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Horns Albtraum-Bilanz ist auch die Albtraum-Bilanz des FC


Timo Horn greift nur gegen einen Klub häufiger hinter sich als gegen Hoffenheim. Der FC ist nur gegen einen Klub noch länger ohne jeden Punktgewinn. Dagegen meldet sich überraschend ein zuletzt verschmähtes FC-Talent zurück. Unterm Strich bleibt nach dem 0:5 des 1. FC Köln bei der TSG Hoffenheim aber eine einfache Erkenntnis.

Aus Sinsheim berichtet Marc L. Merten

Geschichte des Spiels: Die unendliche Geschichte nimmt einfach kein (Michael) Ende. Schon wieder eine Klatsche in Hoffenheim. Die fünfte FC-Pleite bei der TSG in Folge (Torverhältnis 1:21). Die siebte FC-Pleite gegen die TSG in Folge insgesamt – nur gegen die Bayern hat der FC häufiger in Folge verloren (acht).

Zahl des Tages: Apropos Bayern. Timo Horn hat in seiner Profi-Karriere gegen den FC Bayern 34 Gegentore kassiert und damit gegen keinen anderen Klub so viele. Direkt dahinter rangiert nun aber – genau – die TSG Hoffenheim mit 33 Gegentreffern. Die Kraichgauer sind das Schreckgespenst und der Alptraum Horns.

Spieler des Spiels: Wenigstens ein Spieler traf nicht schon wieder gegen den FC. Andrej Kramaric hatte in der letzten Saison fünf Tore gegen die Geißböcke erzielt. Am Freitagabend begnügte er sich mit zwei Vorlagen zum 0:1 und 0:5. Der Kroate war trotzdem der Mann des Tages, ein Ausnahmespieler, gegen den die Kölner keine Mittel fanden.

Die Tabelle: Der FC bleibt natürlich mit zwölf Punkten aus acht Spielen weiter in den Top Ten, und dass die Geißböcke den Sprung auf Platz fünf verpassten, darf nur ein Nebengedanke sein. Problemklubs wie Hertha und Bochum konnten jedoch Kölns Black-out nutzen und mit Siegen näher herankommen. Und vor allem zerschoss sich der FC sein bis dato gutes Torverhältnis selbst und machte zunichte, dass man sich gegen die Bayern und Leipzig im Torverhältnis schadlos gehalten hatte.

Zitat des Tages: „Schön voll hier“, sagte der Stadionsprecher in Hoffenheim doch ernsthaft über die eigentlich ziemlich trostlose Kulisse von 14.309 Zuschauern in der PreZero-Arena. Und zu diesen zählten bereits die rund 4.000 mitgereisten FC-Anhänger. Naja, der FC darf sich auf 50.000 Zuschauer im nächsten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen freuen.

Einwechslung des Spiels: Willkommen zurück bei den FC-Profis! Noah Katterbach war nach dem kurzfristigen Ausfall von Jonas Hector erstmals überhaupt in dieser Saison in den Spieltagskader gerutscht und wurde in der Schlussviertelstunde sogar für Kingsley Ehizibue eingewechselt. Der Linksverteidiger hatte zuletzt arg den Anschluss verloren, sich aber sukzessive zurückgearbeitet. Vielleicht ein Zeichen, dass der U21-Nationalspieler auf einem guten Weg ist?

Erkenntnis des Spiels: Selten traf der Spruch zu „Mund abputzen und weitermachen!“ Steffen Baumgart wird das 0:5 gegen Hoffenheim intensiv analysieren. Vor allem aber müssen die Spieler die Pleite sofort aus den Köpfen verdrängen. Der nächste Gegner heißt Leverkusen. Ein Derby mit offenen Rechnungen. Ein heißer Tanz in Müngersdorf. Eigentlich genau das Richtige für den FC und Baumgart, um sich nach dem Debakel von Hoffenheim zu rehabilitieren.

12 Kommentare
    • Truebe Tasse sagte:

      Das ist relativ easy zu beantworten: Mannschaften wie der FC, die in die Rubrik „Fahrstuhlmannschaft“ gehören, verlieren tendenziell in der 1. Liga öfter als dass sie gewinnen. Da kommen solche Serien oder sog. Angstgegner mal zustande. Gegen die Bayern ist für Köln kein Kraut gewachsen. Andere Negativserien reißen vor allem dann mal wieder, wenn der FC sich über 2, 3 Jahre mal in den Top10 der Bundesliga festsetzen könnte. Oder fällt hier einem bspw. eine vergleichbare Serie des SC Freiburg oder der Frankfurter Eintracht ein? Natürlich nicht, denn die haben sich oben etabliert und dort ist die Häufigkeit von Siegen eher vorhanden.

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        • Truebe Tasse sagte:

          Das ist dann Zufall. Auch, dass wir regelmäßig gegen Dortmund relativ gut aussehen und seit Jahren oft überraschend gute Ergebnisse gegen die einfahren. Aber das hat nichts mit Übernatürlichem oder so zu tun. Das ist einfach Glück oder Pech, je nachdem wie man es nimmt. Gladbach tut sich traditionell gegen Augsburg relativ schwer, Leipzig in Mainz ebenso und wie du schon sagst, Dortmund auch in Freiburg. Aber 3, 4 Niederlagen sind nur eine Momentaufnahme. Vor 20 Jahren war das sicherlich noch anders und in 10 Jahren kann es auch schon wieder anders aussehen.

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  1. Adrian Senger sagte:

    Am meisten gespannt bin ich ob nächste Woche Czichos wieder in der Startelf steht. Sollte das der Fall sein macht sich Baumgart mit seinem Leistungsprinzip unglaubwürdig. Wir sollten alle beten das Hector Skhiri und Ljubicic so schnell es geht zurück kommen und sich keiner langfristig verletzt. Ohne die drei droht offenbar eine Saison wie letztes Jahr. Ohne Skhiri und Ljubicic ist das MF komplett tot. Auch Hector ist nicht zu ersetzen. 90% von dem was dahinter kommt hat leider maximal Zweitliga Niveau….. Özcan ist der typische Zweitliga Kicker. Länger als 20min kannst den nicht bringen. Czichos genauso. Und trotzdem spielt die Pflaume jede Woche von Anfang an. Langsam wird es grotesk mit Czichos

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    • Carlo Korrupto sagte:

      Die Kritik an Czichos gibt es ja schon lange und ich habe ihn oft in Schutz genommen, weil mir diese teilweise zu hart war. Aber nach dem Auftritt am Freitag kann ich das nicht mehr und Baumgart muss jetzt zwingend Czichos Rolle beim FC überdenken.

      Er hat seit Anfang der Saison eine Stammplatzgarantie und soll eine Führungsrolle übernehmen, aber das kann er einfach nicht leisten. Jemand der eine solche Leistung abliefert und so eine Körpersprache wie beim 0:5 zeigt, darf beim FC kein Führungsspieler sein und erst recht keinen Stammplatz haben.
      Das letzte Argument was noch für ihn spricht ist, dass er als einziger Innenverteidiger im Kader einen stärkeren linken Fuß hat, mehr Positives kann ich nicht sehen.
      Das ist für mich aber kein Argument mehr, der stärkere Linksfuß bringt uns gar nichts, das haben wir alle beim „Rückpass“ zu Timo am Freitag Abend gesehen.

      Es ist aber leider bezeichnend dass Mere ausgewechselt wurde und nicht Czichos, der gefühlt an jedem Gegentor beteiligt war, und eine deutlich schlechtere Zweikampf- und Passquote als Mere hatte. Ich denke es wird sich nichts ändern…

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    • Carlo Korrupto sagte:

      Ich muss (leider) nochmal nachlegen.
      Es müssen noch andere Spieler für ihre „Leistung“ hervorgehoben werden. Neben Czichos sind mir vor allem noch Easy und Özcan negativ aufgefallen.

      Özcan war mal wieder komplett überfordert und es hat sich gezeigt, dass er einfach auf der falschen Position und in der falschen Mannschaft spielt. Ich kann ihn mir durchaus bei einem ambitionierten Zweitligisten vorstellen, wo er bei viel Ballbesitz den Ball von rechts nach links schieben muss. Aber für einen Club wie den FC, wo es momentan auf Zweikampfhärte und schnelles Umschalten ankommt, ist er nicht zu gebrauchen, so leid es mir tut.

      Bei Easy weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, von seinem Auftritt ist ehrlich gesagt nichts Positives hängen geblieben, nur eine Erinnerung an die Flut von Fehlern. Bei ihm mangelt es meiner Meinung an zu viel, als dass man ihn noch irgendwie für die Bundesliga gebrauchen könnte, auch wenn er mir sehr sympathisch ist. Das einzige wo ich ihn mir noch vorstellen könnte, wäre ein System mit 5er Kette, wo er immer noch einen Verteidiger hinter sich hat, der seine Fehler ausbügelt und er vorne seine Schnelligkeit ausspielen kann. Aber dafür ist er eigentlich technisch viel zu limitiert.

      Man kann nur hoffen dass Katterbach schnell wieder eingebunden wird und halbwegs passable Leistungen abruft und natürlich dass Skhiri, Hector und Ljubicic schnell wieder fit werden, denn ohne die geht es nicht!

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