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Svensson wirft McKenna vor: „Er hat mich persönlich beleidigt!“


Riesen-Zoff am Rande der Partie zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem 1. FC Köln: In der zweiten Halbzeit gerieten Kölns Assistenztrainer Kevin McKenna und Mainz‘ Chefcoach Bo Svensson aneinander. Auch dessen Assistent Babak Keyhanfar schaltete sich ein und vergriff sich hörbar in der Wortwahl. Doch der Ursprung soll in der Halbzeitpause gelegen haben – und vom FC-Assistenten ausgegangen sein.

Aus Mainz berichtet Sonja Eich

Es lief die 58. Spielminute, als es an der Seitenlinie eskalierte. Plötzlich standen sich mehrere Mitglieder der beiden Trainerteams auf Höhe der Mittellinie gegenüber und brüllten sich an. Auch Bo Svensson und Steffen Baumgart schimpfen, während Robin Braun, der Vierte Offizielle, vergeblich versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Das Ende vom Lied waren Gelbe Karten für Svensson und Kölns Kevin McKenna. Einen Handshake gab es nicht.

Doch was war passiert? Auslöser in diesem Falle war ein Zweikampf zwischen Mark Uth und Stefan Bell im Mainzer Strafraum. Der Mainzer hatte geklärt, Uth schießen wollen und dabei den Mainzer getroffen. Eine klare Sache, Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied zurecht auf Freistoß für den FSV. Doch dann ging es an der Seitenlinie zu wie auf dem Schulhof. Schimpftiraden hier, wilde Gesten dort.

Was ist los mit dir, Junge? Verpiss dich, ey!

Das Problem für die Beteiligten: Die Stadionmikrofone waren auch mittendrin. Und so wurden zumindest die Worte des Mainzer Assistenztrainers Babak Keyhanfar in Richtung McKenna deutlich übertragen: „Was ist los mit dir, Junge? Verpiss dich, ey!“ und „Halt die Schnauze!“ waren deutlich zu vernehmen. Darüber hinaus soll ein homophobes Wort gefallen sein.

Für den Mainzer Assistenten hatte sein verbaler Ausraster keine Folgen, was sich freilich nachträglich noch ändern kann, sollte der Deutsche Fußball-Bund sich die Videoaufnahmen noch einmal anschauen. Allerdings lag der Ursprung dieses Ausrasters rund eine halbe Stunde zurück. Noch vor der Halbzeitpause waren die beiden Trainerteams schon einmal aneinander geraten, wie Svensson hinterher bei DAZN erklärte: „Es hat schon in der ersten Halbzeit angefangen. Die Kölner Bank hat Rot gefordert.“

Svensson wirft McKenna Beleidigung vor

Es ging um den Zweikampf zwischen Anthony Modeste und Stefan Bell, in Folge dessen der Franzose ausgewechselt werden musste und Bell mit Gelb noch glücklich davon kam. Doch auf dem Weg in die Kabine soll es zwischen Svensson und McKenna zu einem Wortgefecht gekommen sein. „Er hat mich persönlich beleidigt“, warf der Mainzer Trainer dem Kölner Assistenten vor. „Da wurde eine Grenze überschritten. Das war auch einer der Gründe, warum es dann so eskaliert ist.“

Der Däne war auch nach der Partie noch außer sich, erklärte, warum er den Handschlag mit McKenna verweigert habe. „Ich muss mich mit niemandem vertragen, der mich persönlich beleidigt. Ich kann alles ertragen, aber sowas geht nicht.“ Das war dann auch auf der Pressekonferenz zu spüren, auf der auch Steffen Baumgart auf die Situation angesprochen wurde. „Ich war nicht dabei“, sagte Baumgart. „Aber es war von beiden Seiten ein sehr emotional geführtes Spiel, auch von den Trainern. Jetzt ist es vorbei und wir sollten alle runterkommen“, versuchte er zu beschwichtigen.

Das macht es nicht besser, Steffen!

Das jedoch gelang nicht. Auf die Frage, ob er mit McKenna gesprochen hätte, sagte Baumgart: „Mir hat McKenna gesagt, dass er nichts gemacht hat.“ Das wollte Svensson nicht so stehen lassen und schob hinterher: „Das macht es nicht besser, Steffen, wenn er das sagt.“ Das letzte Wort in dieser Geschichte dürfte also noch nicht gesprochen sein. McKenna selbst äußerte sich nach der Partie nicht zu den Vorwürfen und Vorfällen.

15 Kommentare
  1. Muencheneffzeh sagte:

    Egal. Ich finde es gut, wenn wir mal emotional reagieren und uns nichts gefallen lassen. Bell hätte ja mindestens mit gelb rot gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Ich finde die verbalen Kämpfe an der Seitenlinie gut. Waren zu viele Jahre brav wie Klosterschüler. Gehört habe ich nur die ausfallenden Worte des Mainzer Co….. zum Spiel: schade. Wieder ein match wo mehr drin war, Mainz daheim selten so schwach gesehen. Ist ja alles egal, hauen wir Ost Holland weg am WE

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  2. Norbert Furmanek sagte:

    Diese Scharmützel ! Albern gehören in den Kindergarten . Sollen sich die Hand reichen ; und gut. Wenn alles auf die Goldwaage gelegt würde….. Und Kenna hat doch recht . Natürlich Rot . Wer so dämlich und augenscheinlich provozierend in den Zweikampf geht , eine Verletzung in Kauf nehmend . Also ,geht gar nicht ! Das muß sich Aytekin vorwerfen lassen . Ansonsten gut geleitet . Aber da lag er in der Bewertung voll daneben . Wo war der VAR ?

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    • Micha S. sagte:

      Es ist halt keine krasse Fehlentscheidung.

      Für mich ist es auch weit eher rot als gelb, aber wenn der Schiri so entscheidet dann kann der VAR nur eingreifen wenn es eine Fehlentscheidung war… und das war es halt nicht.

      Dazu ist Aytekin kein Schiri der schnell rot zückt. Mag ihn und seine Art.

      Aber da hätte jeder Trainer rot gefordert, ganz besonders wenn der Gefoulte verletzt runter muss… dazu die Hand Entscheidung von Mainz wo in meinen Augen schon die Hand zum Ball geht.

      Was aber garnicht geht ist dieses Mimosentheater von Mainz. Jemand anderen Homophob beleidigen(hörbar über die Mikros vom Co) aber dann die beleidigte Leberwurst spielen.

      Mag ja sein das der Bo da seine Grenze zieht(wenn es denn stimmt), da frag ich mich aber ob er die Grenze auch bei seinem Co Trainer zieht… sieht nämlich nicht so aus.

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  3. M Wei sagte:

    Ich finde auch, dass Svensson kein Unschuldslamm ist. Ist mir in anderen Spielen bisher auch schon aufgefallen. Dennoch wird man abwarten müssen, ob und wie das Ganze aufgearbeitet wird und ob man rausbekommt, was McKenna wohl gesagt hat, dass es so eskaliert. Wenn persönliche und dann noch homophobe Beleidigungen gefallen sind, kann man zumindest verstehen, dass Svensson Handschlag verweigert und auch auf der PK damit noch nicht abgeschlossen hat. Das geht leider gar nicht.

    Was aber dieser Zwerg von Keyhanfar sich da einmischt erschließt sich mir nicht. Der Typ kann im Stehen nicht über die Schulter von Svensson gucken, spuckt aber die Größten Töne Richtung Kölner Bank. Da hätte ich gerne gesehen, wie McKenna diesen kleinen Wurm in Bud-Spencer-Manier senkrecht in den Boden gekloppt hätte.

    Zum Spiel: Das muss leider schon entschieden sein, bevor es erst richtig losgeht. Sind zwar wieder 2 verschenkte Punkte, andererseits hätte wohl jeder (außer Baumgart) vor dem Spiel ein Unentschieden unterschrieben. Der Auftritt macht zudem Mut und es macht zu großen Teilen wieder Spaß zuzusehen.

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    • Bönnscher Bock sagte:

      „Dennoch wird man abwarten müssen, ob und wie das Ganze aufgearbeitet wird und ob man rausbekommt, was McKenna wohl gesagt hat, dass es so eskaliert. Wenn persönliche und dann noch homophobe Beleidigungen gefallen sind, kann man zumindest verstehen, dass Svensson Handschlag verweigert und auch auf der PK damit noch nicht abgeschlossen hat.“….

      Nein, das hast du falsch verstanden. Ich jedenfalls hatte den TV so laut, dass man bei DAZN deutlich verstehen konnte, wie dieser Keyhanfar McKenna mit dem Ausdruck „Schw..chtel“ belegte.
      Passt aber zur insgesamt bekannt hinterfotzigen Art der Mainzer,
      immer mit fiesen Fouls und danach viel Mimimi.
      Unvergessen unsere 0:1 Niederlage nach der De Blasis Schwalbe
      in unserem 16er, die statt gelber Karte mit Elfmeter belohnt wurde.

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      • CK sagte:

        Gab ja gestern wieder eine Schwalbe eines Mainzers wenn auch diesmal an deren eigenem Strafraum.

        Insgesamt selten gesehen das Aytekin so schlecht gepfiffen hat, dem ist das Spiel etwas entglitten der Bell von Mainz hätte 3 gelbe und eine rote kriegen können…aber der durfte ja anscheinend alles.

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  4. Michael H sagte:

    Mal wieder Fremdschämalarm. Manche Menschen müssen echt Mal erwachsen werden. Hatte bisher McKenna aber nicht dazugezählt…

    Wer auch immer Homophobes von sich gegeben hat, sollte halt für den Rest der Saison gesperrt werden und mindestens eine Abmahnung bekommen. Damit hat sich die Sache dann aber auch, wenn niemand Anzeige erstattet.

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    • Micha S. sagte:

      Das war doch der Co Trainer von Mainz, was Kenna gesagt haben soll weiß keiner…

      Das Wort Sch…tel hörst du aber über die Mikrofone und das kommt vom Mainzer Co.

      Umso erstaunlicher das der Bo da danach so ein Fass auf macht. Selbst wenn er recht hat und beleidigt wurde müsste er ja jetzt auch mind. Mit seinem Co Trainer nicht mehr reden…

      Besonders wenn man sieht das Mainz von Schiri schon gut bevorteilt wurde…

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  5. Carlo Korrupto sagte:

    Wie der Co-Trainer von Mainz sich da gestern verhalten und ausgedrückt hat war einfach nur asozial. Sowas erwarte ich auf dem Ascheplatz in der Kleisliga, aber nicht von einem Bundesligatrainer. Was er da vom Stapel gelassen und wie er gestikuliert hat, schien auch nicht so als wäre ihm da was rausgerutscht, was mal passieren kann, aber das scheint ja seine gängige Ausdrucksweise zu sein.
    Da frage ich mich auch wie so jemand in der Bundesliga Fuß fassen kann, mit so einer Ausdrucksweise wird man doch höchstens als Türsteher eingestellt. Ich hoffe das der eine saftige Sperre bekommt und von Mainz frei gestellt wird. Es reicht wenn die Kinder so asoziale Vorbilder in dem sozialen Netzwerken vorgesetzt bekommen, dann muss das nicht auch in der Bundesliga passieren.

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