Bright Arrey-Mbi stand am Montag das erste Mal beim 1. FC Köln auf dem Trainingsplatz. (Foto: Bucco)

Bright Arrey-Mbi stand am Montag das erste Mal beim 1. FC Köln auf dem Trainingsplatz. (Foto: Bucco)

Datenanalyse: Bei dieser Stärke sticht FC-Neuzugang Arrey-Mbi alle seine Kollegen aus

Der 1. FC Köln hat mit Bright Arrey-Mbi ein hochveranlagtes Defensiv-Talent vom FC Bayern München verpflichtet. Mit dem 18-Jährigen erhalten die Geißböcke einen zweikampfstarken und passsicheren Innenverteidiger. Die Datenanalysten von CREATEFOOTBALL erklären, wo die Stärken des Verteidigers liegen und wie sich die Rollen in der Kölner Innenverteidigung nun verteilen.

Eine Datenanalyse von CREATEFOOTBALL*

Der nur knapp 50 Kilometer von Köln entfernt in Kaarst geborene Arrey-Mbi besitzt sowohl die deutsche als auch die englische Staatsbürgerschaft. Mit seiner Mutter zog der damals 11-Jährige im Jahr 2014 auf die Insel und wurde nach kurzem Intermezzo bei Norwich City fortan beim FC Chelsea ausgebildet. 2019 folgte schließlich der Schritt zurück nach Deutschland zum FC Bayern Campus, wo Arrey-Mbi beim Wintertrainingslager der Saison 2019/20 mit den Profis nach Katar reiste und sogar einige der Topstars von sich überzeugen konnte. So sagte Joshua Kimmich über den Youngster: “Bright ist schon ein Beast”, während David Alaba erzählte: “Wir hatten zwei Taktiktraining-Einheiten, da hat er als Innenverteidiger keinen einzigen hohen Ball gespielt.” Auf 23 Einsätze in Bayerns U19 folgten letzte Saison 15 Drittligapartien. In der laufenden Regionalligasaison war der Kapitän der deutschen U19-Nationalmannschaft unangefochtener Stammspieler.

Spielstil: Defense Beast

Doch was ist der Kölner Neuzugang überhaupt für ein Spielertyp? Der 18-jährige bekleidet die linke Innenverteidigerposition, ist körperlich für sein junges Alter schon sehr weit und besitzt seine größten Stärken im Defensivzweikampf. Über 80 Prozent seiner Duelle konnte er in der Regionalliga Bayern für sich entscheiden, womit er 186 von 187 der Innenverteidiger-Kollegen seiner Spielklasse übertrumpft hat. Seine Spielintelligenz im Bodenzweikampf zeigt sich zudem daran, dass seine Aktionen nur alle drei Spiele mal ein Foul nach sich ziehen. In der von Härte dominierten Regionalliga gehörte er hier zu den Ausnahmespielern. Im Luftzweikampf war der 1.87 Meter große Arrey-Mbi derweil noch nicht allzu oft gefordert (2.8 mal pro 90 Minuten). Seine Quote sieht dabei vielversprechend aus – wenngleich ihm bisweilen noch das perfekte Timing fehlt. Ganz genauso verhält es sich auch beim Abfangen von Pässen, bei denen er ein ganzes Stück unter dem Ligaschnitt liegt. Der hohe Anteil an Ballbesitz, den die Bayern haben und durch den es weniger gegnerische Pässe gibt, die abgefangen werden können, wird in dieser Auflistung neutralisiert. Im Passspiel zeigt sich der Linksfuß derweil äußerst sicher, bevorzugt nur bei geringem Risiko den progressiven Pass und fokussiert sich darauf, keinen unnötigen Ballverlust zu produzieren. 

    Arrey-Mbi 21/22Durchschnitt Regionalliga Innenverteidiger 21/22
Erfolgreiche Defensivaktionen10.210.6
Defensivzweikämpfe (% gewonnen)6.7 (83%)6.5 (70%)
Luftzweikämpfe (% gewonnen)2.8 (62%)4.4 (56%)
PAdj Interceptions6.17.3
Balleroberungen13.111.8
Pässe (%-Quote)64.7 (93%)44.9 (84%)
Angekommene vertikale Pässe (%-Quote)19.3 (86%)13.7 (72%)
Angekommene progressive Pässe (%-Quote)6.2 (72%)6.2 (68%)
% Anteil der progressiven Pässe14%20%
Alle Daten pro 90 Minuten im Vergleich mit allen Innenverteidigern der Regionalligen mit mind. 1000 Spielminuten der Saison 21/22 (188 Spieler)

Wie passt Arrey-Mbi zum 1. FC Köln?

Mit seinen Eigenschaften ist Bright Arrey-Mbi eine spannende Mischung aus aktuellen und ehemaligen FC-Innenverteidigern. So verfügt der Neuzugang über die Linksfüßigkeit und Robustheit von Czichos, gepaart mit dem sicheren Aufbauspiel von Jorge Meré und Luca Kilian. Mit zunehmender Matchpraxis auf hohem Niveau dürfte sich der spielintelligente Perspektivspieler in der Antizipation sowie beim Stellungsspiel in Luftduellen weiter steigern und diese Komponenten in sein Spiel aufnehmen. Spannend wird zu beobachten sein, inwieweit es Steffen Baumgart gelingt, ein mutigeres Passspiel von der Leihgabe einzufordern. Jenem Coach stehen nun vier unterschiedliche Innenverteidiger zur Verfügung, die eine hohe Variabilität ermöglichen. Timo Hübers dürfte dank seines progressiven Fokus im Aufbauspiel fortan gesetzt sein, Luca Kilian die erste Alternative als rechter Part. Links steht Chabot für Rustikalität und lange Bälle (7.3) und Arrey-Mbi für Drahtigkeit und Cleverness im Eins-gegen-Eins sowie ein flaches Aufbauspiel (nur 2.4 lange Bälle). Fazit: Alles in allem ein gelungener Transfer für den 1. FC Köln!


* Dieser Text stammt von CREATEFOOTBALL Solutions, einer Fußball-Consultancy, die mit ihrem Know-How im Bereich Datenscouting national wie international professionelle Fußballclubs strategisch und ganzheitlich in der Kaderplanung berät und zudem mit Berateragenturen sowie Medienanstalten kooperiert. Mehr Informationen unter: www.createfootball.com.

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