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Das Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt


Der 1. FC Köln kämpft sich gegen Bayer Leverkusen in ein verloren geglaubtes Spiel zurück und zeigt genau die richtige Reaktion auf zuvor 110 verkorkste Minuten Bundesliga-Fußball. Dass die Geißböcke die Werkself am Ende sogar am Rande der Niederlage hatten, war ein wichtiges Zeichen für die kommenden Wochen. So fühlt sich ein Unentschieden auch mal wie ein Sieg an.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Gegen 15.48 Uhr am Sonntagnachmittag wollte so mancher FC-Fan im RheinEnergieStadion wohl am liebsten schon wieder nach Hause gehen. Bayer Leverkusen hatte gerade zum 0:2 getroffen. Der FC taumelte. Nach den schlechten 90 Minuten beim 0:5 in Hoffenheim deutete alles schon wieder darauf hin, dass die Geißböcke die nächste Klatsche kassieren würden. Ausgerechnet gegen Leverkusen.

17:3 Torschüsse ab der 26. Spielminute

Doch nach insgesamt rund 110 Minuten zum Vergessen und einem kombinierten Torverhältnis von 0:7 erwachten die Geißböcke doch wieder zum Leben. Und wie! 0:6 Torschüsse in den ersten 25 Minuten, 17:3 Torschüsse ab Minute 26 bis zum Ende der Partie. Am Ende drückten die Kölner die Europa-League-Truppe der Hochbegabten sogar hinten rein, zogen phasenweise ein Powerplay auf, fingen die Konter der Leverkusener immer besser ab und entnervten letztlich auch Florian Wirtz – zum Entzücken der Fans auf den Rängen.

Ein FC-Sieg im Nachbarschaftsduell wäre am Ende zwar des Guten zu viel gewesen. Doch das 2:2 fühlte sich trotzdem wie ein Sieg an. Weil sich die Baumgart-Truppe nicht aufgegeben hatte. Weil sie zu ihrem Weg des aggressiven Pressings zurückgefunden hatte. Weil sie mit genau den Attributen in die Erfolgsspur zurückgefunden hatte, die den FC unter Baumgart an den ersten sieben Spieltagen ausgezeichnet hatte.

Schaden abgewendet, Weg wiedergefunden

Eine weitere herbe Niederlage wie in Hoffenheim hätte dem FC-Gefüge erheblichen Schaden zufügen können. Zumal im Derby. Doch statt einer Erschütterung der eigenen Überzeugungen fanden die Geißböcke zu ihrem Weg zurück, den Baumgart immer wieder beschworen hatte. Das gibt Sicherheit für die nächsten Partien in Stuttgart und in Dortmund.

16 Kommentare
  1. Stephan sagte:

    Und wieder wird der Name Wirtz genannt….

    Auch wenn viele einen Gräuel gg den jungen Wirtz entwickelt haben. Wenn man ihn mal ganz neutral beobachtet, wie er mit dem Ball umgeht und was er in dem Alter schon kann. Ist das schon beeindruckend. Das zweite Tor gestern hat er mit seinem sehenswertem Solo eingeleitet.
    Mir ist egal wo er herkommt und wo er nun spielt oder bald spielen wird, hauptsächlich freu ich mich darüber das er deutscher ist. Die Nationalmannschaft und vorallem wir deutsche Fans werden noch viel Spaß mit ihm haben, wenn er sich weiter so entwickelt.

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    • Kurti sagte:

      Es sind hauptsächlich die Medien die immer wieder damit anfangen weil die gerne was schreiben oder erzählen wollen.
      Das die Pillen das Agreement gebrochen haben und jetzt lügen, das ist der eigentliche Makel an der ganzen Geschichte.

      Wirtz hat immerhin nicht gestreikt oder ähnliches.

      Das er sich mehr Geld, internationale Spiele und eine bessere Perspektive erhofft bei den Pillen kann ich gut verstehen.

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  2. Gerd1948 sagte:

    Och, mir ist der eigentlich völlig egal. ich werd allerdings auch nen Teufel tun und mich ins Stadion stellen um ihn auszubuhen. Es ist wie es ist und mittlerweile weiß man ja in etwa wie und warum das Ganze so abgelaufen ist, wie es nun mal ist. Man sollte das jetzt einfach mal abhaken, was anderes bringt keinem mehr was. Weiter würde ich es einfach falsch finden ihm jetzt weniger nachzutrauern, weil wir ihn noch in der deutschen Nationalelf zu Gesicht bekommen. Hier bin ich eher der Fußballfan, der sich einfach an allen Spielern der ganzen Welt erfreut. Aber jetzt in Patriotismus abzuschweifen bringt auch keinem was. Wer den FC verlässt, völlig schnuppe aus welchen Gründen, dem wünsch ich alles Gute auf dem weiteren Weg und beende die Gefühlsduselei, denn das gehört dazu, dass wir als FC Fans immer Mal jemanden verlieren, dessen Abgang oder Karriereende uns etwas mehr schmerzt.

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  3. Gerd1948 sagte:

    110 Minuten verkorkste Minuten Bundesliga lasse ich schon mal nicht zu, denn die erste Halbzeit in Hoffenheim (nur zur Erinnerung ohne das komplette Herzstück Hector, Skhiri, Ljubicic), war nahezu auf Augenhöhe sondern lediglich ungewohnt ideenlos und nicht mit der nötigen Durchschlagskraft versehen. Ich verstehe natürlich, dass durch die nahezu guten Leistungen vorher jetzt schnell mal ein anderer Massstab angelegt wird. Dennoch sollte man nicht verkennen aus welcher Situation wir vor 5 Monaten gekommen sind und entsprechend auch mit derlei Rückschlägen mal rechnen, auch wenn das Gesamtbild, was die Mannschaft dann in der 2.Halbzeit abgab doch sehr überraschend und mit ungeheurer Vehemenz negativer Art ausgestattet war.

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    • andi sagte:

      Ja Gerd, aber ich meine schon, das die Leistung gg. Hoffe verkorkst war. Ich war auch Live dabei und habe eine Hoffenheimer Mannschaft gesehen, die eigentlich kein Deut besser war bis zum 2 zu 0. Das da nicht mehr drin war als 0 zu 5 bezeichne ich schon als verkorkst zumal Hoffe dann im Kopf und mit den Füßen immer mind. ein Gang schneller war. Sicher hast du Recht mit der Situation vor fünf Monaten und jetzt aber jeder leistet sich halt mal so ein verkorkstes Spiel. Und positiv muss man auch sehen, dass das Team in der Lage war gg. die Pillen den Schalter wieder umzulegen.

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    • Norbert Furmanek sagte:

      Wo wir vor 5 Monaten hergekommen sind darfst du nicht anführen. da hatten wir auch defensiv und einige Male unfähigen Trainer. Diesen Fakt muß man auch mal sehen und berücksichtigen. Wäre uns Funkel nicht beigesprungen …..oh Graus ! Da hätten wir uns höchstwahrscheinlich in LIGA 2 wieder gefunden :-(((((

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  4. Torsten Schröder sagte:

    Hat mir auch sehr gut gefallen das die nicht auseinander gefallen sind. Dann haste auch mal verdientes Glück mit dem Lattenknaller und der ein oder anderen weggeworfenen Konterchance von den Pillen.
    Cool war auch das der FC giftig in den Zweikämpfen war. Immer am Rand der Gelben. Immer genervt. Und als Leverkusen zum Ende Ergebnis-halten gewechselt hat, hat Baumgart entsprechend reagiert und auf das Siegtor gewechselt. Hätte auch schief gehen können. Unentschieden

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  5. Björn sagte:

    Für mich fühlt sich das Unentschieden keinesfalls wie ein Sieg an. Sondern genau so wie es ist. Ein glückliches Unentschieden. Wir waren kurz davor, die nächste Packung zu bekommen. Aus unerklärlichen Gründen, haben die Leverkusener nach dem 2:0 das Tempo rausgenommen. Dabei haben es ihnen die Bayern letzte Woche vorgemacht, wie es geht. Da hätten wir zur Halbzeit schon 0:4 hinten liegen können. Und wenn man so arrogant seine Konter liegen lässt, hat man es wohl auch verdient, den Ausgleich zu bekommen.

    Nichtsdestotrotz haben wir das in dieser Saison auch schon besser gespielt. Die Niederlage gegen die TSG hat gesessen und war zu Beginn noch zu spüren. Ich hoffe auf ein gutes Spie im Pokal um dann selbstbewusst zum BVB fahren zu können. Denn dort ist in jedem Fall etwas drin. Vielleicht weil wir auch nicht der Favorit sind und nicht so viel Druck haben wie die Heimelf.

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    • El Sas sagte:

      Die leverkusener haben nicht aus unerklärlichen Gründen aufgehört Fussball zu spielen. Der FC hat sie unter Druck gesetzt. Schau die bitte die Statistik an (Ballbeseitz, Passqualität, km). Deren Trainer hat sie nach hinten beordert um den Sieg über die Runden zu bringen. In Verbindung mit einem Auswärtsspiel unter der Woche hat auch vlt die Kraft gefehlt. Keine Profi-Mannschaft schaltet einfach ab. … das Ergebnis ist kein Zufall. Bayer könnte letztendlich an diesem Tag nicht mehr leisten

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      • Björn sagte:

        „Deren Trainer hat sie nach hinten beordert“ – Genau. Das ist unerklärlich. Doppelbelastung hin oder her. Klar, wir sind stärker geworden, aber in erster Linie haben wir den Punkt nur geholt, weil Bayer aufgehört hat. Wir hingen ja total in den Seilen. Die Bayern hätten mit uns kurzen Prozess gemacht.
        Ich will die Leistung des effzeh nicht schmälern, aber wir waren diese Saison schon besser.

        Und Statistiken sind immer nur die halbe Wahrheit. Wenn ich sehe was in diese alles als Torschuss gewertet wird … Da hätte ich ja früher geglänzt :D

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      • Gerd1948 sagte:

        Für die Katz nicht, denn man kann ja schon Vergleiche wenigstens anstellen, etwa zum Vorjahr. Es ist schon so, dass mehr Kampf, der sich in etwa der Laufstrecke ausdrückt die Chancen einfach erhöht zu punkten. Man kann auf der anderen Seite natürlich nicht sagen, dass du definitiv Spiele gewinnst, wenn du sagen wir mal 120 km läufst, oder 5,6,7 mehr als der Gegner. Es gilt nach wie vor die wichtigen Zweikämpfe zu gewinnen, die dich ein Spiel in den Griff bekommen lassen. Die haben wir gestern mehr und mehr gewonnen. Dies war aber lediglich ein Grund, der dieses Ergebnis zu Stande kommen ließ. Es fühlte sich vllt nicht wie ein Sieg an zum Schluss aber es erfüllte uns doch schon iwie mit Stolz und es fühlte sich richtig gut nach Erfolg an, weil es eben immerhin Leverkusen war und nicht ein Gegner auf dessen Level wir uns vllt in der allgemeinen Euphorie schon wähnen. Ob wir da jetzt mahnend den Zeigefinger heben oder nicht, das ist völlig irrelevant. Es bleibt wichtig sich peu a peu zu verbessern und bestehende Mängel zu reduzieren.

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