Anthony Modeste jubelt mit Herz. (Foto: Bucco)

Anthony Modeste jubelt mit Herz. (Foto: Bucco)

Ein Kontakt, ein Herz: Nur von Europa spricht Modeste nicht

Wollte Anthony Modeste im Winter den 1. FC Köln verlassen? Die Antwort auf diese Frage spielt spätestens seit dem 1:0-Sieg der Geißböcke gegen den SC Freiburg keine Rolle mehr. Der Franzose hat Taten sprechen lassen. Besser gesagt: ein Tor und ein Herz für den FC. Jetzt hat er mit seinem Team noch etwas vor.

Als Jan Thielmann den Ball in der 23. Minute erst an Nico Schlotterbeck vorbei und dann rüber zu Anthony Modeste legte, hielten die 10.000 Zuschauer in Müngersdorf die Luft an. Was würde der Mittelstürmer machen? Die Frage erübrigte sich: Modeste machte das, was er am besten kann. Ohne den Ball anzunehmen, schloss er direkt ab, schlenzte das Kunstleder zielgenau ins lange Eck zum 1:0.

Es war Modestes 14. Saisontor, sein sechstes Bundesliga-Tor im sechsten Bundesliga-Spiel gegen Freiburg und gleichzeitig das sechste Mal, dass er seine Mannschaft in dieser Saison mit 1:0 in Führung brachte. Nur ein anderer Stürmer hat dieses so wichtige 1:0 in dieser Saison für sein Tor ebenfalls sechs Mal erzielt: ein gewisser Robert Lewandowski.

Ex-Mitspieler fühlt sich an 2016/17 erinnert

Marvin Schwäbe sprach hinterher von der “Lebensversicherung” Modeste. “Wir können uns auf ihn verlassen, und das ist genau das, was wir brauchen.” Dass diese Lebensversicherung beinahe im Winter nach Saudi-Arabien gewechselt wäre, ist inzwischen Geschichte. Wie sehr der 33-Jährige mit dem Angebot geliebäugelt hatte, lässt sich nur erahnen. Sicher ist: Der FC hat ihn nicht gehen lassen – und steht nun auch dank des Franzosen auf Rang sechs der Bundesliga – zwei Punkte hinter Rang vier.

Der Gepriesene selbst bejubelte sein Tor mit einem Herz, das er aus seinen Fingern über das FC-Wappen auf seinem Trikot legte. Hinterher sagte Modeste: “Ich bin nicht ohne Grund aus China wieder nach Köln zurückgekommen und ich bin glücklich, dass ich im Winter hier geblieben bin.” Steffen Baumgart hat dem Altstar frischen Wind eingehaucht, und nun fühlt sich vieles wieder an wie 2016/17. Oder wie Marco Höger, der ehemalige FC-Vizekapitän, es auf Instagram am Samstag ausdrückte: “Ich bekomme langsam Flashbacks zu unserer Saison 16/17. Da konnten wir dich auch blind anschießen und der Ball war im Netz.”

Europa? “Erst mit 40 Punkten schauen wir weiter”

Von Europa will beim FC weiterhin niemand reden. Aus gutem Grund konzentriert man sich weiterhin erst einmal darauf, auch rechnerisch nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Die 32 Punkte nach 21 Spielen sind eine hervorragende Grundlage dafür, dass es schon bald um neue Saisonziele gehen könnte. Doch bis dahin können und wollen alle Beteiligten den Ball flach halten.

“Wie weit wir sind? Wir haben noch viel vor”, sagte Modeste nach dem Sieg gegen Freiburg. “Erst einmal wollen wir in der Bundesliga bleiben. Erst, wenn wir die 40 Punkte haben, schauen wir weiter.“ Das sah auch André Pawlak so, der Baumgart an der Seitenlinie vertreten hatte. “Wir haben jetzt 32 Punkte, nach der gesamten letzten Saison hatten wir 33. 40 Punkte bleiben das Ziel, die wollen wir so schnell wie möglich erreichen. Erst wenn es dann noch geht, machen wir gerne noch was anderes.“

Mit seinem Stürmer hatte Pawlak sich unmittelbar nach dem Tor per Handzeichen ausgetauscht. Modeste hatte dem Trainer signalisiert, dass das Trainerteam nicht immer Recht habe: „Wir schimpfen immer, wenn ein Spieler mit nur einem Kontakt spielt und sagen, dass sie es mit zwei machen sollen”, sagte Pawlak schmunzeln. “Tony hat mir nach seinem Tor angezeigt, dass er es auch mit einem Kontakt kann.“

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