1.FC Köln vs. Union Berlin, 07.11.20, 17.30 Uhr, Tor zum 2:2 Ausgleich: Anthony Modeste (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

Nur Modeste trifft: Dritter Doppelpack in zwei Wochen

Wenn ein Torjäger trifft, wie er will, wird gerne gefragt: Was wäre die Mannschaft nur ohne ihn? Bei Anthony Modeste und dem 1. FC Köln verhält es sich dieser Tage ähnlich. Der Franzose war auch am Sonntag nicht zu stoppen, auch nicht von den wuchtigen Verteidigern von Union Berlin (2:2). Trotzdem reichte es erneut nicht zum Sieg, sodass es in der Bundesliga immer enger wird. 

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Spieler des Spiels: Drei Doppelpacks in vier Spielen – das hat Anthony Modeste in seinen Jahren beim 1. FC Köln noch nie geschafft. Leverkusen, Stuttgart, Union – der Franzose hat die letzten sechs Pflichtspiel-Tore der Geißböcke erzielt. Modeste hat jetzt acht Tore nach elf Spieltagen auf dem Konto. 2016/17, in seiner 25-Tore-Saison, hatte er zum gleichen Zeitpunkt bereits zwölf Tore erzielt. 2015/16, als er am Ende der Saison auf 15 Treffer kam, waren es dagegen “nur” sechs. Modeste befindet sich mit seiner bisherigen Quote also zwischen seinen beiden herausragenden Spielzeiten aus früheren Jahren. Keine Frage, der 33-jährige spielt eine außergewöhnliche Hinrunde.

Die Tabelle: Der 1. FC Köln hat seinen 14. Punkt im elften Spiel geholt. Damit bleiben die Geißböcke über die anstehende Länderspielpause auf Rang elf. Doch die Bundesliga liegt außergewöhnlich eng beieinander. Alleine zwischen Rang 14 (zwölf Punkte) und Rang fünf (18 Punkte) liegen gerade einmal sechs Zähler. Der FC hängt mit seinen 14 Punkten dazwischen. Die letzten vier Spiele mit nur zwei Punkte haben den Geißböcken einen Teil ihres Vorsprungs nach unten gekostet.

Szene des Spiels: Wie wäre das Spiel verlaufen, wenn der FC nach dem 1:0 nicht sofort das 1:1 kassiert hätte? Wie wäre das Spiel wohl ausgegangen, wenn Taiwo Awoniyi in der 45+2. Minute alleine vor Timo Horn den Ball nicht über die Latte gejagt, sondern das 1:3 erzielt hätte? In jedem Fall wäre es nicht mehr zu jener Szene in der 88. Minute gekommen. Benno Schmitz flankte aus der halbrechten Position auf den langen Pfosten. Sebastian Andersson flog unter dem Ball hindurch. Doch hinter dem Schweden lauerte Florian Kainz. Dem Österreicher fiel der Ball direkt auf den rechten Fuß, keine fünf Meter vor dem Tor von Andreas Luthe. Doch der feine Techniker, der ansonsten ein starkes Spiel machte, setzte den Ball über das Tor. Steffen Baumgart ging an der Seitenlinie in die Knie, konnte es nicht glauben. So ging es auch den 50.000 Zuschauern im Stadion.

Pfiff des Spiels: In der 27. Minute stockte den FC-Fans gleich doppelt der Atem. Erst unterlief Jonas Hector ein haarsträubender Fehlpass. Der Ex-Nationalspieler spielte von der linken Seite Taiwo Awoniyi genau in die Füße, sodass der Berliner Torjäger auf Timo Hübers zulaufen und ins Dribbling am Sechzehner gehen konnte. Hübers foulte daraufhin Awoniyi – und zwar direkt an der Strafraumkante. Schiedsrichter Tobias Stieler ahndete dieses Vergehen zunächst nicht, sondern erst ein anschließendes Foul eines Berliners an Salih Özcan. Doch plötzlich hielt Stieler das Spiel an. Hübers’ Foul an Awoniyi wurde doch noch mal geprüft – nicht, ob es doch ein Foulspiel war, sondern ob dieses im Strafraum stattgefunden hatte. Es war eine Millimeter-Entscheidung. Letztlich hatte Köln Glück, VAR Matthias Jöllenbeck entschied auf außerhalb.

Zitat des Tages: “In der letzten Viertelstunde eines Spiels sind wir wirklich gut und bringen nochmal Sachen auf den Platz, die andere Mannschaften dann nicht mehr bringen.” (Jörg Jakobs)

Zahl des Tages: Je nach Statistik-Datenbank hatte Union Berlin in Köln große bis übergroße Probleme im eigenen Ballbesitz. Die offiziellen Bundesliga-Daten wiesen die Passquote der Eisernen bei 62 Prozent aus. Die Datenexperten von Opta gaben diese sogar nur bei 53 Prozent an. Die Eine wie die Andere war ein neuerliches Lob für die aggressive Spielweise der Geißböcke. In jedem Fall kam nicht einmal jeder dritte Berliner Pass beim Mitspieler an – in manchen Phasen sogar nur jeder Zweite. Wenn eine Mannschaft derartige Probleme im eigenen Ballbesitz hat, ist das immer auch ein Zeichen für das gelungene Pressing des Gegners. In diesem Falle des FC.

Erkenntnis des Spiels: Der 1. FC Köln ist auch nach sechs Heimspielen in Müngersdorf weiter ungeschlagen (drei Siege, drei Unentschieden).

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