Für Kingsley Schindler war der Sieg in Wolfsburg eine gelungene Revanche. (Foto: Bopp)

Für Kingsley Schindler war der Sieg in Wolfsburg eine gelungene Revanche. (Foto: Bopp)

Schindlers persönliche Revanche: “Jeder kann das Spiel entscheiden”

Für Kingsley Schindler hätte die Woche beim 1. FC Köln nicht besser laufen. Nicht nur, dass der Rechtsaußen mit seinen beiden Vorlagen maßgeblichen Anteil am Kölner Sieg in Wolfsburg hatte. Für den 28-Jährigen war das 3:2 gleichzeitig eine persönliche Genugtuung. Doch nicht nur Schindler hat sich mit seinen beiden Assists zu einem wertvollen Joker entwickelt. 

Köln – An die Volkswagen-Arena in Wolfsburg hatte Kingsley Schindler bis zum vergangenen Dienstag keine so guten Erinnerungen. Bei seinem Bundesliga-Debüt für den FC im Jahr 2019 stand der Rechtsaußen zwar direkt am ersten Spieltag über 90 Minuten in der Startelf, am Ende musste sich Schindler mit den Kölnern jedoch 1:2 geschlagen geben. Viel schlimmer als die Pleite in seinem ersten Bundesligaspiel dürfte jedoch das Aus gegen die Wölfe in der Relegation 2018 gewesen sein. Damals erzielt Schindler in der VW-Arena sogar das einzige Kieler Tor, welches am Ende aber nicht zum Aufstieg reichen sollte.

Beim 3:2-Erfolg am Dienstag reichten Schindlers zwei Vorlagen am Ende zum Sieg – sehr zur Freude des gebürtigen Hamburgers. “Ich bin froh, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte. Für mich war es eine kleine Revanche gegen Wolfsburg. Es war eine Genugtuung, dass wir das Spiel noch gedreht haben”, freute sich der Spieler auch noch zwei Tage später über seine beiden Vorlagen, durch die der FC aus einem 1:2 ein 3:2 machen konnte.

Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt

Schindler war dabei in der 72. Minute Teil des Dreierwechsels von Steffen Baumgart gewesen und zeigte gleichzeitig seine wohl beste Leistung im FC-Trikot. Zwei Wochen zuvor, gegen Arminia Bielefeld, hatte der gelernte Offensivspieler sogar seine erste Startelfchance bekommen, musste auf der Alm jedoch als Rechtsverteidiger ran. “Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt”, lachte Schindler am Dienstag bei der Frage, welche Position er denn lieber spielen würde. Seine diplomatische Antwort: “Ich spiele auf beiden Positionen gerne und einfach dort, wo der Trainer mich aufstellt. Ich bin froh, dass ich Einsatzzeiten bekomme, egal ob vorne oder hinten.”

Nach seiner Leih-Rückkehr im vergangenen Sommer aus Hannover galt Schindler lange Zeit als Wechselkandidat, spielte dann jedoch eine gute Vorbereitung und konnte Steffen Baumgart von sich überzeugen. Trotzdem war der ehemalige Kieler zunächst längere Zeit außen vor und kommt bislang in sechs Einsätzen nur auf 158 Spielminuten in der Bundesliga. Schindler sieht seine Situation dennoch positiv: “Ich glaube, ich bin gut dabei und dass der Trainer das auch wertschätzt und ich entsprechend Einsatzzeiten bekomme.” Gegen den VfL konnte sich Schindler bei seinem Kurz-Auftritt jedoch für weitere Einsätze empfehlen, auch wenn Baumgart öffentlich kein Sonderlob für die Leistung des Rechtsaußen abgeben wollte. Einzig sein persönliches i-Tüpfelchen verpasste Schindler, als er einen Ball in der Nachspielzeit aus aussichtsreicher Position nur an die Latte setzt. “Da wollte ich es wohl zu genau machen”, nahm es der FC-Profi hinterher mit Humor.

Nur Hoffenheim erzielt im zweiten Durchgang mehr Tore als der FC

Mit seinen beiden Assists hat Schindler jedoch eine beeindruckende Serie für den FC weiter fortgeführt. Denn die beiden Flanken, die zunächst Uth und später Modeste verwerten konnte, waren bereits die Scorerpunkte zehn und elf eines Kölner Jokers. Neben sechs Vorlagen von Einwechselspielern sind im bisherigen Saisonverlauf auch fünf Tore von Jokern erzielt worden. “Jeder Spieler weiß, dass der Kader groß ist. Jeder ist wichtig und jeder Spieler, der reinkommt, kann das Spiel entscheiden. So war es jetzt bei mir”, zeigte sich Schindler zufrieden.

Darüber hinaus gehört der FC zu den erfolgreichsten Mannschaften im zweiten Durchgang. Nur die TSG Hoffenheim (19) hat bislang mehr Tore in Hälfte zwei erzielt als die Kölner (18). Zur anderen Seite der Medaille gehört allerdings auch, dass nur die beiden Aufsteiger aus Bochum und Fürth sowie Arminia Bielefeld weniger Tore in der ersten Halbzeit erzielt haben als der FC. Letztlich gehört es jedoch zum Faustpfand der Kölner, in dieser Saison unabhängig des Spielstandes immer noch einmal nachlegen und das Spiel wie in Wolfsburg noch drehen zu können. Am Sonntag gegen den VfB soll dies im besten Fall erneut gelingen, egal ob mit einer gedrehten Führung oder vom Anpfiff weg. “Gegen Stuttgart wollen wir den nächsten Sieg holen und dann schöne Weihnachten mit unseren Familien feiern”, blickt Kingsley Schindler zuversichtlich auf den Hinrundenabschluss.

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