Steffen Baumgart beim Training. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart beim Training. (Foto: Bucco)

Rosenmontagszug abgesagt: FC sucht den Fokus für Fürth

Zwischen Kriegssorgen und dem Wunsch, ausgelassen Karneval zu feiern: In Köln haben Tausende Menschen an Weiberfastnacht den Weg in die Stadt gesucht, um in der sogenannten “Brauchtumszone” den Alltag zu vergessen. Beim 1. FC Köln liegt der Fokus dagegen auf dem Auswärtsspiel bei Greuther Fürth. Um den Rosenmontagszug muss sich der FC auch nicht mehr kümmern.

Die Absage kam am frühen Donnerstagnachmittag. Das Festkomitee des Kölner Karnevals hat wegen des Einmarschs Russlands in die Ukraine den Rosenmontagszug abgesagt. Der 1. FC Köln hätte mit einer Delegation am Umzug teilnehmen sollen, zumal der Zug durch das RheinEnergieStadion gezogen wäre. Doch der Kriegsausbruch hat zur Absage geführt.

Auch beim 1. FC Köln waren die Nachrichten aus Russland und der Ukraine am Donnerstag ein Thema. Steffen Baumgart zeigte sich auf der Pressekonferenz bestürzt: “Das Schlimme an einem Krieg ist: Am Ende verlieren die Kleinen, und die Großen diskutieren. Es geht immer um die Zivilbevölkerung. Andere Menschen spielen Macht, spielen sich auf, und die Leidtragenden sind die Kleinen. Ich hoffe, dass alle ihren Beitrag dazu leisten werden, damit dieser Konflikt wieder beigelegt wird.”

Todesfall in Mönchengladbach schockt Kölner Nachwuchs

So herrschte am Geißbockheim am Donnerstag eine bedrückende Stimmung, die zusätzlich trauriger wurde, als eine Botschaft aus Mönchengladbach den FC erreichte: Jordi Bongard, Innenverteidiger-Talent der Borussia und am Mittwoch dem Vernehmen nach auf der Tribüne im Franz-Kremer-Stadion beim U21-Derby in der Regionalliga, verstarb in der Nacht auf Donnerstag bei einem Autounfall. Der 20-Jährige hatte das “kleine Derby” gegen den FC für die Borussia nur verpasst, weil er verletzt war.

Und so war niemandem beim FC am Donnerstag zum Feiern zu Mute, weder Karneval noch den Derby-Sieg. Baumgart versuchte daher, den Fokus auf das Auswärtsspiel bei Greuther Fürth zu legen. Alltag und Seriosität als Versuch, die Sorgen zu verdrängen: “Wir werden eine Menge abrufen müssen, um in Fürth nicht nur gut auszusehen, sondern etwas Zählbares mitnehmen zu können”, sagte der FC-Trainer mit Blick auf den Tabellenletzten, der in den letzten fünf Heimspielen elf Punkte holen konnte.

Baumgart mahnt: “Fürth ist noch lange nicht weg vom Fenster”

“Fürth hat sich gut entwickelt, spielt anders als noch im Hinspiel”, sagte Baumgart weiter und verwies auf Fürths Versuche, spielerische Lösungen im Aufbau zu finden. “Sie sind noch lange nicht weg vom Fenster, auch leistungsmäßig. Das zeigt den Charakter der Mannschaft und des Vereins. Die werden Vollgas geben, das ist kein abgeschlagener Gegner.” Der FC, am Samstag wieder mit Marvin Schwäbe im Tor und mit Anthony Modeste in der Startelf – das kündigte Baumgart an -, ist also gewarnt.

Vor einem Jahr setzte es am Karnevalswochenende eine 0:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. An Karneval 2020, wenige Wochen vor der Pandemie, hatten die Geißböcke noch ein famoses 5:0 bei Hertha BSC feiern können. Von einem ähnlich erfreulichen Tag dürfen die Kölner zwar auch am Samstag bei den Franken träumen. Doch das Hinspiel, in dem die Kleeblätter in Führung gegangen und erst in der Nachspielzeit durch das 3:1 von Ellyes Skhiri K.o. gegangen waren, dient als weitere Mahnung an den FC: Dieses Spiel dürfen die Geißböcke nicht auf die leichte Schulter nehmen, wollen sie den 1:0-Sieg gegen Frankfurt aus der Vorwoche veredeln.

Klar ist seit Donnerstag: Egal, wie das Spiel ausgehen wird, werden die FC-Spieler und -Verantwortlichen keine karnevalistischen Ausschweifungen erleben. Für diese haben die Ereignisse am Donnerstag den Stecker gezogen – inklusive der Absage des Rosenmontagszuges.

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