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Hector als Linksverteidiger wird dringend gebraucht


Nur sechs Spiele hat der 1. FC Köln in der Bundesliga seit 2014 gewinnen können, wenn Jonas Hector nicht mit auf dem Platz gestanden hat. Der Kapitän ist auch als Linksverteidiger einer der wichtigsten Antreiber im Kölner Spiel. Das Fehlen des 31-jährigen hat auch in Hoffenheim gezeigt: Hector wird beim FC dringend gebraucht. 

Köln – Es war die nächste schlechte Nachricht vor dem Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim: Mit Jonas Hector war in Sinsheim der dritte Stammspieler und Leistungsträger der vergangenen Wochen kurzfristig ausgefallen. Der Kapitän hatte bereits zu Beginn der vergangenen Woche erkältet pausieren müssen, die Trainingseinheiten vor dem Spiel in Hoffenheim aber wieder absolvieren können. Auch stieg Hector am Donnerstag in den Bus und machte sich mit seinen Teamkollegen auf den Weg zum Auswärtsspiel. Doch in der Nacht hatten den Linksverteidiger Kopfschmerzen geplagt, die ihn auch am Tag des Spiels nicht haben wohl fühlen lassen. Und so reiste Hector noch vor der Partie zurück nach Köln, wo mit Ellyes Skhiri und Dejan Ljubicic bereits zwei Säulen des FC-Spiels im Vorfeld verletzt beziehungsweise krank geblieben waren.

Kein gleichwertiger Ersatz für Hector

Mit Benno Schmitz und Kingsley Ehizibue blieben Steffen Baumgart damit nur noch zwei (positionsfremde) Alternativen auf der linken Abwehrseite. So nominierte der FC-Trainer kurzerhand Noah Katterbach nach, der sich kurzfristig auf den Weg nach Sinsheim machte und erstmals überhaupt in dieser Saison in den Spieltagskader rutschte. Das Spiel angefangen hatte Baumgart dann allerdings mit Ehizibue auf der linken Seite. Der Niederländer schaltete sich zwar hin und wieder mit Flanken in die Offensive der Kölner ein, konnte allerdings für keine Gefahr sorgen. Zumindest nicht in der eigenen Offensive, denn defensiv hatte der 26-jährige immer wieder Probleme gegen den schnellen Ihlas Bebou sowie Pavel Kaderabek. So fiel schließlich auch das 0:1 über seine Seite, nachdem er gegen Kaderabek nicht zielstrebig genug am Mann geblieben war. Auch später fehlte es Ehizibue häufig an der nötigen Entschlossenheit.

So kam Noah Katterbach eine Viertelstunde vor dem Ende beim Stand von 0:4 doch noch in die Partie. Auch, weil sich Ehizibue nach einem langen Schritt an den Adduktoren wehgetan hatte und ausgewechselt werden musste. Der Youngster, bislang beim FC in dieser Saison nur in der Regionalliga im Einsatz, versuchte auch gleich, sich zu zeigen. In dieser Partie, die beim Stande seiner Einwechslung natürlich bereits entschieden war, ließ sich zumindest das positiv hervorheben. Der 20-jährige konnte bei der herben FC-Pleite zumindest einmal wieder Profi-Luft schnuppern und Spielpraxis in der Bundesliga sammeln.

Hoffnung auf Rückkehr in dieser Woche

Ein gleichwertiger Hector-Ersatz waren freilich aber weder Ehizibue noch Katterbach. Gerade der U21-Nationalspieler wird sich über solche Einsätze sowie in den Trainingseinheiten weiter wieder herankämen müssen. Der Kölner Abwehr, im Kollektiv wie individuell an diesem Freitagabend in Hoffenheim gänzlich ohne Zugriff und Lösungen, fehlte der Kapitän aber an allen Ecken und Enden. Nicht nur, dass mit Hector der klare Anführer in der Viererkette fehlte, auch konnte keiner der anderen Spieler in die Rolle des passsicheren Spieleröffners schlüpfen.

Aktuell führt an Hector als Linksverteidiger eben kein Weg vorbei. Die Alternativen im Mittelfeld sind weitaus größer als in der Abwehr, weshalb der Kapitän nach zahlreichen Spielen als Sechser oder Achter in den vergangenen Jahren nun von Steffen Baumgart wieder fest hinten links eingeplant ist. So schnell dürfte sich das auch nicht ändern: Jannes Horn dürfte nach seiner langen Pause zumindest in diesem Kalenderjahr keine Option mehr sein, verfügt zudem nicht über die nötige Passqualität eines Jonas Hector. Und auch Noah Katterbach, so hatte es auch Steffen Baumgart in der vergangenen Woche noch einmal klargestellt, wird noch Zeit benötigen, um sich irgendwann vielleicht einmal den Platz des ehemaligen A-Nationalspieler erkämpfen zu können.

Umso wichtiger ist für den FC die Frage, wann Jonas Hector wieder auf den Platz zurückkehren kann. Intern hofft man, dass der Kapitän bis zum Sonntag gegen Leverkusen wieder fit wird. „Wir müssen ihnen ein bisschen Zeit geben, aber ich gehe davon aus, dass sie in der nächsten Woche wieder mit der Mannschaft trainieren werden“, sagte Thomas Kessler hinsichtlich Hector und auch Dejan Ljubicic. Die schnelle Rückkehr von Jonas Hector wäre auch deshalb umso wichtiger, weil mit Ellyes Skhiri der zweite Defensivstabilisator fehlt und vermutlich auch in den nächsten Wochen noch nicht wieder zur Verfügung stehen wird.

24 Kommentare
  1. maradonna sagte:

    Anstatt Ehizibue an dem Pranger zu stellen, sollte man sich fragen ob bei allen offensiven Fähigkeiten ein Schmitz mit seinen Defiziten in Sachen Schneliigkeit tragbar ist.
    Bei Nachbetrachtung der Gegentore fällt auf dass es immer Schmitz ist der der Musik hinterherläuft. Ein Ehizibue auf seiner Seite hätte die eine oder andere Lücke zulaufen können.
    Für mich war Schmitz im Zusammenspiel mit Özcan der Schwachpunkt im Kölner Spiel.

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  2. Norbert Furmanek sagte:

    Wenn der FC von Hector so abhängig ist , dann gute Nacht FC . Es kann und darf nicht sein ,dass immer noch kein adäquater Ersatz in naher Zukunft bereit steht. Quo Vadis FC ? Geht nicht. Was wenn Hector sich mal schwer verletzen würde. ? Da sollte schleunigst gehandelt werden.

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