezahlt (Relegation!), geschweige denn sich hängen lassen (trotz Knie-Problemen gespielt!).

    Mir werden in solchen Fragen viel zu selten beide bzw. alle Seiten beleuchtet. Befremdlich finde ich es ausserdem, dass die „moralische Frage“ nie gestellt wird, wenn Spieler trotz Vertrages und vielleicht erst kurzer Dauer im Verein, auf einmal links liegen gelassen werden, weil man nicht mehr mit Ihnen plant. Und DA ist die Liste beim FC sehr sehr lang………

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  8. wiwakoe sagte:

    Es ist wie immer, Moral und Charakter müssen auf beiden Seiten stimmen. Als Spieler würde ich immer darauf achten, mit wem habe ich es zu tun? Und als Verein muss ich wissen wen ich holen möchte. Ein guter Spieler ohne Moral und Charakter hat noch keinem geholfen. Ein Verein, der sich nicht vor seine Spieler stellt wenn schlecht läuft ist,ist ein schlechter Verein.
    Oh e selbst beim FC beschäftigt zu sein,halte unseren Verein was das angeht für Top. Was man anderseits nicht von jedem Verein oder Spieler erwarten darf. Ein Problem ist,das sich heute nur noch alles ums Geld dreht. Spieler wie Hektor un Co.die trotz Abstieg und w
    Weniger Geld geblieben sind,sucht man lange.

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  9. Jose Mourinho sagte:

    Der Artikel ist scheinheilig und geht mit den dort formulierten Ansprüchen an den Realitäten des Fußballs vorbei. Es ist ein Geschäft. Man arbeitet in der Regel für wenige Jahre zusammen und wenn sich Erwartungen, Ziele und Ansprüche nicht mit denen des Vereins decken, versucht man für die eigenen Vorstellungen eine Veränderung herbeizuführen. Wie so oft in den letzten Tagen, trifft es Baumgart mit seinem Statement auf den Kopf.

    Ungewöhnlich ist das in keiner Weise und man findet es auch in jeder anderen Branche in der Headhunter hoch bezahlte Spezialisten mit großen Gage für ein paar Monate oder Jahre an Unternehmen bringen.

    Der Verein handelt übrigens stets genau so. Oder meint der Autor, der Club hat die ganzen hier gescheiterten Spieler voll Dankbarkeit behandelt und die Verpflichtung gesehen, sie an die erste Elf heranzuführen? Es gibt ja genug Abgänge, wo man sehen kann, dass das Potential da gewesen wäre.

    Außerdem ist vieles reine Spekulation, da man dem Artikel entnehmen kann, an wie vielen Stellen gemutmaßt wird.

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  10. Michael H sagte:

    In der Regel finde ich die Einschätzung der Autoren vollkommen richtig. Diesmal liegt Herr Merten aber wirklich daneben. Die Moralkeule im Fußballgeschäft auszupacken ist schlicht unsinnig.

    Andersson schuldet dem Verein überhaupt nichts. Der Verein hat eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter. Und gleichzeitig war die ach so tolle Unterstützung des Spielers der Versuch, Werte zu erhalten. Alles andere ist Fußball- (und Kapitalismus-) Romantik.

    Ebenso geht die immer wieder aufflammende Söldner-Diskussion komplett an der Realität vorbei. Fußball ist per Definition heutzutage ein „Söldnerspiel“ – auf Vereins- ebenso wie auf Nationalmannschaftsebene. Alles andere ist (Selbst-)Marketing. Für fast alle Spieler geht es ums Geld, für viele um den eigenen Ruf und Ego, für einige um die Lebensqualität und, ja, für ein paar um Dankbarkeit oder anderweitig „moralisch korrekte“ Entscheidungen. Halt so wie im richtigen Leben. Unredlich ist allerdings keine dieser Perspektiven, denn letztlich geht es ausschließlich um einen Job.

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  11. Stephan sagte:

    Mensch wenn ich das hier so mitbekomme, was da für ein riesen Fass aufgemacht wird für ein durchschnittlichen Mittelklassespieler…

    Da kann man echt froh sein, keinen Haaland samt seinen Starberater Mino Raiola zu haben. Da beschweren sich die Fans und Medien auch nicht, obwohl sein Vater und sein Berater durch halb Europa Touren um den jungen an den Mann zu bringen. Während der Saison wohlgemerkt;-)
    Fußball ist ein Millionen Geschäft. Spieler kommen und gehen. Auf Andersson folgen noch 1000 andere Stürmer. Dann lass den jung doch gehen, wer weiß wie lange er überhaupt noch kicken kann mit seinem Knie? Vielleicht ist beim nächsten Foul auch Schluss für immer? Verstehe das ganze Theater leider nicht.

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  12. Huey L. sagte:

    Ich finde auch, dass man viel zu wenig Hintergrundwissen darüber hat, wer da in der Sache was vorangetrieben hat und warum das geschah. Daher kann man hier auch nicht urteilen.
    Was allerdings mit Beigeschmack hängen bleibt ist, dass man wahrscheinlich wieder einmal einen Spieler ohne Leihgebühr abgegeben und dazu noch Teile seines Gehalts weiter getragen hätte. Und das beim einzigen Bundesliga erfahrenen Mittelstürmer, den wir als Backup/ Alternative im Kader haben und vor allem nach einer Saison wie der letzten, als wir monatelang ohne echten Mittelstürmer auskommen mussten. An den Worten „wahrscheinlich „ und „hätte“ merkt man allerdings auch in meinem Kommentar, dass dies nur Vermutungen sind, da ich dies irgendwo gelesen habe. Insiderwissen hat keiner von uns.
    Immerhin haben wir nun nach dem letzten Wochenende, als Andersson in der Startelf stand, die Bestätigung, dass er wieder voll fit/ einsatzfähig ist.

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        • Stephan sagte:

          Den Anspruch sollte jeder haben als Profi. Sollte eine Mindestvoraussetzung sein. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Kessler oder Höger. :-) Aber rein theoretisch sollte jeder den Anspruch haben bzw wollen Stamm zu spielen.
          Mein Kommentar war jetzt nur auf die Leistung eines fitten Andersson bezogen. Und das war eindeutig zu wenig, merkt er vielleicht auch selber und will deswegen in die Türkei. Das Niveau dort, ist weit aus niedriger wie hier.

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          • Huey L. sagte:

            Hallo Stephan, hab ich auch so verstanden und sehe ich genauso. Lass uns doch einfach unsere Kommentare als Gesamtbild/ Einschätzung der Situation zusammenfügen!

          • Huey L. sagte:

            Das sei Ihnen unbenommen, war aber nicht so gemeint. Ich wollte einfach ausdrücken, dass auch hier schnell wieder Angaben in der Presse auftauchten, die nicht nachweisbar sind, wenn man kein Insiderwissen hat. Und dieses habe ich nicht.
            Tut mir leid, wenn ich mich da missverständlich ausgedrückt habe. Ich wollte niemanden anklagen, da mir das -aufgrund dieses fehlenden Insiderwissens- auch gar nicht zusteht.

  13. Hennes48 sagte:

    Interessant, dass doch so viele hier extrem unkritisch bei diesem Andersson-Vorgang sind…
    Ich nicht- ich finde den Artikel gut geschrieben und man darf schon noch kritisch sein und zum Nachdenken anregen…
    Wenn das also wie hier mehrfach beschrieben ja tatsächlich reines Söldnertum ist, dann muss man auch im Umgang mit jedem Spieler so konsequent sein dürfen!
    Hier wurde mehr von Kapital / Werten…usw. gesprochen, aber nicht von Menschen…Aber ist das auch so, wenn die Spieler einen mitreißen und begeistern??? Oder sind es dann doch wieder die „Fußballgötter“??? Die Megatalente, die sooo viel Spaß machen??? Mir ist das zu einseitig…
    Und wenn in München ein Sane ausgepfiffen wird, dann ist man sich einig, dass das nicht sein dürfe…das sei frech…seien schließlich Menschen dahinter…usw…
    Beides geht aber nicht zusammen: Entweder Menschen, dann aber bitte von allen Parteien, oder eben so wie hier geschrieben „Werte und Kapital“, dann muss es richtig sein mit dieser „Ware“ kühl und nüchtern umgehen zu dürfen…und zwar auch von allen Parteien (Verein, Spieler und Fans).

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    • Boom77 sagte:

      Es ist sicherlich bei jedem reines „Söldnertum“. Macnh ein Spieler mag tatsächlich das Glück haben, bei dem Verein spielen zu dürfen, für den schon seit Kindesbeinen sein Herz schlägt. Das mag auch beim FC so sein.

      Aber tatsächlich ist das Fußballgeschäft anders und nicht davon geprägt. Nehmen wir mal einen anderen Spieler – und nicht andersson – dem man vor knapp einem Jahr „Söldnertum“ hier vorgeworfen hat. Cordoba…. Der hat auch nit beim Fc geklingelt, weil er schon immer für den FC spielen wollte. Den hat der FC auch nicht auf der Straße gefunden. Nein, den hat der FC von Mainz gekauft und das für teuer Geld. Denn nur so konnte man Mainz dazu bewegen, den Cordoba ziehe zu lassen. Den Cordoba selbst konnte man auch nur dazu bewegen, nach Köln zu kommen, weil man ihm (sicher wesentlich) mehr an Gehalt geboten und dann auch gezahlt hat, als das in Mainz der Fall war. Ist das „Söldnertum“? Vielleicht.

      Aber die Vereine – auch der FC – sind sich bewusst, dass es „Söldnertum“ ist und wollen diese „Söldner“ auch habe (auch der FC). Da braucht man dann aber auch nicht jammern und die „Moralkeule“ rausholen, wenn das „Söldnerpendel“ dann in die andere Richtung ausschlägt. Alles andere ist scheinheilig.

      Genauso scheinheillig ist, wie das andere schon geschrieben haben, wenn nur die Spieler immer an den Pranger gestellt werden. Wer hat denn auf den Fc geschimpft als man Schaub, Koziello, Bisseck und Queros & Co. reihenweise verliehen hat? Klar, kann man jetzt sagen, ihr Gehalt haben sie dennoch bekommen, weil der Fc die Differenz immer gezahlt hat. Besondere Wertschätzung nach dem Motto „wir haben dich gerne hier“, ist das dennoch nicht.

      Wenn man den Spielern „reines Sölndertum“ vorwirft, ja was muss man dann den Vereinen und dem FC vorwerfen? Quasi eine Art „Menschenhandel“, oder nicht?

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      • Gerd1948 sagte:

        Ich finde der Begriff Söldner in der Bundesliga würde lediglich auf Spieler passen, die die Chance hätten jedes Jahr da zu spielen, wo es das meiste Geld zu verdienen gibt UND das in relativ kurzer Zeit. Diese Spieler sehe ich in der Bundesliga nicht. Von daher sollte man immer vorsichtig mit so einem Superlativ umgehen. Bleiben wir bei dem Beispiel Cordoba ruhig. Ist uns ja allen noch bestens in Erinnerung. Er spielte erst in Mainz ( mehrere Jahre) dann in Köln, eben weil er was mehr verdient hat und sich evtl bessere Chancen für sich ausgerechnet hat unter Umständen mehr Aufmerksamkeit zu bekommen für seine Ambitionen in der Nationalelf. Aus dem selben Grund ging er dann nach Hertha, allein, es klappte wieder weder der Sprung nach Europa, noch der Sprung international. Jetzt ging er praktisch in die Bedeutungslosigkeit ( vom Renommee) des russischen Fußballs. Der Grund vom Big City Klub zum jetzigen dürfte lediglich einen Grund haben, das ist der schnöde Mammon. Nichtsdestotrotz kann man ihn aber auch nicht als Söldner bezeichnen, noch jedenfalls nicht. Denn wäre er mit seinen Mannschaften erfolgreicher gewesen und auch damit wohl selbst, dann wäre er vllt in Mainz ,in Köln oder in Berlin geblieben. Wir können aber jetzt mal den Herrn Ibrahimovic beleuchten….machen wir aber frühestens in der nächsten Folge.

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  14. Peter Josef sagte:

    In dem Text – und dann auch in den darauf folgenden Kommentaren – ist ein schwerer Denkfehler. Herr Merten, Sie behaupten, dass Andersson sich in dem Kölner Kader als Startelf-Kandidat fühlt und daher unzufrieden ist. Vielleicht sieht er aber auch, dass Modeste und Thielmann einfach die Nase vorn haben und er an einem fitten Modeste schlicht nicht vorbei kommen wird. Wenn man dann aber 90 Minuten spielen will, dann muss man in eine schwächere Mannschaft gehen. Nix mit Moral. Selbsteinschätzung. Ich würde mich freuen, wenn er die 70 Minunten-Rolle annähme, aber ich werde ihn nicht dafür kritisieren, dass er sieht, dass Modeste, solange fit, einfach besser ist. Ein fitter Modeste ist 20 Mio wert, Andersson 6 Mio.

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  15. FC Neukoelln sagte:

    Puuuuuh. Hartes Brett. Der Spieler hat Vertrag hat bis 2023, ohne das Einverständnis des Vereins passiert da gar nichts, auch keine Verhandlungsgespräche mit einem vermeintlich aufnehmenden Verein. Soweit ich weiß (und am vergangenen Samstag gesehen habe) hat der Spieler nicht gestreikt. Ich verstehe also nicht was dieser Artikel beabsichtigt ausser zu polarisieren, schlimmstenfalls zu spalten, und das alles basierend auf Halbwissen und Mutmassungen. Wenn wir Pech haben, wird Andersson nach seiner nächsten Einwechselung erst einmal ausgepfiffen. Das ist wirklich kontraproduktiv und führt zu rein gar nichts.
    Und wie von einigen hier bereits angemerkt: man frage doch gerne mal nach bei Herrn Schaub, inwiefern der Verein seinen so genannten moralischen Verpflichtungen nachgekommen ist, ihm über 2 Wechselperioden infolge eine faire Chance zum Verbleib innerhalb der Mannschaft anzubieten. Wer das eine will, muss das andere mögen.

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  16. DoktorFC sagte:

    Gude,
    ich bin da bei Steffen Baumgart: die Moralkeule schön mal stecken lassen….
    Meine These: Vielleicht merkt Anderson aber auch, dass es für ihn eng wird sich durchzusetzen…zum einen gegen Mo, Lemperle, Thielmann, Uth und Duda, die alle im Sturm spielen könnten und zum anderen in der Bundesliga…ich habe einige Spiele in der türkischen Süperlig geschaut…hmm alles ein wenig langsamer, vielleicht genau das, was Herr Anderson momentan gerade so hinbekommt, er wirkt ja wie ein Fremdkörper, läuft nicht die richtigen Wege, etc. deshalb will er vielleicht weg?

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  17. Gerd1948 sagte:

    Ich freu mich auch auf die ersten Butter Spekulatius. NEIN. Moralisch ist Sebastian Andersson sehr wahrscheinlich nichts vorzuwerfen. Ich hätte jetzt auch keine überraschte Stimme von Vereinsseite gehört oder gar, dass man sich vor den Kopf gestoßen fühlt. Der Spieler hat mit seinem Berater beschlossen was anderes für sich zu versuchen, das ist völlig legitim. Dass wir hier überrascht sind liegt daran, dass wir wissen wie schwer es Andersson hier durch seine Verletzungsgeschichte hatte sich ran zu kämpfen und just in dem Moment sich verändern will, wo es zumindest von uns keiner erwartet hat. Der Schluss der Tranferperiode lief aber nun mal parallel mit Anderssons wohl vollständiger Fitness. Wir hier vermuten und stochern im Trüben, aber eines kann man doch wohl glauben: das sind die Aussagen des Trainers gestern, dass er spielfähig ist. Alle, wie ich auch, haben vllt den Menschen oder den Profi Sebastian Andersson anders eingeschätzt immer unter der Voraussetzung, dass es rein sportliche Gründe hat, warum er wechseln will/wollte.

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  18. Paul Paul sagte:

    Es kann doch nicht der Ernst mancher Blogger sein, dass Moral keine Rolle spielt!!! Wie abgefuckt kann man denn sein? Natürlich basiert der Fußball auf Leistung und Gegenleistung, und ein guter Profi wie z.B. Jonas Hector bekommt eben gutes Geld für gute Leistungen und vollen Einsatz für den Verein.

    Eines wissen wir jetzt endgültig: Sebastian Andersson ist nicht nur ein halber Sportinvalide, er ist auch kein guter Profi!!!

    Und wer hat ihn gekauft???

    moderated
  19. Jimmy Die Tulpe sagte:

    Ich finde, dass es ein ganz normaler Vorgang im Profigeschäft ist. Was ich ein wenig irritierend finde, ist die Haltung, die „wir Fans“ an den Tag legen und uns 3 Tage später nach dem letzten Spiel über einen Spieler aufregen, der das Weite sucht. Ich glaube, dass spätestens ab Samstag 17:30 so ziemlich jeder den Tim Lemperle als 2. Stürmer bzw. Sturmpartner für den Modeste gesehen und gefördert hat und den Andersson schon abgewunken und für sich innerlich in die Wüste geschickt hat und heute regen wir uns auf, dass er sich Söldnerhaft verhält und wechseln wollte :).

    Wenn man die Fakten betrachtet, ist der Move vom Andersson mehr als nachvollziehbar. Er erkennt und sieht vielleicht selbst am besten, dass seine Fälle davon schwimmen und möchte nicht als Stürmer Nr. 3 oder 4 auf die Bank und möchte wechseln. Der Verein hat ja auch eine Idee und fand bestimmt die Möglichkeit das Gehalt zu sparen und nächstes Jahr den Spieler vielleicht für eine niedrige Ablöse zu verkaufen charmant… Aus meiner Sicht alles nachvollziehbar und legitim.

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  20. Positive Stimmung sagte:

    Hallo zusammen,

    ich möchte nur kurz anregen mit meinem Kommentar.

    Was für eine Vorstellung hat man eigentlich, wie und wer soll für die eigene Mannschaft spielen/auflaufen?

    Das Wichtigste ist, dass die Spieler, egal wie ihre Fähigkeiten sind, alles geben und Gas geben. (Dank Baumgart gibt hier jeder Gas. Danke. Danke. Danke. Er sollte das Geld von allen vorherigen Trainern zusammen erhalten.) In den letzten Jahren hätte ich mir daher lieber unseren FC in der 2ten oder 3ten Liga angeschaut mit Spielern aus der eigenen Jugend, die wirklich Gas geben, richtig kämpfen und wirklich alles raus hauen.

    Natürlich braucht man auch Spieler von außerhalb und eine Mannschaft kann nicht nur aus Spielern aus der eigenen Jugend bestehen.

    Aber wenn man keinen Spieler mehr in der Mannschaft hat, der hier ausgebildet wurde und den eigenen Verein vermutlich mehr am Herzen liegt, dann hat man keine Verbindung mehr.

    Von daher möchte ich so wenig externe Spieler im Kader haben (und so haben wir zuletzt so viel Geld verbrannt als wir vermeintlich Talente geholt haben, das Scouting System des FC ist bestimmt eines der schlechtesten, aber anderes Thema,) und so viele selbst ausgebildete Spieler, der Wurzeln irgendwo hier in der Gegend liegen. Ich bewundere die Leistung von Freiburg. Sie können nicht mit den großen mit Geld mithalten, aber an Freiburg können wir uns einiges abschauen. Als z.B. dieser Tigges von Dortmund in den Medien genannt wurde, das darf nicht sein, denn wir haben eigene Talente und sollten die fördern.

    Alles Jute euch allen

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