Sebastian Andersson und Anthony Modeste gegen Augsburg. (Foto: Bucco)

Sebastian Andersson und Anthony Modeste gegen Augsburg. (Foto: Bucco)

Andersson und Modeste: Das disharmonische Sturm-Duo

Eigentlich verfügt der 1. FC Köln mit Sebastian Andersson und Anthony Modeste über zwei Mittelstürmer mit bemerkenswerten Qualitäten. Solche Strafraumstürmer wünscht sich so mancher Konkurrent, der FC hat gleich zwei davon. Doch miteinander funktionieren der Schwede und der Franzose einfach nicht. Das disharmonische Duo – gibt es Raum für beide auf dem Rasen?

Köln – Es waren vor allem zwei Szenen am Freitagabend, die den Verantwortlichen im Zusammenspiel zwischen Anthony Modeste und Sebastian Andersson nicht passten. Bereits nach 75 Sekunden hatte Dejan Ljubicic mustergültig an den Fünfmeterraum geflankt, als Modeste und Andersson gleichermaßen hochgingen und der Franzose es war, der letztlich den Kopfball neben das Tor setzte.

Ob Andersson Modeste behinderte, spielte keine Rolle. Modeste hätte den Ball auch unter Druck versenken müssen. Doch auch in der 71. Minute wurde das schwerlich funktionierende Zusammenspiel zwischen den beiden Angreifern offensichtlich. Schmitz schickte Modeste und dieser passte im Strafraum quer auf Andersson. Doch wie schon im Spiel gegen Bielefeld, als Ljubicic den Ball quer gelegt hatte, war Andersson auch dieses Mal zu weit nach vorne gelaufen, sodass er den Ball in den Rücken bekam und in seiner tatsächlichen Position nicht anspielbar gewesen wäre.

Beide sind Vollblutstürmer – daran müssen sie arbeiten

„Das sah heute wirklich unglücklich aus“, resümierte nach dem Schlusspfiff Jörg Jakobs. Der Interims-Sportchef sprach explizit die Szene in der 2. Minute an. „Einer von beiden muss ihn machen.“ Jakobs und die weiteren FC-Verantwortlichen wissen, dass es ein Vabanquespiel ist, beide Angreifer gleichzeitig ins Rennen zu werfen. Die Wucht im Strafraum ist dadurch zwar immens. Die Gefahr, dass sich beide gegenseitig auf den Füßen stehen, aber ebenso gegeben.

„Beide sind Vollblutstürmer. Daran müssen sie arbeiten“, sagte Jakobs. „Das ist ein Thema für die Trainingsarbeit.“ Steffen Baumgart hat bereits vor Wochen von dem Duo gefordert, sich besser aufeinander abzustimmen. Doch insbesondere durch den Ausfall von Ellyes Skhiri hatten die Geißböcke länger auf ein Zwei-Stürmer-System verzichtet. Gegen Augsburg versuchte es der FC-Coach wieder, trotz Skhiri-Ausfall. Es wurde nicht belohnt.

Die meisten Augen richten sich dabei auf Andersson. Der Schwede hatte im Sommer den Last-Minute-Abgang versucht, nachdem er nicht als Nummer-eins-Stürmer angesehen wurde. Seitdem ist der 30-jährige zwar wieder in Form gekommen und hat vor allem körperlich enorm an sich gearbeitet. Von Selbstbewusstsein ist bei dem Angreifer jedoch herzlich wenig zu sehen.

Warum jubelte Andersson gegen Gladbach nicht?

Zwei Tore hat Andersson in dieser Saison bislang erzielt – und die Freude über die beiden Treffer hätte nicht unterschiedlicher ausfallen können. Gegen Greuther Fürth hatte er noch seine ganze Erleichterung vor der Südkurve herausgeschrien. Gegen Borussia Mönchengladbach hingegen hatte er, trotz aller Emotionen auf den Rängen und im Spiel, fast schon resigniert abgewunken, als ob ihm dieser Treffer nun auch nicht mehr helfen werde.

Klar ist: Der FC braucht Andersson für den Fall, dass Modeste einmal ausfallen sollte. Klar ist aber auch: In dieser Form ist das disharmonische Sturm-Duo keine Option, um gemeinsam aufzulaufen. Gut möglich also, dass gegen Wolfsburg und Stuttgart zunächst wieder andere Spieler neben Modeste auflaufen werden – denn dass dieser im Vergleich zu Andersson gesetzt ist, gilt als sicher. Ob Andersson im Januar noch einmal einen Abgang forcieren wird, ist nicht bekannt.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

simple-ad

This is a demo advert, you can use simple text, HTML image or any Ad Service JavaScript code. If you're inserting HTML or JS code make sure editor is switched to 'Text' mode.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen