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Trotz Niederlage: Der FC lässt keinen Raum für Zweifel


Der 1. FC Köln muss weiter auf seinen ersten Auswärtssieg der Saison warten. Gegen Borussia Dortmund waren die Kölner zwar weitestgehend die bessere Mannschaft, mussten sich am Ende aber trotzdem mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Die Anerkennung des Gegners sowie die Enttäuschung über eine Niederlage beim Champions-League-Teilnehmer bestätigen jedoch den Kölner Weg.  

Aus Dortmund berichtet Sonja Eich 

Geschichte des Spiels: Wie wäre das Spiel wohl ausgegangen, wenn der Ball in der 16. Minute nicht an Mark Uths Hand gesprungen wäre? Dann hätte der FC früh in der Partie in Führung gelegen, der Plan wäre voll aufgegangen und Dortmund hätte unter Zugzwang gestanden. Doch die Partie hatte an diesem Nachmittag eine andere Geschichte für die Kölner vorgesehen. Somit muss sich der FC am Ende mit der Erkenntnis begnügen: gut gespielt und trotzdem verloren.

Unglücksrabe des Tages: Timo Hübers machte bis zum 0:1 in der 40. Minute ein fehlerloses und bärenstarkes Spiel. Der Innenverteidiger stand zum zweiten Mal in Folge nach dem Pokalsieg in Stuttgart in der Startelf und räumte in der Abwehr alles ab, was auf ihn zu kam. Dann jedoch ging der 24-jährige unerklärlicherweise nicht in das entscheidende Kopfballduell gegen den fünf Zentimeter kleineren Julian Brandt, der Ball fiel dem Dortmunder auf den Kopf, von wo aus die Kugel zu Vorlagengeber Jude Bellingham sprang. So war es Hübers‘ Fehler, der den Treffer von Thorgan Hazard ermöglichte. Im zweiten Durchgang wackelte Hübers schließlich und leistete sich gegen Marco Reus einen eklatanten Ballverlust, den er nur mit einem taktischen Foul und Gelb wieder gut machen konnte. Letztlich nahm Baumgart den Abwehrspieler nach 65 Minuten vom Feld. Ein bitterer Nachmittag für Hübers, der so gut angefangen hatte.

Die Englische Woche: Ein Punkt aus den letzten beiden Bundesliga-Spielen, dazu das Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Stuttgart. Schaut man sich mit Leverkusen und Dortmund die Gegner an, könnte der Punkt durchaus zu einer gewissen Zufriedenheit führen. Allerdings nicht beim 1. FC Köln: Das Spiel gegen die Werkself hätte sogar zu drei Punkten taugen können. Und auch gegen den BVB war der FC die bessere Mannschaft: mehr Ballbesitz, eine höhere Passquote, mehr als doppelt so viele Torchancen (wie schon gegen Leverkusen). Die Geißböcke waren gegen zwei Topklubs die bessere Mannschaft. Insofern werden die Kölner zumindest wegen der Ergebnisse mit gemischten Gefühlen aus der Englischen Woche gehen.

Statistik des Tages: 57 Prozent Ballbesitz hatten die Geißböcke am Samstag gegen den Champions-League-Teilnehmer und satte 21 Torschüsse. Zum Vergleich: Der BVB hatte derer nur acht. Nur zwei Beispiele, warum der FC gegen die Dortmunder eigentlich die dominante Mannschaft war.

Zitat des Tages: „Es gab auch Statstiken, die wir nicht gewonnen haben. Zum Beispiel 0:2. Und das ist die Wichtigste.“ (Steffen Baumgart)

Erkenntnis des Spiels: Es gehört zum neuen Selbstverständnis des 1. FC Köln, nach einer 0:2-Niederlage in Dortmund enttäuscht nach Hause zu fahren. Denn die Geißböcke boten dem BVB nicht nur Paroli, sondern waren über weite Strecken des Spiels auch die bessere Mannschaft. Dass dies auch Dortmunds Trainer Marco Rose nach der Partie offen zugab, dürfte Bestätigung und Anerkennung zugleich sein. Einzig kaufen können sich die Kölner von dem Lob nichts. In der Tabelle ist der FC durch die Niederlage vorübergehend auf Rang zehn gerutscht. Mit 13 Punkten aus zehn Spielen lässt es sich freilich trotzdem noch gut leben am Geißbockheim. Doch vor allem die Art und Weise des Kölner Fußballs lässt aktuell eigentlich keine Zweifel daran, dass schon bald die nächsten Zähler auf dem Konto landen werden.

27 Kommentare
  1. Steffen Weber sagte:

    Klares Abstimmungsproblem! Hübers ist davon ausgegangen, daß Kilian bei Brandt bleibt und den Ball klärt. Einer verlässt sich auf den anderen. Warum Schmitz aber gar nicht mitmacht und Hazard einfach laufen lässt, ist unerklärlich. Er kann sich nicht einfach darauf verlassen, daß die Situation geklärt wird. Wird sie es nicht, ist die Abwehr in Unterzahl, weil er einfach nur zuschaut und nicht mitläuft.

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  2. Hennes48 sagte:

    …mit Union,Mainz und Flachbach kommen jetzt allerdings drei Gegner, wo der FC erstmal überhaupt was Zählbares holen muss…diese Spiele schätze ich als besonders schwierig ein. Vom Applaus allein wird kein Künstler satt…quasi…:-)
    Und ich finde den Kommentar zu Timo Horn in der Einzelkritik von euch absolut treffend…sehr gut auf den Punkt gebracht!

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  3. Lederball sagte:

    Sehr gute Zusammenfassung!
    Der FC hat sich in eine Lage gebracht, in der man es sich leisten kann nicht nicht auf das Ergebnis zu schauen. Ein Klasse Spiel gegen den BVB. Gefallen hat mir auch die Körpersprache und die anschließenden Interviews. Die Jungs waren richtig sauer nichts geholt zu haben. Wir haben endlich wieder eine geile Mannschaft!!!

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    • kalla lux sagte:

      Ich bin da ganz bei dir!
      Wen der gegnerische TW nur 2-3 x wirklich kritisch eingreifen muss, dann fragt man sich schon wo die 21 Torschüsse waren und vor allem, was ist alles ein Torschuss.
      Und wir hatten auch mehr Ecken, aber das Tor aus einer Ecke gemacht hat der BVB.
      Und das ganz einfach, weil keiner der „langen“ auf Tigges aufgepasst hat oder mit ihm gegangen ist. Nee, da musste dann Thielmann mit und der gewinnt ja offensiv schon fast keinen Kopfball.
      Und natürlich war das ein „gutes“ Spiel vom FC, aber wen ich gegen individuell stark besetzt Gegner spiele, wird halt jeder Fehler bestraft.
      Mannschaftlich war unser Spiel wieder gut, aber am Ende hat die Individuelle Klasse gewonnen, die diesmal eben nicht bei uns zum tragen kam.
      Wir werden sehen wie es weiter geht, bisher hat sich meine düstere Prognose vor dem SAP Spiel ja leider fast bewahrheitet!

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  4. FC-Fan sagte:

    Da hattet ihr aber die rosarote Brille an. Gegen Leverkusen und Dortmund die bessere Mannschaft? Gegen Dortmund würde ich ja noch mitgehen, wobei ich die Mannschaften eher gleich gesehen habe. Die Qualität der Dortmunder Chancen waren schon höher als unsere.
    Aber Leverkusen war uns schon überlegen. Die haben nur mit der 2:0 Führung ihre Konterchancen nicht klar ausgespielt und deshalb wurden die dann wohl nicht als Torchance gezählt. Klar hätten wir dann zum Schluss noch gewinnen können. Aber die bessere Mannschaft, ich weiß ja nicht

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  5. Norbert Furmanek sagte:

    Oh , Sonja ! Gegen die Werkself 3 Punkte . :-((((( ? Du verkennst die Sachlage . Dass der FC nur dem Unvermögen der Pillen am ,,Leben“ blieb ist dir verborgen geblieben ? Das hätte genauso eine Klatsche wie gegen Hoppelheim werden können . Bitte bei realistischen Aussagen bleiben . Die TV – Bilder lügen nicht ! Und alles rosarot sehen bringt nichts . Wir dürfen nicht die Augen verschliessen ob noch mancher Unlänglichkeit . Aber der FC ist auf einem relativ guten Weg.

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  6. Martin Duda sagte:

    EIN GLASKLARES „JEIN“!!!!
    „Der Effzeh war phasenweise die bessere Mannschaft“—-ja
    „Der Effzeh war die bessere Mannschaft“——nein
    Warum?
    Weil die Dortmunder nun mal in den ganz entscheidenen Situationen besser waren.
    Torschussstatistik???
    Ein Dortmunder rutscht nach einer Hereingabe ein paar cm am Ball vorbei, Riesenglück, sonst hätte es geklingelt.——Kein Torschuss in der Statistik
    Ein Schuss streift die Eckfahne oder geht 14,76m übers Tor (überspitzt)——Zählt als Torschuss in der Statistik!!!!
    Ja da können wir uns dann was drauf einbilden.
    NOTEN????
    Wie kann man solche Noten in der Einzelkritik vergeben und gleichzeitig mehrere artikel verfassen, in der die Mannschaft doch so gut performt hat? Ziemlich widersprüchlich!!!!
    Mir hat das Spiel, besonders die 1.Hz richtig viel Spaß gemacht. Leider haben wir es nicht geschafft die Angriffe so sauber und konsequent abzuschließen, daß wir uns hätten belohnen können.
    Fazit zum Spiel: Toll und Schade

    Zum Lev-Spiel haben meine Vorredner schon alles gesagt!!!

    Bitte an die GBK Redaktion: Bitte nicht in den Boulevardstil abdriften, habt ihr nicht nötig

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