Ellyes Skhiri und Salih Özcan. (Foto: Bucco)

Ellyes Skhiri und Salih Özcan. (Foto: Bucco)

“Sollen die Mannschaft zusammenhalten”: Starkes FC-Duo kommt sich immer näher

Zum zweiten Mal in Folge ist der 1. FC Köln am Samstagabend gegen Eintracht Frankfurt mit Ellyes Skhiri und Salih Özcan auf der Doppelsechs aufgelaufen. Während der eine schon seit seinem Wechsel nach Köln zu den uneingeschränkten Leistungsträgern zählt, stellt der andere seinen Wert seit Wochen immer mehr unter Beweis. Als Duo verleihen Özcan und Skhiri dem FC eine ungeahnt neue Stabilität.

War Salih Özcan in der vergangenen Saison kaum an Ellyes Skhiri vorbeigekommen, ist der defensive Mittelfeldspieler inzwischen praktisch genauso wertvoll wie sein Mitspieler. Gegen Eintracht Frankfurt sorgte das Duo gemeinsam dafür, dass die SGE kaum ein Durchkommen in der Kölner Hälfte gefunden hatte und insbesondere in den Zweikämpfen deutlich unterlegen war.

Dabei überflügelte Özcan seinen zwei Jahre älteren Nebenmann sogar. Während Özcan 84 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen konnte, waren es bei Skhiri “nur” 67 Prozent. Insbesondere offensiv zeigte sich das Kölner Eigengewächs besonders effizient: Von seinen zehn geführten Offensivzweikämpfen konnte Özcan 90 Prozent gewinnen – defensiv immerhin 80 Prozent. Darüber machten beide zahlreiche Räume dicht, stellten Passwege zu und liefen gemeinsam 24 Kilometer. Nicht umsonst nannte Steffen Baumgart seine beiden Sechser nach dem Spiel “meine Rennpferde auf dem Platz.”

“Salih ist in einer exzellenten Form”

Dabei ließ sich der Trainer sogar zu einem Sonderlob hinreißen, ist es doch eigentlich nicht Baumgarts Art, einzelne Spieler hervorzuheben. Doch an dem Auftreten von Özcan in den letzten Wochen kommt auch der 50-Jährige nicht herum: “Salih ist momentan in einer exzellenten Form”, freute sich Baumgart. “Er verliert gefühlt keinen Zweikampf und spielt keinen Fehlpass. Dadurch gibt er der Mannschaft natürlich Stabilität.” Auch die Leistung Skhiri ließ der Coach nicht unkommentiert: “Flaco marschiert, Flaco macht. Das ist uns klar. Die beiden haben genauso gut gespielt und gegen den Ball gearbeitet, wie die anderen auch.” Die Aufgabe der beiden Mittelfeldspieler auf der Sechs ist dabei klar: “Sie sollen die Mannschaft zusammenhalten”, erklärte Baumgart.

Dass beide Spieler so gut performen, dürfte auch der Grund dafür sein, dass der FC nun schon zum zweiten Mal in Folge mit einer Doppelsechs aufgelaufen ist. Im ersten Saisondrittel war es meist Skhiri, der als alleiniger Sechser für die Verbindung zwischen Abwehr und Angriff sorgen sollte. Erst durch die Verletzung des Tunesiers rückte Özcan wieder vermehrt in den Fokus und spielte sich in den folgenden Wochen mit starken Leistungen fest. Seit dem achten Spieltag hat der 24-Jährige lediglich 45 Minuten in Wolfsburg verpasst – und das aufgrund einer leichten Blessur.

Nach seiner Verletzung, der folgenden Corona-Infektion und dem Africa Cup, ist Ellyes Skhiri inzwischen aber wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Dadurch ist der gebürtige Franzose automatisch ein Anwärter auf die Startelf, gehört der 26-Jährige doch zu den absoluten Leistungsträgern und Ausnahmekönnern im FC-Kader. Somit laufen aktuell nun beide Spieler von Beginn auf. Von der Grundformation her in einem klassischen 4-2-3-1 oder 4-4-2, wobei sich die Rollen häufig abwechseln. Mal stößt Özcan mit nach vorne, während sich Skhiri zwischen die beiden Innenverteidiger fallen lässt und am Spielaufbau beteiligt. Und mal ist es genau anders herum.

Özcan, der Eroberer

Inzwischen hat Özcan dabei solch einen Sprung gemacht, dass er Skhiri bei einem Großteil der entscheidenden Werte sogar überflügeln konnte. Zwar liegt der Tunesier bei der Passquote noch leicht vorne (91 zu 86 %) und leistet sich auch minimal weniger Ballverluste (3 zu 3,7 pro 90 Minuten). Dafür ist Özcan in der Balleroberung stärker: Hier liegt der Kölner mit sieben zu 5,2 vorne. Alleine gegen Eintracht Frankfurt eroberte der Kölner überragende 14 Mal den Ball, sechs Mal davon in der gegnerischen Hälfte.

Auch bei Skhiris wohl größter Stärke, dem Antizipieren und Abfangen von Bällen, kommt Özcan näher. Hier liegt Skhiri mit sechs nur noch knapp vor Özcan mit 5,8. Was die Anzahl an geführten Zweikämpfen angeht, hat Özcan zwar die Nase vorne (17 zu zwölf), insgesamt etwas erfolgreicher ist dabei momentan jedoch noch Skhiri (59 zu 56 Prozent). Nimmt man das Frankfurt-Spiel als Referenz, dürfte sich jedoch auch dieser Wert in den kommenden Wochen noch anpassen.

Ingesamt verfügt der FC mit den beiden Mittelfeldspieler inzwischen wohl über eines der besten Sechser-Duos der Bundesliga. Umso spannender wird es in den nächsten Wochen zu beobachten sein, welche Tendenz sich in Sachen Vertragsverlängerungen entwickeln wird. Denn nicht nur bei Ellyes Skhiri endet das Arbeitspapier im Sommer 2023. Auch Özcan hat im vergangenen Jahr nur für zwei weitere Jahre verlängert, womit auch das Eigengewächs 2023 ablösefrei wäre. Bei Skhiri hat sich die Situation in den vergangenen Monaten als klar herausgestellt: Entweder, der FC verlängert den Vertrag mit dem Tunesier, oder er verlässt den Verein gegen eine hohe Ablösesumme. Gleiches dürfte inzwischen auch für Salih Özcan gelten.

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