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Angstgegner Hoffenheim? „Haben jetzt ganz andere Vorzeichen“


Sechs Mal in Folge hat der 1. FC Köln gegen die TSG 1899 Hoffenheim zuletzt verloren. Gerade TSG-Stürmer Andrej Kramaric trifft besonders gerne gegen den FC: In den letzten beiden Begegnungen hat der Kroate fünf der sechs Hoffenheimer Tore gegen die Geißböcke erzielt. Am Freitagabend soll jedoch weder Kramaric noch die TSG etwas zu feiern haben, wie auch Timo Horn am Dienstag erklärte. 

Köln – Als der 1. FC Köln zuletzt gegen die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erfolgreich war, traf Anthony Modeste noch für die Mannschaft aus dem Kraichgau. Damals siegte der FC in Unterzahl mit 3:2 und die Torschützen hießen Hector, Ujah und Lehmann. Ein Kölner Auswärtssieg in Sinsheim ist sogar noch länger her: 2014 setzten sich die Geißböcke in einem spektakulären Spiel mit 4:3 durch.

FC will ersten Auswärtssieg der Saison einfahren

„Es waren auf jeden Fall immer wilde Spiele dort“, erinnerte sich auch Timo Horn am Dienstag vor dem erneuten Duell. Das sieben-Tore-Spektaktel von vor sieben Jahren war immerhin Horns erste Profi-Begegnung mit der TSG. Seither sind jedoch eher wenige positive Erinnerungen hängen geblieben. Das 0:6 im Jahr 2018 hatte beispielsweise das letzte Fünkchen Hoffnung im Abstiegskampf des FC zunichte gemacht. „Ich bin kein Freund davon, zu sehr zurückzublicken“, sagte Horn. „Aber jetzt haben wir ganz andere Vorzeichen. Wir fahren mit Selbstbewusstsein dahin und wollen unseren Fußball auch dort durchsetzen“, erklärte der Keeper, der sich mit dem FC in Hoffenheim „viel vorgenommen“ hat und dort endlich auch den ersten Auswärtssieg der neuen Saison einfahren will.

Insbesondere Andrej Kramaric hatte den Kölnern in der vergangenen Saison wehgetan. Bei der 2:3-Heimpleite am ersten Spieltag hatte der Kroate alle drei Treffer für die TSG erzielt. In der Rückrunde ging der FC ebenfalls mit 0:3 baden. Wieder war Kramaric mit zwei Treffer maßgeblich dafür verantwortlich. „Ihn haben wir in den letzten Jahren nicht in den Griff bekommen. Das wollen wir jetzt natürlich anders machen, auch, wenn es immer schwierig ist, solche Spieler ganz auszuschalten“, sagte der 28-jährige. Trotzdem wird die FC-Abwehr ein besonderes Auge auf den Angreifer werfen, wenngleich man auch am Geißbockheim um die allgemeine Qualität im Hoffenheimer Kader weiß.  „Sie haben nicht nur einen Spieler, der stark ist. Bebou im Sturm zum Beispiel ist schnell, sucht immer wieder die Tiefe. Da müssen wir höllisch aufpassen. Aber wir sind wie jede Woche auf alles gut vorbereitet.“

Wollen lange von dieser Euphorie leben

Dass die TSG nach sieben Spieltagen fünf Plätze und vier Punkte hinter dem FC liegen würde, hätten im Vorfeld der Saison wohl nur die wenigsten erwartet. Aktuell jedoch schwimmen die Geißböcke auf einer Welle der Euphorie, die die Mannschaft aktuell von Spieltag zu Spieltag und von Punkt zu Punkt trägt. Trotzdem ist man sich beim FC auch darüber bewusst, dass diese Phase nur eine Momentaufnahme sein kann. „Es wird immer Phasen in einer Saison geben, in der es mal nicht so gut läuft. Darauf müssen wir uns einstellen und dann werden wir uns da wieder rauskämpfen. Wir versuchen aber möglichst lange von dieser Euphorie zu leben und das aufzusaugen“, erklärte Horn, der selbst bislang eine fast fehlerfreie Saison spielt. „Jeder einzelne kann glänzen, wenn die Mannschaft Erfolg hat“, wollte der Keeper den Fokus aber lieber weg von seiner Person richten.

Parallelen zu 2017?

Dass nach dem starken Saisonstart mit zwölf Punkten aus den ersten sieben Spielen nun ganz automatisch die Suche nach den Parallelen zur bislang erfolgreichsten Saison der vergangenen Jahre, der Europa League Qualifikation 2017, losgeht, liegt in der Kölner Natur der Sache. Timo Horn gehört dabei zu den wenigen Spielern im aktuellen Kader, die die Situation aus nächster Nähe beurteilen können, schließlich war der Schlussmann in beiden Spielzeiten ein Teil davon. „Das Spiel ist sicherlich ein ganz anderes“, erklärte Horn und blickte erstmal auf die Unterschiede: „Damals kamen wir aus der zweiten Liga und haben erstmal versucht, Fuß zu fassen und sicher zu stehen. Jetzt haben wir zwei schwere Jahre hinter uns und greifen mit neuer Euphorie wieder an.“ Der Zusammenhalt und der Teamspirit hingegen könne sich im Laufe der Saison tatsächlich in die selbe Richtung entwickeln wie 2016/17 unter Peter Stöger. „Damals war das ganz besonders, wir haben viele Spiele gerade deshalb gewonnen. Der Mannschaftsgeist entwickelt sich aber auch mit den gewonnenen Spielen und man wächst zusammen“, erklärte Horn und sagte: „Wir sind auf einem guten Weg dahin. Es gibt schon viele Dinge, die ähnlich wie damals sind.“

 

2 Kommentare
  1. Stefan R sagte:

    Ich denke der FC sollte sich nicht kleiner machen als er ist. Ich denke, dass es ein 50/50 Spiel ist. Die Spiele in der vergangenen Saison gingen nur äußerst unglücklich verloren. Darüberhinaus denke ich, dass es von der Atmosphäre her eher einem Heimspiel entgegen kommen wird. Wenn man sich mal den Ticketverkauf von Hoffenheim anschaut, sieht man, dass die Blöcke rund um den Gäste fanblock ausverkauft sind und das restliche Stadion noch viele Plätze übrig hat. Daraus lässt sich schließen, dass vermutlich viele Kölnfans Vorort sein werden.

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