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Ein ganz besonderes Duell: Sharon Beck mit Israel in Deutschland


Wenn die deutsche Frauen-Nationalmannschaft an Dienstagnachmittag in Essen auf die Auswahl Israels trifft, ist dies für eine Spielerin des 1. FC Köln ein ganz besonderes Spiel: Sharon Beck durchlief früher die deutschen Jugend-Teams des DFB, stand vor dem Debüt im A-Team – entschied sich dann jedoch für Israel. Derweil bleibt sie dem FC bis 2024 treu.

Köln – Noch im Frühjahr 2018 trainierte Sharon Beck im Outfit mit dem Bundesadler. Beim SheBelieves-Cup in den USA kam die damals 22-Jährige unter der kurz danach entlassenen Trainerin Steffi Jones jedoch nicht zum Einsatz. Im Nachhinein dürfte Beck diesen Umstand als großes Glück empfunden haben, denn so stand ihr wenig später die Tür für eine weitreichende Entscheidung offen.

Entscheidung mit meinem Herzen getroffen

Da ihr Vater Israeli ist, besitzt Beck neben der deutschen auch die israelische Staatsbürgerschaft – und lief fortan für die Auswahl Israels auf. „Die Entscheidung habe ich mit meinem Herzen getroffen“, begründet die offensive Mittelfeldspielerin, die ihren Sommerurlaub gerne in Israel verbringt.

Die ausgebildete Sport- und Fitnesskauffrau kam im Sommer 2020 zum FC. Es war für sie eine Rückkehr in die Heimat, wurde sie doch unweit der Domstadt in St. Tönis geboren und wuchs in Viersen auf. Mit dem FC schaffte sie auf Anhieb den Sprung zurück in die Bundesliga und möchte sich dort mit dem Verein etablieren.

WM in England kaum zu erreichen

Doch in diesen Tagen steht bei Beck die Nationalmannschaft im Mittelpunkt. In der Gruppe H der WM-Qualifikation trafen Deutschland und Israel am vergangenen Donnerstag bereits in Petach Tikwa aufeinander. Die DFB-Auswahl setzte sich knapp mit 1:0 durch. Beck, die als eine der besten Fußballerinnen Israels gilt, spielte über die volle Distanz durch.

Am Dienstagnachmittag in Essen findet bereits das Rückspiel statt. Die deutsche Auswahl steht mit drei Siegen an der Spitze der Tabelle, Israel hingegen hat bisher beide Partien verloren.

Damit ist Becks großer Traum, die Qualifikation für eine Endrunde, zumindest für 2022 in England, wohl bereits unerreichbar. Der Sprung zu einem Endturnier würde, da ist sich Beck sicher, dem Frauenfußball in Israel einen großen Schub geben.

DFB-Pokal-Finale als Ziel mit dem FC

Anders als ihre Teamkollegin Rachel Rinast (spielt für die Schweiz) ist Beck bisher noch nie für einen israelischen Verein aufgelaufen. Rinast spielte vor ihrer Rückkehr nach Köln 2019 ein halbes Jahr in Tel Aviv. Beck hingegen blieb der heimischen Bundesliga stets treu: Über die SGS Essen und Bayer Leverkusen ging es in den Süden zu 1899 Hoffenheim und den SC Freiburg, ehe sie im vorigen Jahr die Dreisam gegen den gewohnten Rhein eintauschte.

Nach der Rückkehr von der Nationalmannschaft möchte Beck mit dem FC wieder für Furore sorgen. Im Achtelfinale des DFB-Pokals geht es für die Kölnerinnen am Sonntag zu Turbine Potsdam. „Da ist alles drin“, ist sich Beck sicher, „wenn wir diszipliniert auftreten und mit hundert Prozent an die Sache herangehen. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken. Ich habe mich über das Los gefreut.“ Mit einem Erfolg würde der große Traum vom Endspiel im eigenen Wohnzimmer weiterleben: Am 28. Mai steigt das Finale im Müngersdorfer Stadion.

Vertrag bis 2024 verlängert

Ob es in diesem Jahr oder erst in den nächsten Jahren für den FC mit dem Finale klappt, wird sich zeigen – doch Beck will dabei sein. Am Dienstag gaben die Geißböcke die Vertragsverlängerung mit der 26-jährigen bis 2024 bekannt. „Der Weg mit den FC-Frauen ist ein Zukunftsprojekt“, sagte Beck. „Es hat vielleicht einige überrascht, dass ich 2020 mit in die Zweite Liga gegangen bin, aber es war genau die richtige Entscheidung. Bei mir war es schon immer so, dass ich meine besten Leistungen abrufen kann, wenn ich mich wohl fühle – und das ist hier absolut der Fall.“

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