Thomas Kessler am Sonntag im Doppelpass. (Foto: Screenshot Sport1)

Thomas Kessler am Sonntag im Doppelpass. (Foto: Screenshot Sport1)

Im Doppelpass: Kessler über Europa und Baumgarts erste Amtshandlung

Ist der 1. FC Köln in dieser Saison ein Kandidat für die internationalen Plätze? Diese Frage beschäftigt nicht nur Fans des Klubs, sondern nach einem Drittel der Saison auch die Bundesliga-Experten. Am Sonntag bezog der Sportliche Leiter Thomas Kessler im Sport1 Doppelpass Stellung.

Einige ehemalige FC-Profis fühlen sich inzwischen an die Saison 2016/17 erinnert, wenn sie die aktuelle Saison der Geißböcke verfolgen. Dies hatte zuletzt Marco Höger via Instagram kundgetan, Simon Zoller berichtete davon in der FC-Doku 24/7. Einer, der von fünf Jahren ebenfalls dabei war und zwischenzeitlich sogar zwischen den Pfosten gestanden hatte, ist der heutige Sportliche Leiter des Lizenzbereiches Thomas Kessler.

Der ehemalige Keeper schätzt die derzeitige Situation als in Verantwortung stehende Person freilich ein wenig nüchterner ein: “Es ist schon ein bisschen anders”, erklärte Kessler am Sonntagmorgen in der Talkrunde des Sport1 Doppelpass. “Beim letzten Mal, als es bei uns um Europa ging, konnten wir über mehrere Jahre kontinuierlich etwas aufbauen. Bis dahin ist es für uns noch ein weiter Weg.” Was Kessler meint: Nach dem Aufstieg 2014 hatten sich die Kölner stetig entwickelt und tabellarisch verbessert, ehe 2017 der Höhepunkt mit der Qualifikation zur Europa League folgte. Heute, fünf Jahre später, liegen hinter den Kölnern zwei schwierige Jahre, gepaart mit dem Beinahe-Abstieg 2021, der erst über die Relegation vermieden werden konnte.

“Das hat uns keiner geschenkt”

Dass der FC nach nun 22 Spieltagen aber mittendrin in der Verlosung um die internationalen Plätze steht, ist auch für den 36-Jährigen kein Zufall mehr: “Wir haben es uns verdient, das hat uns keiner geschenkt. Es war ein weiter Weg bis dahin.” Trotzdem, und das hatte Kessler schon in den vergangenen Wochen immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt, sei der Klassenerhalt weiterhin das vorrangige Ziel: “Es ist ein sehr dünnes Mittelfeld, wir geben weiter Gas und wollen schnellstmöglich die 40 Punkte holen.”

Natürlich war am Sonntagvormittag auch der große Einfluss von Steffen Baumgart Gesprächsthema in der Talkrunde, bei der neben Kessler unter anderem auch Sport1-Kommentator und Kölner Markus Höhner zu Gast war. Dabei verriet Kessler ein Detail von Baumgarts erster Amtshandlung im Sommer: “Er hat die Wand im Trainerbüro einreißen lassen, weil er sagt: Ich sitze hier nicht alleine. Das zeigt, dass er alle mitnimmt, auch das Trainerteam.” Dabei habe der Sportliche Leiter von den ersten Gesprächen an gemerkt, dass Baumgart die Überzeugung hat, mit dem vorhandenen Kader “eine gute Runde” spielen zu können.

“Funkel hat die Existenz des Vereins gesichert”

Die Voraussetzung, dass es für Baumgart und den FC in dieser Saison jedoch überhaupt so gut läuft, liegt nach Meinung von Markus Höhner bei jemand anderem. “Friedhelm Funkel hat die Existenz des Vereins in der Relegation gesichert”, sagte der 56-Jährige über den Ex-Trainer, der am Sonntag eigentlich auch im Hilton Hotel München hätte sitzen sollen, krankheitsbedingt jedoch absagen musste. Dem Lob für Funkel pflichtete Kessler ebenfalls bei: “Man kann ihm nicht hoch genug anrechnen, was er für unseren Klub getan hat.” Dabei hätte Funkel im Kampf um den Klassenhalt mit all seiner Erfahrung die nötige Ruhe auf die Mannschaft übertragen und alle Leute im Geißbockheim mitgenommen. “Das hat was mit Führung zu tun. Da sind Friedhelm aber auch Steffen gute Beispiele für, wie man das schafft.” 

Dass die Kölner am Freitagabend gegen Leipzig nun eine Lehrstunde erteilt bekommen hatten, wird den FC wohl aber nicht von seinem Weg abbringen. “Niederlagen sind immer enttäuschend”, resümierte Kessler, wohlwissend, dass Leipzig aktuell noch eine andere Liga ist. “Es gab viele Situationen, wo uns die individuelle Qualität von Leipzig unsere Grenzen aufgezeigt hat.” Dass der FC im Rahmen seiner Entwicklung immer auch mal Spiele verlieren werde, sei dabei normal. Trotzdem sei die 1:3-Niederlage “sicherlich kein Schritt zurück” gewesen.

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